Die Norwegerinnnen und Norweger haben ein neues Parlament (Storting) gewählt. Nach dem vorläufigen Ergebnis erreichte die sozialdemokratische Arbeiterpartei (Ap) von Ministerpräsident Jonas Gahr Støre 28,2 Prozent der Stimmen. Gemeinsam mit einem rot-grünen Bündnis erhält die Partei eine Mehrheit von 87 der insgesamt 169 Sitze im Parlament. Damit wird Jonas Gahr Støre voraussichtlich Ministerpräsident bleiben. Die rechtsgerichtete Fortschrittspartei (FrP) wurde mit 23,9 Prozent zweit stärkste Kraft, während die bürgerliche Høyre eine historische Niederlage einfuhr. Der Wahl 2025 war ein Wahlkampf vorausgegangen, in dem es keiner schaffte, sich deutlich von den anderen Kandidaten und Kandidatinnen abzusetzen.
Foto: Martin Lerberg Fossum / Statsministerens kontor
Nach dem vorläufigen Endergebnis der Wahlbehörde verfügt das rot-grüne Bündnis aus der Ap, der Sozialistischen Linkspartei, der Zentrumspartei, der Roten sowie der Grünen Partei über eine Mehrheit von 87 Sitzen im norwegischen Parlament. Konkrete Koalitionsverhandlungen stehen nun an. Voraussichtlich werden vor allem die Themen Klima, Energie sowie die Verhältnisse zur EU im Mittelpunkt der Diskussionen stehen . Eine erste Bewährungsprobe werden die Budgetverhandlungen sein. Sollte es Jonas Gahr Støre nicht gelingen, genügend kleinere Parten von einer Zusammenarbeit zu überzeugen, kann er eine Minderheitenregierung bilden. Diese würde dann von den linken Parteien unterstützt.
Das dies nicht immer reibungslos, aber dennoch erfolgreich verlaufen kann, hat Ministerpräsident Gahr Støre bereits in seiner letzten Legislaturperiode bewiesen. Anfang des Jahres 2025 brach die Koalition mit der Zentrumspartei auseinander. Danach und mit der Ernennung von Jens Stoltenberg zum Finanzminister stiegen die Umfragewerte für die Ap wieder, nachdem sie in ein deutliches Tief geraten waren. Noch im Januar lag die Partei bei Umfragen nur bei 18 Prozent. Im Vergleich zur Wahl 2021 legte sie nun 1,9 Prozentpunkte zu.
Historisches Ergebnis für FrP
Auf der Seite der bürgerlichen Parteien waren die Ergebnisse in mehrfacher Hinsicht historisch: Die rechtspopulistische FrP um Sylvie Listhaug erreichte 23,9 Prozent – ein Plus von 12,3 Prozentpunkten – und damit 48 Mandate im Storting. In den Fylke Rogaland, Møre und Romsdal sowie Agder wurde sie stärkste Kraft. Während sie in der Vergangenheit in erster Linie durch migrationsfeindliche Aussagen stand, warb sie in diesem Wahlkampf vor allem für Steuersenkungen und Bürokratieabbau. Die FrP war schon häufiger in politischer Verantwortung und gehörte unter anderem bis 2021 der Regierung Erna Solbergs an. Die bürgerliche Høyre um Solberg erzielte jedoch bei dieser Wahl mit 14,6 Prozent das schlechteste Ergebnis der letzten 20 Jahre. Im Vergleich zur Wahl 2021 bedeutet dies ein Minus von 5,7 Prozentpunkten.
