Angefangen hat alles mit einem Auslandsemester und einem Sommerjob in Norwegen: Monika Raab ist deutsche Honorarkonsulin in der Finnmark, im hohen Norden Norwegens. Hier erzählt sie, wie es dazu kam und welche Aufgaben und Herausfroderungen dieses Ehrenamt mit sich bringt. Dieser Artikel ist der Erste einer Serie, in der wir die deutschen Honorarkonsuln in Norwegen vorstellen.
Bild: Privat / AdobeStock
Monika Raab hat seit 2007 die Position der Honorarkonsulin im norwegischen Kirkenes inne und engagiert sich intensiv für die deutsch-norwegischen Beziehungen. In ihrer Funktion betreut sie deutsche Staatsbürger, organisiert kulturelle und wirtschaftliche Projekte und ist bei offiziellen Anlässen vor Ort. Ursprünglich als Tourismusmanagerin in Norwegen gestartet, vereint Raab heute ihre berufliche Erfahrung im nachhaltigen Tourismus mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, was ihren Einsatz für die Region Finnmark und deutsche Bürger in Norwegen besonders prägt.
Zuerst ein Auslandsemester
Eigentlich hatte Raab nicht geplant, dauerhaft in Norwegen zu leben. Jedoch entwickelte sie eine tiefe Bindung zu Land und Leuten, weshalb sie sich um einen Job vor Ort bemühte: „Bereits während meines Geografiestudiums in Heidelberg kam ich für ein Auslandssemester nach Bergen und kehrte mehrfach als Reisebegleiterin nach Norwegen zurück. 2001 bewarb ich mich dann für einen Sommerjob in der Touristen-Information in Kirkenes – und ging nicht mehr fort,“ erinnert sich Raab.
Zur Serie: Deutsche Honorarkonsuln in Norwegen
Deutsche Honorarkonsuln übernehmen in Norwegen eine vielseitige Rolle. Ehrenamtlich bieten sie konsularische Dienste an, vertreten Deutschland bei offiziellen Anlässen und fördern die deutsch-norwegische Zusammenarbeit – sei es wirtschaftlich oder kulturell. Für deutsche Staatsbürger im Ausland bieten sie direkte Anlaufstellen und helfen, den langen Weg zu Botschaften zu umgehen. Besonders in einem flächenmäßig großen Land wie Norwegen ermöglichen Honorarkonsuln durch ihre lokale Verankerung schnelle Unterstützung und tragen zur Stärkung der deutsch-norwegischen Freundschaft bei.
2007 begann Raab ihren Job als Geschäftsführerin bei der Reiseagentur „BOOKING KIRKENES – Pasvikturist AS“, die sich auf nachhaltigen Tourismus in der Region Finnmark spezialisiert hat. Seit 2021 leitet sie die Agentur als Inhaberin und leistet so einen wichtigen Beitrag zum Lokaltourismus. Denn der hohe Norden ist schon lange als beliebtes Reiseziel bekannt. Im Jahr 2022 trug die Tourismusbranche mit 353 Milliarden NOK einen Anteil von sechs Prozent am Bruttoinlandsprodukt bei. Somit gilt der Fremdenverkehr als ein wichtiger Wirtschaftszweig Norwegens.
Grösste Touristengruppe
Mit 2,3 Millionen Besuchern machte Deutschland 2023 den größten Anteil ausländischer Touristen in Norwegen aus – daher ist Raabs Herkunft ein großer Vorteil. Diese Verwurzelung motiviert sie auch in ihrer Rolle als Honorarkonsulin:
„Ich habe in Deutschland Familie und bin stolz auf meine Herkunft. Darum helfe ich gerne Deutschen in Norwegen oder vermittle Kultur und Sprache.“
Ihre ehrenamtlichen Aufgaben umfassen vor allem die Unterstützung deutscher Staatsbürger bei konsularischen Dienstleistungen wie Kinderpassbeantragungen oder Beglaubigungen. Aufgrund der geographischen Lage nehmen Menschen oft weite Wege auf sich, um diese Dienste in Anspruch zu nehmen. Im Schnitt betreut sie ein bis zwei Fälle pro Woche und vertritt Deutschland bei offiziellen Anlässen in der Region. Ein besonders schönes Beispiel deutsch-norwegischer Zusammenarbeit war der Bau des Krankenhauses in Kirkenes, bei dem sie als Vermittlerin für die beteiligte deutsche Firma konsultiert wurde. Dabei empfindet sie die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern als problemlos, da die kulturellen Unterschiede sehr gering sind.
Ein Amt mit Herausforderungen
Das Ehrenamt bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich: „Emotional fordernd waren vor allem zwei unerwartete Trauerfälle, bei denen ich die deutschen Familien betreut habe,“ erklärt Raab. „Das geht an meine Grenzen, da ich keine Ausbildung zur Seelsorgerin habe.“ Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, in schwierigen Situationen vor Ort zu sein und Menschen in herausfordernden Lebenslagen in der Muttersprache unterstützen zu können.
So steht Monika Raab als Honorarkonsulin nicht nur deutschen Staatsbürgern zur Seite, sondern stärkt durch ihre Arbeit aktiv die deutsch-norwegischen Beziehungen. Sie ist eine wahre Brückenbauerin zwischen Deutschland und Norwegen und zeigt, wie ehrenamtliches Engagement internationale Partnerschaften fördern kann.
Quellen:
https://www.statista.com/topics/6784/tourism-in-norway/#topicOverview

Teil 2: Honorarkonsul Peter Schwarz im Dienste der deutsch-norwegischen Freundschaft
Peter Schwarz ist seit Oktober 2023 Honorarkonsul in Stavanger und setzt sich für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen ein. Er hilft nicht nur Deutschen Staatsbürgern bei konsularischen Angelegenheiten weiter, sondern engagiert sich auch kulturell – etwa in der Organisation eines Literaturfestivals.

Teil 3: Honorarkonsulin Hege Alst: Menschlich und verantwortungsvoll
In unserer Reihe über die Honorarkonsulinnen und -konsuln werfen wir auch einen Blick nach Bodø. Hege Alst ist dort seit 2008 Honorarkonsulin, in ihrem Hauptberuf ist sie als Kieferorthopädin tätig. Das ist eine Kombination, die spannende Einblicke in ihr vielseitiges Leben bietet.
