Die norwegische Enova investiert in Wasserstoff und vergibt finanzielle Unterstützung in mehr als 777 Mio. NOK (rd. 66,5 Mio. Euro) für fünf Projekte zur Wasserstofferzeugung in Norwegen. Als Teil des Ministeriums für Klima und Umwelt soll die staatliche Energieagentur dazu beitragen, Norwegens Klimaverpflichtungen zu erfüllen und den Übergang zu einer emissionsarmen Gesellschaft zu unterstützen. Die Investitionsförderungen erfolgen im Rahmen des Förderprogramms „Wasserstoffproduktion für den Seeverkehr 2027“. Ziel ist es, die ersten funktionierenden Wertschöpfungsketten für Wasserstoff als Kraftstoff im maritimen Sektor in Norwegen zu realisieren – als Sprungbrett für weitere Entwicklungen.
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Subventionen für eine nachhaltige Wertschöpfungskette
Wenn es darum geht, den Markt für Wasserstoff zu etablieren, ist oft von einem „Henne-Ei-Problem“ die Rede: Produktion und Marktnachfrage müssen quasi gleichzeitig erfolgen, da die Wasserstoffproduktion vor allem in der Anfangsphase weitaus kostspieliger ist als die traditionellen fossilen Brennstoffe. Daher sind Subventionen notwendig, um eine nachhaltige Wertschöpfungskette für Wasserstoff zu schaffen. In Norwegen verwaltet die staatliche Energieagentur Enova über 6,3 Milliarden NOK (rd. 540 Mio. Euro) für grüne Investitionen. Im Rahmen des Wettbewerbs „Hydrogen production for maritime transport 2027“ können Unternehmen bis zu 80 Prozent der Investitionskosten für die Herstellung von Wasserstoff als Kraftstoff für den maritimen Sektor erhalten. Durch Investitionen in Wasserstoffprojekte in der Startphase will Enova erreichen, dass die Unternehmen eine vollständige Wasserstoff-Wertschöpfungskette aufbauen. Die verbesserten Marktbedingungen sollen dann eine rentable Produktion ohne staatliche Subventionierung möglich machen.
Im Rahmen eines Seminars zum emissionsfreien Seeverkehr hat Enova Anfang November die Gewinner des Wettbewerbs zur Investitionsförderung bekannt gegeben. Fünf Projekte, die sich auf drei Wettbewerbsgebiete auf der Grundlage der norwegischen Strompreisregionen verteilen, haben die Unterstützung von Enova erhalten.
Diese Projekte erhalten von Enova Unterstützung von insgesamt über 777 Mio. NOK:
– Wasserstoffanlage in Slagentangen in Vestfold –> GreenH. in Zusammenarbeit mit Grieg Edge und Esso Norge. Höhe der Finanzierung: 144,11 Mio. NOK, Produktionskapazität: 10 MW.
– Wasserstoffanlage in Egersund in Rogaland –> Kaupanes Hydrogen, Eigentum von Hydrogen Solutions, Dalane Energi und Eigersund Næring og Havn. Höhe der Subvention: 206 Mio. NOK., Produktionskapazität: 20 MW (produziert bereits 1 MW und wird aufgestockt)
– Wasserstoffanlage in Florø in Westnorwegen –> HyFuel, Eigentum von Hydrogen Solutions, Fjord Base und Sogn og Fjordane Energi. Höhe des Zuschusses: 180 Mio. NOK., Produktionskapazität: 20 MW.
– Wasserstoffanlage in Kristiansund in Møre og Romsdal –> GreenH. Höhe des Zuschusses: 118,66 Mio. NOK, Produktionskapazität: 10 MW.
– Wasserstoffanlage in Bodø in Nordland –> GreenH. Höhe des Zuschusses: 128,65 Mio. NOK.
Die Gesamtproduktionskapazität der Projekte liegt bei 120 Megawatt (MW) bzw. 40 Tonnen Wasserstoff pro Tag. Wenn die Projekte realisiert werden, tragen sie dazu bei, Emissionen in Höhe von bis zu 200.000 Tonnen CO2 pro Jahr zu reduzieren. Das entspricht 5,5 Prozent der norwegischen Emissionen aus Schifffahrt und Fischerei. Durch die nun erteilte finanzielle Unterstützung rechnen die beteiligten Firmen damit, dass ein ausgereifter Markt fünf bis zehn Jahre früher zustande kommt

