Bild: Hystar
Die norwegische Hystar AS hat kürzlich eine bedeutende Partnerschaft mit dem deutschen Industrieingenieurunternehmen thyssenkrupp Automation Engineering bekannt gegeben. Hystar, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von innovativen Elektrolyseuren zur Produktion von grünem Wasserstoff spezialisiert hat, geht durch die Zusammenarbeit einen großen Schritt vorwärts in seinen Expansionsplänen. Der neu vergebene FEED-Vertrag (Front-End Engineering Design) wird die Entwicklung unterstützen. Doch was sind Elektrolyseure, und wie funktionieren sie?
Die Produktion von grünem Wasserstoff voranbringen
Klimaneutral produzierter Wasserstoff wird eine Schlüsselposition im zukünftigen Wirtschaftssystem einnehmen. Als Energiequelle soll er in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, insbesondere wenn Sonnen- und Windenergie nicht verfügbar sind. In der Industrie wird er beispielsweise bei der Stahlproduktion den Kohlenstoff ersetzen und somit erhebliche Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid einsparen.
Für die klimaneutrale Erzeugung des grünen Wasserstoffs dienen Elektrolyseure als Schlüsseltechnologie. Die Anlagen nutzen den Elektrolyseprozess, bei dem elektrischer Strom durch eine wässrige Lösung von Salzen oder Säuren geleitet wird, um gezielt chemische Reaktionen mit den Ausgangsstoffen zu initiieren. Dabei wird elektrische Energie genutzt, um Wasser (H₂O) in Wasserstoff (H₂) und Sauerstoff (O₂) zu zerlegen. Wichtig für das Label als grüner Wasserstoff ist, dass der eingesetzte Strom klimaneutral erzeugt wurde.
Die Rolle der neuen Produktionslinie von Hystar
Der kürzlich vergebene FEED-Vertrag an thyssenkrupp Automation Engineering ist ein strategischer Schritt für Hystar, um seine Produktionskapazitäten erheblich zu erweitern. Diese sollen von einer aktuell installierten Erzeugungsleistung von 100 Megawatt (MW) deutlich auf 4,5 Gigawatt (GW) steigen. Zum Vergleich: Gemäß der überarbeiteten Nationalen Wasserstoffstrategie will die deutsche Bundesregierung bis 2030 eine Elektrolyse-Leistung von zehn Gigawatt (GW) für die Produktion von grünem Wasserstoff in Deutschland aufbauen. Die tatsächliche deutsche Elektrolyse-Kapazität lag im Jahr 2022 bei knapp 0,057 GW oder 57 MW.
Die zur Produktivitätssteigerung notwendige neue GW-Fabrik von Hystar wird in Høvik, Norwegen, auf einer Fläche von nur 2.500 m² entstehen und alle notwendigen Produktionsprozesse wie Stapelmontage, Qualitätskontrolle und Tests umfassen. Durch die Nutzung einer bereits etablierten, hochvolumigen Lieferkette wird das Unternehmen in der Lage sein, seine Produktion schnell zu skalieren und sich an die steigende Nachfrage nach grünem Wasserstoff anpassen zu können.
Auswirkungen und Zukunftsaussichten
Laut einer aktuellen Pressemitteilung betont Fredrik Mowill, CEO von Hystar, die Relevanz des Projektes. So stärkt die Einführung der automatisierten GW-Fabrik die Position des Unternehmens, um effiziente und wettbewerbsfähige Lösungen für großangelegte grüne Wasserstoffprojekte zu bieten. Die neue Produktionslinie soll nicht nur die eigenen Produktionsziele unterstützen, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur globalen Energiewende leisten. Nach Angaben von Michael Menneking, CEO von thyssenkrupp Automation Engineering, ist die Kooperation ein wichtiger Schritt in Hystars Bestreben, zu einem führenden Unternehmen in der Wasserstoffindustrie zu werden. Mit fortschrittlicher Technologie und einer strategischen Partnerschaft wird Hystar in der Lage sein, die Produktion von grünem Wasserstoff auf ein neues Niveau zu heben und somit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen zu leisten.
Quellen:
https://www.iea.org/energy-system/low-emission-fuels/electrolysers
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/wasserstoff-wegweiser-einheiten-100.html
