In den deutschen Handelsstatistiken rutscht Norwegen 2024 im Vergleich zu den Vorjahren leicht nach hinten. Über einen längeren Zeithorizont betrachtet zeigt sich jedoch: Der Handel zwischen den beiden Ländern ist nach wie vor auf historisch hohem Niveau.
Ein Frachtzug am Kieler Hafen. Dieser spielt im deutsch-norwegischen Güterverkehr und somit für den Handel zwischen den beiden Ländern eine wichtige Rolle. Bild: AdobeStock
Das Deutsche Statistische Bundesamt DeStatis hat Zahlen zum Handel 2024 veröffentlicht. Die Importe aus Norwegen sind, finanziell gesehen und verglichen zu 2023, leicht zurückgegangen – laut DeStatis um rund elf Prozent. Mitte Januar hatte das Norwegische Statistische Amt SSB* bereits seine Zahlen vorgelegt. DeStatis beziffert die Importe aus Norwegen im Jahr 2024 mit einer Gesamtsumme von 27,3 Mrd. EUR. Damit macht das skandinavische Land etwa 2,1 % der deutschen Gesamtimporte 2024 von rund 1,3 Billionen EUR aus.
In den Top 20 der Lieferländer
Trotz des finanziellen Import-Rückgangs konnte Norwegen seinen Platz im Ranking der Länder, aus denen die Bundesrepublik importiert, verteidigen. Das Land stand vergangenes Jahr wie schon 2023 auf Platz 14. Im Rekordjahr 2022 schaffte es Norwegen, aufgrund der angespannten Situation auf dem Gasmarkt, auf den 7. Platz. Länder wie die USA, China, die Niederlande oder Frankreich führen die Liste an.
Einen kleinen Anstieg gab es hingegen bei den deutschen Exporten nach Norwegen: Das skandinavische Land rückte 2024 in der Liste der deutschen Ausfuhrländer vom 31. auf den 29. Platz vor. Für 9,8 Mrd. EUR exportierte Deutschland vergangenes Jahr laut DeStatis Waren nach Norwegen. 2023 waren es 9,1 Mrd. EUR. Das skandinavische Land bleibt für die Exportnation Deutschland aber ein vergleichsweise kleiner Player – die Ausfuhren nach Norwegen machten 2024 nur etwa 0,6 Prozent des deutschen Gesamtexports von über 1,5 Billionen EUR aus.
Handel ging leicht zurück
Das deutsch-norwegische Handelsvolumen 2024 beläuft sich laut DeStatis somit auf rund 37,1 Mrd. EUR. Verglichen zum Vorjahr ist das ein kleiner Rückgang um 2,6 Mrd. EUR oder rund 6,5 Prozent. Norwegen rutscht damit vom 18. auf den 20. Platz in der Liste der größten deutschen Handelspartner und liegt nun knapp hinter Dänemark und vor Irland. Aus Sicht von Norwegen ändert sich jedoch nichts: Trotz des leicht gesunkenen Handelsvolumens bleibt Deutschland Norwegens größter Handelspartner.
Das deutsch-norwegische Handelsvolumen ist in den vergangenen beiden Jahren zwar gesunken, es liegt im historischen Vergleich aber nach wie vor hoch. In den Jahren vor Corona befand es sich relativ konstant bei etwas über 20 Mrd. EUR. Besonders die deutschen Importe aus Norwegen sind inzwischen stark gestiegen – die Bundesrepublik ersetzt seit 2022 einen wesentlichen Teil ihrer russischen Gasimporte mit Lieferungen aus Norwegen.
Weitere Zahlen zum deutschen Handel gibt es auf der Webseite der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).
*Die norwegischen Zahlen weichen meist leicht von den Deutschen ab. Mögliche Gründe dafür sind unter anderem kleine Unterschiede in den Berechnungsgrundlagen der Währungskurse sowie Rundungsdifferenzen.
