Honorarkonsul Peter Schwarz im Dienste der deutsch-norwegischen Freundschaft

Peter Schwarz ist seit Oktober 2023 Honorarkonsul in Stavanger. In seinem Amt setzt er sich für die kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen ein. Durch seine deutsch-norwegischen Wurzeln ist Schwarz seit Kindheitstagen eng mit beiden Ländern verbunden. Beruflich als Kommunikationsdirektor tätig, nutzt er seine Rolle als Konsul, um Familien bei Passangelegenheiten zu unterstützen und Kontakte zwischen wirtschaftlichen und kulturellen Akteuren zu knüpfen.

Schwarz bringt eine besondere Perspektive in seine Arbeit ein: Als Sohn eines deutschen Vaters und einer norwegischen Mutter ist er seit Kindheitstagen eng mit beiden Ländern verbunden. „Bereits mein Vater war in der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft aktiv, was diese Bindung zusätzlich gestärkt hat,“ erzählt Schwarz. Auch heute noch besucht er Deutschland regelmäßig mit seinem Ehemann und der gemeinsamen fünfjährigen Tochter.

Zur Serie: Deutsche Honorarkonsuln in Norwegen
Deutsche Honorarkonsuln übernehmen in Norwegen eine vielseitige Rolle. Ehrenamtlich bieten sie konsularische Dienste an, vertreten Deutschland bei offiziellen Anlässen und fördern die deutsch-norwegische Zusammenarbeit – sei es wirtschaftlich oder kulturell. Für deutsche Staatsbürger im Ausland bieten sie direkte Anlaufstellen und helfen, den langen Weg zu Botschaften zu umgehen. Besonders in einem flächenmäßig großen Land wie Norwegen ermöglichen Honorarkonsuln durch ihre lokale Verankerung schnelle Unterstützung und tragen zur Stärkung der deutsch-norwegischen Freundschaft bei.

Beruflich ist Schwarz als Kommunikationsdirektor bei Harbour Energy tätig. Einem Unternehmen im Öl-, Gas- und Kohlenstoffspeichersektor. Gerade dieser Bereich sticht besonders in den Handelsbeziehungen beider Länder hervor. So bezog Deutschland 2023 die Hälfte seiner gesamten Gasimporte aus Norwegen. Im Gegenzug gilt Deutschland mit 356 Milliarden NOK im Jahr 2023 als wichtigster Handelspartner Norwegens.

Ehrenamt stärkt Verbindungen

Das Ehrenamt ermöglicht es Schwarz, den Kontakt zur deutschen Sprache zu halten und zu stärkeren Verbindungen beider Nationen beizutragen. Dies verlangt eine gute Koordination zwischen Beruf, Familie und konsularischen Aufgaben. Aber mit klarem Fokus verfolgt er sein Ziel:

„Meine Motivation ist es, die kulturellen und wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Norwegen und Deutschland zu stärken.“

Besonders erfüllt ihn dabei die Unterstützung von Familien, die Pässe für ihre Kinder beantragen. Ein Anliegen, bei dem er ein bis zwei Familien pro Woche helfen kann. Aber auch in dringlichen Fällen zeigt sich die Bedeutung seiner Rolle als Honorarkonsul. So berichtet er von einem deutschen Touristen, der im vergangenen Sommer nach einem Angelausflug vermisst wurde: „In solchen seltenen Fällen kann ich die lokalen Behörden in Zusammenarbeit mit der Botschaft unterstützen. Dabei gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Zum Glück wurde der Vermisste wohlbehalten gefunden.“

Förderung der bilateralen Handelsbeziehungen

Zur Förderung der bilateralen Handelsbeziehungen arbeitet Schwarz eng mit der AHK Norwegen und der deutschen Botschaft in Oslo zusammen. Dazu hat er sowohl an aktuellen Treffen für die Wirtschaftsgemeinschaft in Stavanger als auch Initiativen zur kulturellen Zusammenarbeit mitgewirkt: „Eines der denkwürdigsten Projekte, an denen ich beteiligt war, ist die Zusammenarbeit zwischen dem Kapittel-Literaturfestival und deutschen Kulturinstitutionen. Die Zusammenarbeit hat zur Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg nach Leipzig“ geführt “, berichtet Schwarz. Diese Initiative brachte Autoren und Verleger aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Norwegen zusammen, um in mehr als 20 Veranstaltungen in Stavanger über Literatur und gesellschaftliche Themen zu diskutieren. Laut Schwarz ist sie „ein großartiges Beispiel dafür, wie kultureller Austausch die Bindungen zwischen unseren Ländern stärken kann.“

Beim Betrachten des breiten Portfolios an Aufgaben wird klar, wie bedeutend ehrenamtliche diplomatische Arbeit für die Stärkung internationaler Partnerschaften ist. Peter Schwarz fungiert als Honorarkonsul nicht nur als Anlaufstelle für deutsche Staatsbürger. Sondern er trägt durch seine Arbeit aktiv zur Pflege und zum Ausbau der deutsch-norwegischen Beziehungen bei. So steht sein Engagement nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell wahrhaft im Dienste der länderübergreifenden Freundschaft.

Teil 1: Monika Raab – von der Tourismusmanagerin zur Brückenbauerin zwischen Deutschland und Norwegen

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Teil 3: Honorarkonsulin Hege Alst: Menschlich und verantwortungsvoll

In unserer Reihe über die Honorarkonsulinnen und -konsuln werfen wir auch einen Blick nach Bodø. Hege Alst ist dort seit 2008 Honorarkonsulin, in ihrem Hauptberuf ist sie als Kieferorthopädin tätig. Das ist eine Kombination, die spannende Einblicke in ihr vielseitiges Leben bietet.