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Norwegen erhöht die CO2-Steuer und verspricht sich davon mindestens 35 Milliarden NOK. Diese sollen als staatliche Unterstützung für schwimmende Offshore-Windkraftanlagen bereitgestellt werden. Wann das Geld fließen wird, ist jedoch unklar.
Die norwegische Regierung und die Sozialistische Linkspartei (SV) haben sich auf einen überarbeiteten Staatshaushalt und im Rahmen dessen auf einen politischen Meilenstein geeinigt, um die Entwicklung der Offshore-Windenergie zu beschleunigen. Durch eine Erhöhung der CO2-Steuer sollen 35 Milliarden NOK an staatlichen Beihilfen für den Ausbau von schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen bereitgestellt werden, die wiederum Öl- und Gasplattformen mit grünem Strom versorgen sollen.
Gegenüber NRK, dem Norwegischen Rundfunk, sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre: „Es ist ein Vorstoß für die Offshore-Windenergie, der es ermöglichen wird, mehr Strom nach Norwegen zu bringen, aber auch unsere Anlagen auf dem Schelf, die Ölplattformen, zu elektrifizieren, sodass die Emissionen reduziert werden, ohne die Energiebilanz an Land zu beeinträchtigen.“
Vereinbarung zur Offshore-Windenergie
Das Ziel ist eine Energiepartnerschaft mit der Öl- und Gasindustrie, um weitere Emissionsreduzierungen in der Industrie und die im Ölsteuerpaket beschlossenen Klimaziel für 2030 zu erreichen. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Öl- und Gasindustrie durch eine Erhöhung der CO2-Steuer auf dem Schelf bis 2030 mehr zur Finanzierung der schwimmenden Offshore-Windenergie beiträgt als heute.
Darüber hinaus fordert das norwegische Parlament (Stortinget) die Regierung auf, im Jahr 2025 Gebiete für die Offshore-Windenergie auszuweisen, die Parks mit einer installierten Leistung von insgesamt mindestens 5-10 TWh ermöglichen. In diesem Zusammenhang fordert das Storting, dass die Regierung im Staatshaushalt 2025 ein ehrgeiziges Förderprogramm für schwimmende Offshore-Windgebiete in Vestavind B und Vestavind F vorschlägt. Das Förderprogramm wird sich auf mindestens 35 Mrd. NOK belaufen und soll wesentlich zur Entwicklung der schwimmenden Offshore-Windenergie, zur Elektrifizierung von Erdölanlagen und zur Sicherung des Energiegleichgewichts auf dem Festland beitragen.
Offen bleibt, wie viele der 35 Milliarden NOK an staatlichen Beihilfen, die jetzt zurückgestellt wurden, bereits im nächsten Jahr an die Ölgesellschaften vergeben werden können.
Offshorebranche begrüßt Maßnahme
Hildegunn T. Blindheim, CEO von Offshore Norway, hält die Haushaltsvereinbarung für einen guten Ausgangspunkt. „Die Elektrifizierung der letzten Projekte auf dem norwegischen Festlandsockel wird zu einer erheblichen Verringerung der Treibhausgasemissionen führen und damit zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Öl- und Gasindustrie und der Arbeitsplätze beitragen“, sagt sie.
Das Storting wird den überarbeiteten Haushalt am Freitag, 19. Juni, dem letzten Tag vor den Sommerferien, verabschieden.
