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Er gilt als die Antwort der EU auf den US-amerikanischen Inflation Reduction Act (IRA): Der europäische Net Zero Industry Act (NZIA). Nun ist er in Kraft getreten. Lesen Sie hier, was das bedeutet.
Ende Juni die neue europäische Netto-Null-Industrie-Verordnung, bekannt als „Net Zero Industry Act“ (NZIA), in Kraft getreten. Dieses Gesetz soll die Produktion von umweltfreundlichen Technologien in Europa stark fördern. Dazu gehören unter anderem Solar- und Windenergie, Batterien und Elektrolyseure. Das Ziel: Bis 2030 sollen mindestens 40 Prozent des Bedarfs an diesen Technologien in der EU selbst produziert werden.
Schnellere Prozesse und technologische Cluster
Im NZIA enthalten sind unter anderem transformative Industrieprozesse in den Anwendungsbereich für die energieintensive Industrie. So können zum Beispiel Stahl- oder Zementproduzenten, die sich um eine Förderung ihrer Transformationsvorhaben hin zu klimafreundlicherer Produktion bewerben, von einer schnellen Antragsprüfung profitieren. Außerdem sollen sogenannte Net Zero Valleys entstehen, die technologisches Clustering forcieren und Ansiedlungen erleichtern und so zur Wettbewerbsfähigkeit des europäischen und deutschen Standorts beitragen sollen.
Als industriepolitisch besonders wertvoll gilt die nun verpflichtende Anwendung von Nachhaltigkeits- und Resilienzkriterien in der öffentlichen Auftragsvergabe sowie bei Teilen der Ausschreibungen im Bereich Erneuerbare Energien (EE). Damit wird die Nachfrage nach Netto-Null-Technologien gestärkt und ein Beitrag zu grünen Leitmärkten der Zukunft geleistet.
NZIA gilt als Antwort der EU auf das US-amerikanische Subventions- und Steuerpaket Inflation Reduction Act (IRA) und Chinas Subventionen unter anderem für Solarzellen und Elektroautos.
Hohe Relevanz für Norwegen
Inwieweit NZIA auch in Norwegen angewandt wird, wird aktuell diskutiert. NZIA ist als EWR-relevant gekennzeichnet. Mehrere der Schlüsselbereiche, wie Offshore-Windenergie, Batterieproduktion, Wasserstoff und CCS, sind norwegische Investitionsbereiche. Besonders bei letzterem wäre die Erdölindustrie im Zuge des Acts gezwungen, ihren Beitrag zu leisten.
Sollte das Gesetz nicht in das EWR-Abkommen aufgenommen werden, gilt Norwegen als Drittland und trägt nicht zu den europäischen Zielen bei. Dies würde die Anreize für Investitionen in Norwegen schwächen, heißt es.
