Website-Icon

Norwegische Handelszahlen: Deutschland 2025 größter Handelspartner

Laut den aktuellen norwegischen Statistiken hat der Warenhandel mit Deutschland vergangenes Jahr zugenommen – sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen. Die Bundesrepublik bleibt somit der größte Handelspartner Norwegens. Die Statistiken verraten zudem Details zu chinesischen Autos und den US-Zöllen.

Bild: AdobeStock

Das Norwegische Statistische Amt SSB hat die Handelszahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Diese zeigen: Deutschland hat seine Position als wichtiger Handelspartner Norwegens ausgebaut. Vergangenes Jahr lieferte das skandinavische Land Waren für rund 310 Mrd. NOK (ca. 26,5 Mrd. EUR) in die Bundesrepublik. Nur nach Großbritannien exportierte Norwegen im gleichen Zeitraum mit rund 312 Mrd. NOK (ca. 26,6 Mrd. EUR) noch mehr. An dritter Stelle in Norwegens Export-Ranking stehen die Niederlande mit rund 173 Mrd. NOK (ca. 14,8 Mrd. EUR).

Bei Norwegens Importen steht Deutschland mit rund 131 Mrd. NOK (ca. 11,2 Mrd. EUR) an zweiter Stelle. Am meisten importierte Norwegen aus China für knapp 133 Mrd. NOK (ca. 11,4 Mrd. EUR). Schweden lieferte mit rund 111 Mrd. NOK (ca. 9,5 Mrd. EUR) 2025 am drittmeisten Waren nach Norwegen. Großbritannien belegt mit ca. 45 Mrd. NOK (ca. 3,8 Mrd. EUR) den siebten Platz.

Gemessen am Handelsvolumen (Importe und Exporte zusammengerechnet) war Deutschland mit rund 441 Mrd. NOK (ca. 37,6 Mrd. EUR) auch 2025 Norwegens größter Handelspartner. Großbritannien liegt mit rund 358 Mrd. NOK (knapp 31 Mrd. EUR) auf Platz zwei.

Deutschland bezieht Gas, Norwegen Maschinen und Fahrzeuge

Nach wie vor machen fossile Brennstoffe mit rund 79 Prozent den mit Abstand größten Anteil an Norwegens Exporten nach Deutschland aus: 2025 bezog die Bundesrepublik norwegisches Öl für 32 Mrd. NOK (2,7 Mrd. EUR) und Gas für rund 212 Mrd. NOK (ca. 18,1 Mrd. EUR). Deutschland bleibt somit Norwegens wichtigster Abnehmer von Gas – in kein anderes Land lieferte Norwegen 2025 mehr davon.

Umgekehrt kaufte Norwegen laut Statistik vor allem deutsche Maschinen und Fahrzeuge. Sie bilden mit rund 76 Mrd. NOK (ca. 6,5 Mrd. EUR) den größten Posten in Norwegens Importen aus der Bundesrepublik. Größere Importe weist die Statistik zudem in den Bereichen „Chemische Produkte“ (171 Mrd. NOK bzw. 1,5 Mrd. EUR) und „verarbeitete Waren“ (157 Mrd. NOK bzw. 1,3 Mrd. EUR) aus.

Chinesische Autos und amerikanische Zölle

Seit 2021 importierte Norwegen immer wieder mehr Fahrzeuge und Maschinen aus China als aus Deutschland. So auch in 2025 – der Abstand fällt mit rund 2 Mrd. NOK (ca. 170 Mio. EUR) aber klein aus. Schaut man sich nur den Automarkt an, hat Deutschland nach wie vor die Nase vorn: Laut den norwegischen Verkaufszahlen von 2025 liegen die deutschen Autobauer klar vor den Chinesen.

Die 2025 eingeführten US-Zölle scheinen bis anhin keinen großen Effekt auf den Handel mit Norwegen zu haben: Wie schon 2024 rangieren die USA in den aktuellen Zahlen bei den norwegischen Exporten auf dem neunten, und bei den Importen auf dem vierten Platz. Die norwegischen Ausfuhren in die USA sind gegenüber 2024 sogar von rund 62 auf 68 Mrd. NOK gestiegen, während die Importe aus den USA von 82 auf 78 Mrd. NOK gefallen sind. Das sind gewöhnliche Schwankungen, die diversen anderen Gründen geschuldet sein können. Ein Blick durch die Handelszahlen zweier Länder ist zudem eine sehr isolierte Betrachtung der komplexen Zoll-Thematik in einem globalen Handelsnetz und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Zoll-Effekte auf den Handel setzen oft erst nach einer Weile, meist in den Folgejahren, ein. Die Zahlen von 2025 sind daher noch wenig aussagekräftig.

Handel mit Deutschland wächst

Total hat Norwegen 2025 Waren im Wert von rund 1,77 Billionen NOK (ca. 151 Mrd. EUR) exportiert, während sich die Gesamtimporte auf rund 1,11 Billionen NOK (ca. 94,8 Mrd. EUR) beliefen. Rund 17,5 Prozent des norwegischen Export- und fast 12 Prozent des Importvolumens entfallen somit auf Deutschland. Im Jahr 2022 war dies anders: Das deutsch-norwegische Handelsvolumen erreichte damals Rekordhöhen (s. Grafik); rund ein Drittel des gesamten norwegischen Exportvolumens entfiel auf die Bundesrepublik.

Grund dafür waren der Energieengpass in Deutschland und die hohen Preise am Gasmarkt, welche 2022 ihren Gipfel erreichten. Vor zwei Jahren bezog Deutschland allein Gas für rund 58 Milliarden Euro aus Norwegen. Jetzt scheint sich der Handel wieder auf höherem Niveau zu stabilisieren.

Deutschland hat 2025 als einziges Land der „Großen“ unter den norwegischen Handelspartnern sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten klar zugelegt. So sind Norwegens Exporte nach Großbritannien und in die Niederlande gegenüber 2024 gesunken. Auch die norwegischen Importe aus Schweden sind 2025 zurückgegangen. Aus China hat Norwegen 2025 zwar mehr eingeführt als noch im Vorjahr – allerdings „nur“ für 3 Mrd. NOK. Deutschland hingegen konnte seine Exporte nach Norwegen um über 18 Mrd. NOK steigern.

Quellen:

Die mobile Version verlassen