So werden die drei Gebäude des Rechenzentrums aussehen. Bild: KMW, TTSP HWP
Beide Unternehmen teilen sich das Großprojekt zu 50 Prozent. Drei Gebäude und 18 000 Quadratmeter wird das neue Rechenzentrum bei Fertigstellung umfassen und vollständig mit erneuerbarer Energie laufen.
Während des Spatenstichs an diesem lauen Herbsttag in Mainz fehlte es an nichts: Hochrangige Gäste aus Wirtschaft und Politik, Reden mit festlicher Atmosphäre, und eine eingemauerte Zeitkapsel – etwas Großes soll auch groß gefeiert werden. Und das hier wird sehr groß: In Mainz lassen die deutsche Firma KMW (Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG) und die norwegische Green Mountain Data Centers das FRA1-Mainz entstehen – ein Rechenzentrum bestehend aus drei Gebäuden, die zukünftig auf 18.000 Quadratmetern Whitespace 80 MW Gesamtleistung zur Verfügung stellen.
KMW und Green Mountain haben dazu die Rechenzentrumsgesellschaft Green Mountain KMW Data Center GmbH gegründet und sind jeweils mit 50% daran beteiligt. Das erste Gebäude mit 18 MW soll im ersten Quartal 2025 fertiggestellt werden.
Zu 100% grüner Strom
Das Rechenzentrum wird vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben. Es wird effizient durch den Rhein gekühlt, die Abwärme wandert in das bestehende Fernwärmenetz der Stadt Mainz. So können bis zu 60 MW gewonnen werden, was der Wärmeversorgung von circa 20.000 Haushalten sowie des Fußballstadions des Bundesligisten FSV Mainz 05 und des Mainzer Doms entspricht. Und auch im Notfall bleibt das Rechenzentrum vergleichsweise sauber: Die nahegelegenen Gaskraftwerke der KMW werden die Notstromversorgung des Komplexes sicherstellen – dieselbetriebene Generatoren sind somit überflüssig.
Etwas, was das Rechenzentrum zusätzlich auszeichnet, ist sein Standort: Mit nur 30 Kilometern Entfernung zum Frankfurter Internetknoten DE – CIX (Deutsche Commercial Internet Exchange), bietet es für seine Nutzer einen strategischen Vorteil: Mit mehr als 16 Terabit pro Sekunde Peak Traffic und einer Erreichbarkeit von über 1.000 lokalen, regionalen und globalen Netzwerken, ist DE-CIX Frankfurt der weltweit führende Internet-Exchange.
„Ein Motor für unsere Wirtschaft“
In der Stadt Mainz ist man stolz auf das Projekt. Der Oberbürgermeister Nino Haase sagt: „Das neue Rechenzentrum in Mainz ist ein Motor für unsere digitale Infrastruktur und Wirtschaft.“ Svein Atle Hagaseth, CEO von Green Mountain, bezeichnete das neue Rechenzentrum beim Spatenstich als „einen großen Meilenstein“ in der Geschichte des Unternehmens.
Auch die Klimaschutzministerin von Rheinland-Pfalz, Katrin Eder, wohnte dem Anlass bei. Sie sieht das grüne Rechenzentrum als “ein Leuchtturmprojekt” für das Bundesland. „Es zeigt, dass wir unsere Umweltziele auch durch partnerschaftliche Zusammenarbeit und technische Innovationen erreichen können.“
Michael Kern, der Geschäftsführer der AHK Norwegen war ebenfalls zum Anlass eingeladen – Green Mountain ist ein Mitgliedunternehmen der Handelskammer. Er sagt: „Dieses bilaterale Projekt zeigt, dass digitales Knowhow aus Norwegen im deutschen Markt gefragt ist. Dieser weist einen Bedarf an Großprojekten wie dem FRA1-Mainz auf, was wiederum für norwegische Unternehmen attraktiv ist.“
Quellen:
https://www.de-cix.net/de/standorte/frankfurt
https://greenmountain.no/introducing-fra1-mainz/
https://greenmountain.no/green-mountain-and-kmw-breaks-ground-on-data-center/

