Die Urlaubsgewohnheiten der Norweger verändern sich: Neue Zahlen zeigen, ein Wachstum bei Kurzurlauben ins Ausland in 2024 im Vergleich zum Vorjahr von über 24 Prozent. Gleichzeitig haben sich die Ausgaben für kürzere Urlaube seit 2020 verdreifacht.Eine Entwicklung, von der auch deutsche Reiseziele profitieren.
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Für Norweger sind kürzere Städtereisen und verlängerte Wochenenden mit kulturellen Erlebnissen in Deutschland zur Normalität geworden.
Joelle Janz von der Deutsch-Norwegischen Handelskammer
Die Reiselust unter Norwegern wächst
Laut der norwegischen statistischen Zentralbüro SSB wurden 2024 insgesamt 7,23 Millionen Urlaubsreisen ins Ausland unternommen. Das ist ein Anstieg von gut 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch Urlaubsreisen nach Deutschland folgen diesem Trend und stiegen im vergangenen Jahr um 9,2 Prozent – von 283.000 auf 309.000 Reisen. Besonders auffällig ist der Anstieg der Kurztrips, wie Joelle Janz, Abteilungsleiterin für Events und Tourismus bei der Deutsch-Norwegischen Handelskammer, berichtet.
Insgesamt haben Norweger im Jahr 2024 rund 2,35 Millionen kurze Auslandsreisen unternommen. Das ist ein Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist ein deutlich stärkeres Wachstum als bei längeren Auslandsreisen, die im gleichen Zeitraum lediglich um 5,6 Prozent zunahmen.
Auch die deutschen Tourismusbehörden erkennen einen klaren Trend, so Janz: „Es wird deutlich, dass immer mehr Norweger kurze Reisen, mit inhaltlichen Schwerpunkten bevorzugen – ob Städtereise, ein aktives verlängertes Wochenende oder Kulturreise. Dies entspricht dem generellen Reisetrend in Europa. Viele Menschen nehmen lieber häufiger kurze Auszeiten, statt einen langen Sommerurlaub.“
Der größte Anstieg bei Reisen aus Norwegen fand im vergangenen Jahr im Winter und Frühling statt. Das deutet darauf hin, dass viele Deutschland auch außerhalb der Sommersaison erleben möchten.
Steigende Ausgaben für Reisen
Auch finanziell spiegelt sich dieser Trend wider. Laut dem Statistischen Zentralbüro gaben Norweger im Jahr 2024 über 73 Milliarden Kronen für kurze Urlaubsreisen aus. Das ist ein Anstieg um 6,35 Milliarden Kronen gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu 2020 haben sich die Ausgaben damit fast verdreifacht (damals 25 Milliarden Kronen). Die Ausgaben für längere Urlaubsreisen sind im Vergleich dazu nahezu konstant geblieben, mit einem Zuwachs von lediglich 2 Prozent zwischen 2023 und 2024 – auf nunmehr 100 Milliarden Kronen.
Um die Reisekosten in wirtschaftlich unsicheren Zeiten besser im Griff zu haben, entscheiden sich offenbar immer mehr Menschen für kürzere, dafür aber häufigere Reisen. Mit dem zunehmenden Fokus auf kosteneffiziente, kulturell interessante und leicht erreichbare Reiseziele stehen die Chancen gut, dass der Tourismus aus Norwegen nach Deutschland auch 2025 weiter wachsen wird.
Laut dem World Travel Monitor von IPK International gehörte Deutschland im Jahr 2024 weltweit zu den zehn meistbesuchten Ländern und war eines der führenden Ziele für Kulturreisen in Europa.
