Auslandsaufenthalt während der beruflichen Ausbildung – Schritt für Schritt nach Norwegen

Ein Auslandsaufenthalt während der Ausbildung im Rahmen von Erasmus+ ist weit mehr als nur ein Tapetenwechsel. Die Zeit im Ausland gibt dir die Möglichkeit, über dich hinauszuwachsen, neue Menschen kennenzulernen und den Arbeitsalltag aus einer anderen Perspektive zu erleben. Dabei sammelst du wertvolle Erfahrungen, wirst selbstständiger und stärkst gleichzeitig deine Sprachkenntnisse und dein Verständnis für andere Arbeitsweisen. Ein Auslandsaufenthalt in Norwegen gibt dir die Chance, in einem der schönsten Länder Europas zu leben, neue Arbeitserfahrungen zu sammeln und deinen Horizont weit über den Ausbildungsalltag hinaus zu erweitern.

Die ersten Schritte: Betrieb, Schule und Planung

Wenn du einen Auslandsaufenthalt machen möchtest, solltest du das Thema früh mit deinem Ausbildungsbetrieb besprechen. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht, deshalb ist es wichtig, dass ihr euch rechtszeitig abstimmt. Wenn dein Betrieb zustimmt, kannst du bis zu einem Viertel deiner regulären Ausbildungszeit im Ausland verbringen. Deine Ausbildungsvergütung bekommst du in dieser Zeit weiter von deinem Betrieb.

Für die erste Orientierung ist unser digitaler Wegweiser hilfreich. Dort kann unter anderem dein Ausbildungstitel ins Norwegische übersetzt werden, was für Bewerbungen und die weitere Planung wichtig ist.

Auch deine Berufsschule muss eingebunden werden, weil du für die Zeit in Norwegen freigestellt werden musst. Den Unterrichtsstoff musst du in dieser Zeit eigenständig nacharbeiten. In Norwegen besuchst du keine Berufsschule.         

Einen Betrieb in Norwegen finden 

Wenn du einen Betrieb in Norwegen suchst, ist unser digitaler Wegweiser eine Möglichkeit, erste Informationen zu bekommen. Darin wirst du auch auf das deutsche Mobilitätsnetzwerk Berufsbildung ohne Grenzen hingewiesen, das dir rund um Auslandsaufenthalte hilfreiche Unterstützung bietet. In jedem Bundesland gibt es kostenlose Mobilitätsberatungen. Sie helfen dir dabei, passende Betriebe zu finden, Bewerbungsunterlagen vorzubereiten und den ersten Kontakt herzustellen. So bekommst du nicht nur Unterstützung bei der Suche, sondern auch dabei, den Auslandsaufenthalt konkret in die Wege zu leiten. Du solltest mit deinem Ausbildungsbetrieb vor Ort einen Vertrag abschließen, auch hierfür stellt Berufsbildung Ohne Grenzen eine passende Vorlage zur Verfügung.

Unterkunft in Norwegen finden und Flug buchen

Da norwegische Betriebe normalerweise keine Unterkunft stellen, musst du dich oft selbst um ein Zimmer oder eine Wohnung kümmern.

Die Wohnungssuche läuft grundsätzlich ähnlich wie in Deutschland: Meist schreibst du den Vermietenden eine kurze Nachricht, stellst dich vor und erklärst, warum du für einige Zeit in Norwegen bist. Wichtig ist, niemals Geld zu überweisen, bevor der Mietvertrag von beiden Seiten unterschrieben ist. Für die Suche werden Plattformen wie Finn oder Hybel genutzt. Zusätzlich kann es sich lohnen, in lokalen WhatsApp- oder Facebook-Gruppen nach Zwischenmieten oder WG-Zimmern zu schauen.

Auch die An- und Abreise musst du in der Regel selbst organisieren. Den Flug nach Norwegen buchst du normalerweise eigenständig, deshalb solltest du dich rechtzeitig um passende Verbindungen kümmern.

Organisatorisches vor der Abreise

Bevor du nach Norwegen gehst, solltest du ein paar praktische Dinge unbedingt abklären. Dazu gehört vor allem der Versicherungsstatus. Informiere dich rechtszeitig, ob du während deines Aufenthalts weiterhin über deine bestehende Versicherung ausreichend krankenversichert bist oder ob zusätzlich eine Auslandsversicherung sinnvoll ist. Je nach Situation können auch Themen wie Unfall- oder Haftpflichtversicherung wichtig werden, du solltest überprüfen, ob diese Versicherungen auch in Norwegen ihre Gültigkeit behalten.

Auch beim Bezahlen vor Ort lohnt sich Vorbereitung. In Norwegen wird im Alltag fast ausschließlich mit Karte oder Handy bezahlt, Bargeld spielt kaum eine Rolle. Gerade deshalb solltest du vorher bei deiner Bank nachfragen, ob es Gebühren für Kartenzahlungen oder Abhebungen im Ausland gibt. Mit einer deutschen Karte funktioniert das Bezahlen meist problemlos, aber mögliche Auslandseinsatzgebühren solltest du kennen, damit es keine böse Überraschung gibt.

Sprache: Weniger Druck, als du denkst

Vor der Fremdsprache haben viele erstmal Respekt, aber in Norwegen ist das viel entspannter, als man denkt. Fast alle Menschen sprechen dort sehr gut Englisch, auch im Alltag. Du musst also keine großen Norwegischkenntnisse vorweisen, um dich zurechtzufinden oder im Betrieb klarzukommen. Gerade am Anfang ist Englisch völlig ausreichend. Trotzdem ist es natürlich hilfreich, ein paar norwegische Wörter und einfache Sätze zu lernen. Das zeigt Interesse am Land.