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Die Anwaltskanzlei SANDS ist eine der führenden Anwaltskanzleien in Norwegen in den Bereichen Fischerei, Aquakultur, Schifffahrt & Offshore und Energie. Mit SANDS Blue betreibt sie ihr eigenes Portal für die Meeresindustrie. Hier berichtet die Kanzlei über die Projekte der staatlichen Organisation Enova im Bereich Wasserstoff und Ammoniak:
Enova hat bisher Projekte im maritimen Sektor mit einem Gesamtbetrag von 2,2 Milliarden Kronen unterstützt. und stärkt erneut Projekte im Bereich Wasserstoff und Ammoniak. Für das Jahr 2024 wurde die Einführung von vier neuen Förderprogrammen angekündigt. Diese ermöglichen es den Akteuren im maritimen Sektor, um Investitionszuschüsse von bis zu 80 % der genehmigten Mehrkosten für ein Projekt zu konkurrieren, was in der Praxis eine Unterstützung von bis zu 300 Millionen Kronen bedeuten kann.
Die Förderprogramme und Enova
Enova ist ein staatliches Unternehmen, das dem norwegischen Klima- und Umweltministerium angehört und an der Umstellung Norwegens auf eine emissionsarme Gesellschaft hinarbeitet. Die Transformation des maritimen Sektors ist eines der prioritären Handlungsfelder des Unternehmens. Am 13. Dezember 2023 kündigte Enova an, die Mittel für die Produktion und Infrastruktur von Wasserstoff und Ammoniak im Jahr 2024 zu erhöhen. Ziel der Maßnahme ist es, die Grundlage für Wasserstoff und Ammoniak als klimafreundliche Lösungen im maritimen Sektor zu schaffen.
Die neu eingeführten Förderprogramme sind:
- «Wasserstoff in Schiffen»
- «Ammoniak in Schiffen»
- «Wasserstoff-Hubs»
- «Ammoniakinfrastruktur»
Ammoniak oder Wasserstoff als Treibstoff für Schiffe
Die beiden Programme „Wasserstoff in Schiffen“ und „Ammoniak in Schiffen“ sind als Unterstützung jener Akteure, die Ammoniak oder Wasserstoff als Treibstoff für Schiffe verwenden möchten, gedacht. Finanzielle Unterstützung wird nur für Projekte genehmigt, die in direktem Zusammenhang mit Schiffen stehen. Die Investitionsförderung erfolgt im Rahmen eines Wettbewerbs gemäß den Bestimmungen der Europäischen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO).
Der Antragsteller muss alle erforderlichen Qualifikationskriterien erfüllen und zusätzlich alle formalen Anforderungen im Zusammenhang mit dem Antrag und dem Antragsverfahren einhalten. Alle Projektanträge, die die Qualifikationskriterien erfüllen, werden nach zwei Bewertungskriterien bewertet:
- Kostenwirksamkeit (Gewichtung 70 %)
- Projektreife (Gewichtung 30 %)
Die Antragsfrist für die Programme „Wasserstoff in Schiffen“ und „Ammoniak in Schiffen“ endet am 15. März 2024 um 12:00 Uhr. Derzeit werden Anträge entgegengenommen. Weitere Informationen zu den Programmen finden Sie auf der Enova-Website.
Produktion und Infrastruktur für Wasserstoff und Ammoniak
Das Programm „Wasserstoff-Hubs“ zielt auf die Produktion und die Bunkerung von Wasserstoff entlang der Küste ab, während sich die „Ammoniakinfrastruktur“ auf die Infrastruktur für die Lagerung und Bunkerung von Ammoniak konzentriert. Beide sind ausgerichtet als Wettbewerb mit Kosteneffizienz als wichtigstes Kriterium.
Die Programmkriterien für „Ammoniakinfrastruktur“ werden im Herbst 2024 zur Stellungnahme von Marktteilnehmern veröffentlicht, während die Programmkriterien für „Wasserstoff-Hubs“ bereits im ersten Quartal 2024 erwartet werden. Die geplante Antragsfrist soll noch im Frühjahr oder frühen Herbst 2024 erfolgen.
Wasserstoff und Ammoniak als Treibstoff
Dem Einsatz von Wasserstoff und Ammoniak als Treibstoff an Bord von Schiffen steht derzeit noch eine Reihe von Herausforderungen im Weg, an deren Lösung die Forschung arbeitet. Unter anderem geht es um folgende Punkte:
- Der Preis: Wasserstoff und Ammoniak sind teurer als fossile Brennstoffe. Darauf hat auch Enova-Chef Nils Kristian Nakstad kürzlich selbst hingewiesen.
- Der Zugang: Die Infrastrukturen für Wasserstoff und Ammoniak entlang der norwegischen Küste stehen noch am Anfang und müssen aufgebaut werden, damit die Logistikkette funktionieren kann.
- Der Transport: Die Fracht von Wasserstoff und Ammoniak über längere Strecken ist schwieriger und erfordert mehr Lagerraum als fossile Brennstoffe. Das verringert das Frachtvolumen und der Schiffe.
- Die Sicherheit: Wasserstoff ist explosions- und brandgefährlich, aber nicht giftig, während Ammoniak ein giftiges sowie explosions- und brandgefährliches Gas ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines Regelwerks für die Lagerung und Handhabung entlang der gesamten Wertschöpfungskette und an Bord der Schiffe. Es wird auch wichtig sein, Fachwissen für den sicheren Umgang mit Ammoniak und Wasserstoff als Treibstoff aufzubauen.
Haben Sie rechtliche Fragen rund um die Themen Shifffahrt, Energie und Offshore in Norwegen. Finden Sie mehr Informationen auf der Webseite von SANDS.

