Umfrage: Leichte Zuversicht für die eigene Geschäftsentwicklung, aber große Herausforderungen bei Standortfaktoren in Norwegen

Die Deutsch-Norwegische Handelskammer hat im April mit dem World Business Outlook ihre jährliche Konjunkturumfrage unter Unternehmen der deutsch-norwegischen Geschäftswelt durchgeführt. Darin beurteilt mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen ihre aktuelle Situation als gut und erwarten eine gute Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Dennoch bewerten sie den Wirtschaftsstandort Norwegen in allen abgefragten Bereichen negativer als 2023. Die Konjunkturumfrage findet alljährlich im Rahmen des World Business Outlooks des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK) statt

Mehr als 51 Prozent der teilnehmenden Unternehmen bewertet die aktuelle Situation als gut und 50 Prozent erwarten eine gute Geschäftsentwicklung. Bei der Umfrage im April 2023 gaben dies 56 bzw. 45 Prozent an. Die lokale wirtschaftliche Entwicklung beurteilen 32 Prozent (2023: 25 Prozent) und die Entwicklung der Investitionen 31 Prozent (2023: 31 Prozent) als gut. „Wir können diese Bewertung als verhaltenden Optimismus bezeichnen“, so Michael Kern, Geschäftsführer der Deutsch-Norwegischen Handelskammer. „Die weltpolitischen Lage und deren Auswirkungen wurde in den Risikobetrachtungen neu bewertet. Für Norwegen als Standort sprechen in diesem Jahr erneut die Rahmenbedingungen für Digitalisierung.“

Unternehmen sehen große Herausforderungen bei Standortfaktoren

Auf einer Skala von 1 bis 7 (1: sehr schlecht, 7: sehr gut) wird Norwegen in den Bereichen Allgemeine Bedingungen für die Digitalisierung (5) und Bildungsniveau der Mitarbeitenden (4,6) weiterhin am besten bewertet. Gleichzeitig verliert das Land in diesen Bereichen jeweils um 0,7 bzw. 0,9 Punkte im Vergleich zu 2023. Deutlich gesunken 4,1 (5,2) ist jedoch die Bewertung der wirtschaftlichen und politischen Stabilität. Insgesamt schneidet der Wirtschaftsstandort Norwegen bei 9 von 10 abgefragten Kriterien in 2024 rückläufiger ab als im vergangenen Jahr.

Nachfrage und Fachkräftemangel größte Risiken

51% Prozent der befragten Unternehmen sehen in der Nachfrage eines der größten Risiken für ihr Unternehmen. 36 Prozent geben den Fachkräftemangel an. Obwohl dieser Wert immer noch hoch ist, sinkt er kontinuierlich. 2022 gaben dies noch 54 Prozent als Risiko an, in 2023 waren es 44 Prozent. Weiterhin als Risiko werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen von 33 Prozent der Umfrageteilnehmer gesehen. Dieser Wert lag 2023 mit 54 Prozent deutlich höher. Kaum noch als Risiko wahrgenommen wird die Störung der Lieferketten mit 11 Prozent (2023: 39 Prozent). Dagegen wird der Wechselkurs mit 28 Prozent (2023: 19 Prozent) deutlich stärker als Risiko betrachtet.

Verhaltene Zuversicht für Weltmärkte

Die Konjunkturumfrage der AHK Norwegen ist Teil der globalen Umfrage „AHK World Business Outlook“, der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Global betrachtet verbessert sich die Geschäftslage unter den knapp 4.300 teilnehmenden Unternehmen im Vergleich zur vorherigen Umfrage kaum. Sie liegt immer noch unter dem Niveau des Vorjahres 2023 sowie leicht unter dem langjährigen Durchschnitt. Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Unternehmen erwarten demnach eine konjunkturelle Belebung an ihren Standorten im laufenden Jahr. Auch die Geschäftserwartungen legen nur minimal zu. Entsprechend halten sich die Unternehmen auch mit Investitionen an ihren internationalen Standorten zurück. Es bleiben Skepsis und Unsicherheiten: Während rückläufige Inflationsraten, verbunden mit der Hoffnung auf Zinssenkungen die Konjunkturerwartungen der Unternehmen verbessern, stehen