Ministerrat Jon Hansen: „Die Geschichte mit den schwimmenden LNG-Terminals hat mich am meisten beeindruckt!“

Als Ministerrat für für Wirtschafts- und Industrieförderung hat Jon Hansen an der Königlich Norwegischen Botschaft in Berlin die deutsch-norwegischen Beziehungen in den vergangenen fünf Jahren mitgeprägt. Nun kehrt er zurück nach Oslo, spricht über sein Zeit in Berlin, und sagt, welches deutsch-norwegische Geschäftsfeld in naher Zukunft stark wachsen wird.

Seit fünf Jahren laufen viele Fäden der deutsch-norwegischen Wirtschaftsbeziehungen bei Jon Hansen, Ministerrat an der norwegischen Botschaft und zuständig für Wirtschaft- und Industrieförderung, zusammen. Angefangen vom U-Boot-Deal über den Aufbau von LNG-Terminals bis zur Weltraumkooperation hat er in den vergangenen Jahren alle großen Projekte begleitet. Demnächst wird Jon Hansen nach Oslo in das Außenministerium zurückkehren. Im Interview mit BusinessPortal Norwegen zieht er Bilanz seiner Tätigkeit in Deutschland und der deutsch-norwegischen Zusammenarbeit in schwierigen Zeiten.

Herr Hansen, Sie sind seit fünf Jahren in die deutsch-norwegischen Wirtschaftsbeziehungen involviert. Was war Ihr prägendstes Ereignis in dieser Zeit?

Es ist sehr viel passiert. Die Geschichte mit den schwimmenden LNG-Terminals, also den Terminals für Liquid Natural Gas, Flüssiggas, hat mich am meisten beeindruckt. Um nach dem Stopp der Erdgaslieferungen aus Russland Flüssiggas aus anderen Ländern beziehen zu können, mussten in Deutschland kurzfristig LNG-Terminals sowie die erforderlichen Leitungen gebaut werden. Die entsprechenden Gesetze wurden in Windeseile verabschiedet, im Sommer 2022 begann der Bau der Terminals inklusive Gasleitungen und Infrastruktur. Zu Beginn des Jahres 2023 gingen die ersten zwei LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel in Betrieb. Zwei Spezialschiffe für den Empfang des verflüssigten Erdgases hat die Bundesregierung von dem norwegischen Unternehmen Höegh LNG gechartert. Der norwegische Energiekonzern Equinor hat kurzfristig das verflüssigte Erdgas geliefert. 

Dass alle Beteiligten das Projekt so schnell in einer Zeit umgesetzt haben, in der die Energiekrise auf uns alle lauerte – das war schon ein großartiger Akt des Zusammenspiels zwischen Norwegen, Deutschland und den privaten Wirtschaftsakteuren. Die von Bundeskanzler Scholz versprochene neue Deutschlandgeschwindigkeit haben wir mit dieser Aktion mit zum Leben erweckt. 

Die Geschäftsfelder der deutsch-norwegischen Zusammenarbeit haben sich in den vergangenen Jahren stark erweitert – von Öl und Gas zu Wasserstoff und CCS und nicht zuletzt zur militärischen Zusammenarbeit und zur Raumfahrt. In welchem Bereich sehen Sie das größte Potenzial?

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