Der deutsche Investmentmanager Luxcara und das norwegische Unternehmen GreenH haben eine endgültige Investitionsentscheidung in Höhe von knapp 103 Mio. Euro für den Bau einer Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff in Langstranda, Bodø, getroffen. Der Wasserstoff aus der Anlage soll unter anderem für zwei neue wasserstoffbetriebene Fähren auf der Strecke Bodø–Lofoten genutzt werden. Sowohl die Fähren als auch die Anlage sollen bereits im nächsten Jahr in den kommerziellen Betrieb gehen.
Die Elektrolyseanlage wird ab 2026 zwei neue Fähren mit Wasserstoff versorgen. Bild: Bodø Green Hydrogen Project / Luxcara
Bald geht es mit Wasserstoffantrieb von Bodø auf die Lofoten-Inseln und wieder zurück: Luxcara und GreenH bauen eine Wasserstoff-Produktuionsanlage, welche ab 2026 die neuen Wasserstoff-Fähren auf der Linie versorgt. Mit einer jährlichen Produktionskapazität von 3.100 Tonnen grünem Wasserstoff wird die Elektrolyseanlage eine der größten in Europa sein. Zudem wird sie als erste Anlage in Nordeuropa unter Druck stehenden Wasserstoff direkt an maritime Schiffe liefern. Dies ermöglicht durch einen Tiefwasserhafen, der neben der Wasserstoffanlage gebaut wird.
Kapazität wird nochmal erhöht
Die Wasserstoffanlage befindet sich bereits im Bau. In der ersten Phase wird sie über eine Elektrolysekapazität von 20 MW verfügen, die in Phase zwei um weitere 10 MW erhöht wird. Laut GreenH wird das Projekt 10–30 neue Arbeitsplätze in Bodø schaffen. Darüber hinaus wird es weitere positive Auswirkungen auf die Region haben: Der bei der Produktion entstehende Sauerstoff wird an die Aquakulturbranche verkauft, und die Abwärme aus der Produktion wird in Fernwärmeanlagen integriert.
Die finanzielle Grundlage des Projekts wurde 2024 gesichert. Die Vermögensverwalter Luxcara und SWEN Capital Partners kauften Anteile an GreenH AS und wurden Minderheitsaktionäre. Luxcara wurde zudem Mehrheitsaktionär der Tochtergesellschaft GreenH Bodø AS. Eine finanzielle Förderung in Höhe von rund 11 Mio. Euro durch Enova war ebenfalls entscheidend für die Realisierung des Projekts.
Die größten Wasserstoff-Fähren der Welt
Der Liefervertrag für Wasserstoff mit dem Fährbetreiber Torghatten Nord wurde 2023 unterzeichnet und läuft bis 2040. Die beiden wasserstoffbetriebenen Fähren befinden sich derzeit im Bau und sollen auf der Strecke Bodø–Lofoten eingesetzt werden. Nach ihrer Fertigstellung werden sie die größten wasserstoffbetriebenen Fähren der Welt sein und eine Kapazität von bis zu 120 Autos haben. Diese hohe Kapazität ist besonders wichtig, da die Strecke Bodø–Lofoten mit über 90 km die längste Fährverbindung Norwegens ist. Laut der norwegischen Straßenverwaltung (Statens vegvesen) werden die neuen Fähren jährlich 26.500 Tonnen CO₂ einsparen.
Luxcaras Investmentchef Halvor Nessen hat großes Vertrauen in das Projekt:
„Das Bodø-Projekt verfügt über alle Schlüsselelemente, die für ein erfolgreiches grünes Wasserstoffprojekt erforderlich sind!“
Das seien ein starkes und engagiertes gemeinsames Team von Luxcara und GreenH, die Nähe zu lokaler Nachfrage – wie dem Fährbetreiber Torghatten Nord – sowie Zugang zu günstiger und stabiler erneuerbarer Energie, sagt er in einer Pressemitteilung von GreenH. Die Möglichkeit, mit Abwärme und Sauerstoff zusätzliches Einkommen zu generieren, schaffe einen weiteren Mehrwert. „Es sind bahnbrechende Projekte wie dieses, die die erste Welle erfolgreicher grüner Wasserstoffprojekte ermöglichen werden“, ist er überzeugt.
