In unserer Reihe über die deutschen Honorarkonsulinnen und -konsuln in Norwegen werfen wir heute einen Blick nach Bodø: Hege Alst ist dort seit 2008 Honorarkonsulin, in ihrem Hauptberuf ist sie als Kieferorthopädin tätig. Das ist eine Kombination, die spannende Einblicke in ihr vielseitiges Leben bietet.
Von Kindheit an mit Deutschland verbunden
Die Verbindung zu Deutschland und das Amt der Generalskonsulin wurden Hege Alst in die Wiege gelegt. Ihr Vater studierte in Deutschland und war später beruflich eng mit dem Land verbunden. „Wir verbrachten die meisten Sommerferien als Kinder auf Autoreisen durch Deutschland und Österreich. Das hat meine Begeisterung für Deutschland nachhaltig geprägt“, erzählt Alst. Aufgrund dieser Affinität nutzte Alst zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn die Chance und absolvierte ihr Zahnmedizinstudium in Homburg im Saarland. Dort lernte sie auch ihren Ehemann kennen, was die persönlichen Bande zu Deutschland weiter vertiefte.
Ein Amt mit Verantwortung und Herz
Auch mit dem Amt der Honorarkonsulin trat sie in die Fußstapfen ihres Vaters. Dieser hatte die Position bis 2008 inne. „Es war eine große Ehre, gefragt zu werden, ob ich das Amt übernehmen möchte. Es ist eine vielseitige und interessante Aufgabe“, sagt Alst. Ihre Tätigkeit reicht von der Unterstützung bei alltäglichen Anliegen wie Passangelegenheiten und Erbschaftsfragen bis hin zu emotional herausfordernden Situationen. „Es kann alles dabei sein: von Todesfällen auf den Hurtigruten bis zu abgebrannten Wohnmobilen auf den Lofoten. In solchen Momenten ist es wichtig, sowohl sprachlich als auch menschlich zu unterstützen.“
Zur Serie: Deutsche Honorarkonsuln in Norwegen
Deutsche Honorarkonsuln übernehmen in Norwegen eine vielseitige Rolle. Ehrenamtlich bieten sie konsularische Dienste an, vertreten Deutschland bei offiziellen Anlässen und fördern die deutsch-norwegische Zusammenarbeit – sei es wirtschaftlich oder kulturell. Für deutsche Staatsbürger im Ausland bieten sie direkte Anlaufstellen und helfen, den langen Weg zu Botschaften zu umgehen. Besonders in einem flächenmäßig großen Land wie Norwegen ermöglichen Honorarkonsuln durch ihre lokale Verankerung schnelle Unterstützung und tragen zur Stärkung der deutsch-norwegischen Freundschaft bei.
Besonders bewegend sind für sie Fälle, in denen sie Angehörige nach einem Todesfall betreut oder Patienten im Krankenhaus beisteht. „Gerade dann spürt man, wie wichtig diese Arbeit ist und wie dankbar die Menschen für die Hilfe sind.“ Ein weiterer Bonus ist für sie die Möglichkeit, durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit so viele neue Menschen kennen zu lernen.
Bodø im Wandel: Kulturhauptstadt und mehr
Neben ihrer Konsulatsarbeit ist Hege Alst in ihrer Praxis im Herzen von Bodø als Kieferorthopädin tätig. „Mit Blick auf die Verbindungen zu Wirtschaft, Handel und Kulturinstitutionen ist es vielleicht eine etwas ungewöhnliche Tätigkeit für eine Honorarkonsulin. Aber es zeigt, wie vielseitig dieses Amt besetzt werden kann“, sagt sie und schmunzelt.
Vielseitigkeit und eine spannende Entwicklung zeigt auch Bodø: Als Kulturhauptstadt Europas 2024 stand die Stadt 12 Monate lang im Fokus. „Bodø entwickelt sich rasant weiter: Wir bekommen eine neue NATO-Bereitschaftsbasis, eine internationale Schule entsteht, und es gibt spannende Projekte im Bereich Wasserstoffforschung und -produktion. Und natürlich haben wir Norwegens bestes Fußballteam!“ fügt sie nicht ohne Stolz hinzu.
Zwischen medizinischem Alltag und diplomatischer Verantwortung beweist Hege Alst somit, dass das Engagement für die deutsch-norwegischen Beziehungen in vielen Facetten gelebt werden kann.
Monika Raab ist deutsche Honorarkonsulin in der Finnmark, im hohen Norden Norwegens. Hier erzählt sie, wie es dazu kam und welche Aufgaben und Herausfroderungen sie in diesem Ehrenamt erlebt.
Teil 2: Honorarkonsul Peter Schwarz im Dienste der deutsch-norwegischen Freundschaft
Peter Schwarz ist seit Oktober 2023 Honorarkonsul in Stavanger und setzt sich für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen ein. Er hilft nicht nur Deutschen Staatsbürgern bei konsularischen Angelegenheiten weiter, sondern engagiert sich auch kulturell – etwa in der Organisation eines Literaturfestivals.

