Auftrag für Isar Aerospace: Deutsche Rakete soll 2028 zwei norwegische Satelliten ins All bringen

Das deutsche Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace hat eine Vereinbarung mit der Norwegischen Raumfahrtbehörde über den Start von Satelliten vom Andøya Spaceport in Nordnorwegen getroffen. Der erste Teststart einer Rakete ist bereits für Ende März geplant. Dies markiert einen wichtigen Schritt für die norwegische und europäische Raumfahrtindustrie und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Norwegen und Deutschland im Bereich Raumfahrt.

Zwei norwegische Satelliten soll das deutsche Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace 2028 in den Weltraum bringen. Dies hat das Unternehmen mit der Norwegischen Raumfahrtbehörde Norsk Romsenter vergangene Woche vereinbart. Die Satelliten sind Teil des norwegischen Arctic Ocean Surveillance (AOS)-Programms, eines nationalen maritimen Überwachungssystems.

Die Starts werden vom Andøya Spaceport, Norwegens neuem Weltraumbahnhof im Norden des Landes, erfolgen. Isar Aerospace wird dabei die Rakete Spectrum einsetzen – eine 28 Meter lange, zweistufige Flüssigtreibstoffrakete, die laut dem Unternehmen in der Lage ist, eine Last von bis zu 1 000 Kilogramm in eine niedrige Erdumlaufbahn zu tragen.

Christian Hauglie-Hanssen, Geschäftsführer der Norwegischen Raumfahrtbehörde, sagt bei der Vertragsunterzeichnung:

Wir freuen uns auf eine starke Partnerschaft mit Isar Aerospace und darauf, ‚Spectrum‘ in Aktion zu sehen.

Erster Teststart steht kurz bevor

Isar Aerospace ist bereits seit längerer Zeit auf Andøya aktiv und bereitet derzeit seinen ersten Teststart vor, der nun zwischen dem 20. und 30. März stattfinden soll. Der Andøya Spaceport, offiziell eröffnet im November 2023, ist Europas erster kommerzieller Weltraumbahnhof für Kleinsatelliten. Die nun geschlossene Vereinbarung wird es Isar Aerospace ermöglichen, Andøya für den Start von Kleinsatelliten für verschiedene Kunden nutzen. Dies macht den Weltraumbahnhof zu einem wichtigen Standort im europäischen Markt für kommerzielle Raumfahrt.

Daniel Metzler, CEO und Mitbegründer von Isar Aerospace, sagt:

Wir arbeiten gezielt daran, einen unabhängigen Zugang zum Weltraum von Andøya Spaceport aus zu ermöglichen und die nationale sowie europäische Sicherheit und Resilienz zu stärken, indem wir kosteneffiziente und zuverlässige Startdienste anbieten.

Norwegens Rolle als Raumfahrtnation

Norwegen hat in den vergangenen Jahren seine Position in der Raumfahrt gestärkt. Dies insbesondere im Bereich nachhaltige Raumfahrtoperationen und Kleinsatelliten sowie in der Überwachung. Der Andøya Spaceport an der Nordküste des Landes hat eine strategisch günstige Lage für polare und sonnensynchrone Umlaufbahnen. Das macht ihn für europäische Akteure die Alternativen zu bestehenden Startplätzen außerhalb Europas suchen, attraktiv.

Gleichzeitig unterstreicht nun die Zusammenarbeit mit Isar Aerospace die wachsende Bedeutung der deutsch-norwegischen Partnerschaft in der Raumfahrt. Norwegen und Deutschland sind bereits seit den 1970er-Jahren enge Partner in diesem Bereich und arbeiten unter anderem in der European Space Agency (ESA) sowie bei der Entwicklung von Raumfahrttechnologien zusammen. Im Sommer 2024 unterzeichneten die beiden Länder eine gemeinsame Erklärung über deutsche Raketenstarts in Andøya.

Bedeutung für die europäische Raumfahrtindustrie

Die aktuelle Vereinbarung zwischen Isar Aerospace und der Norwegischen Raumfahrtbehörde ist Teil einer größeren Entwicklung, bei der europäische Länder verstärkt auf eigene Satellitentechnik und -Systeme setzen. Mit der steigenden Nachfrage nach Kleinsatelliten, geopolitischer Unsicherheit und wachsendem Bewusstsein für die Bedeutung weltraumgestützter Dienste wird es für Europa immer wichtiger, eigene Startplattformen zu haben.

Isar Aerospace, der Andøya Spaceport und die Norwegische Raumfahrtbehörde zeigen, wie deutsch-norwegische Kooperationen zur Entwicklung neuer Lösungen für die Raumfahrtindustrie beitragen können. Mit dieser Vereinbarung machen beide Länder einen weiteren Schritt, um Europas Zugang zum Weltraum zu eigenen Bedingungen zu sichern.

–> Weitere Informationen zu Entwicklungen, Schlüsselakteuren und Möglichkeiten in der bilateralen Raumfahrtzusammenarbeit finden Sie im Space Report der AHK Norwegen.

–> Wir planen eine Studienreise zum Andøya Spaceport im Herbst 2025. Informationen dazu werden in den kommenden Wochen auf unserer Website veröffentlicht.