Die Climeworks-Gründer Dr. Christoph Gebald und Dr. Jan Wurzbacher vor ihrer DAC-Anlage in der Schweiz. Bild: Climeworks
Im Kampf gegen den Klimawandel und den CO2-Ausstoß sind Innovationen und neue Technologien gefragt. Unser Mitglied Climeworks arbeitet an einer Technologie, mit der Kohlendioxid aus Luft absaugt wird. Diese Technologie nennt sich Direct Air Capture (DAC). Im April erhielt das Unternehmen vom norwegischen Staat Fördermittel in Höhe von 26 Millionen Kronen. Damit soll eine Machbarkeitsstudie für eine Anlage zur direkten Abscheidung und Speicherung von Luft (DAC+S) mit einer Kapazität von mehreren Kilotonnen in Norwegen finanziert werden.
Climeworks wurde 2009 von Dr. Jan Wurzbacher und Dr. Christoph Gebald gegründet. Heute gehört das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz und Büros in Deutschland, Norwegen und Island zu den weltweit führenden Anbietern von Direct Air Capture (DAC) und beschäftigt insgesamt 500 Mitarbeitende.
Climeworks ist der erste und einzige Anbieter weltweit, der industrielle DAC anbietet. Auf der Liste der Kunden stehen Unternehmen, Firmen, Organisationen und Einzelpersonen.
Neue Technologie für aktuelle Herausforderungen
Was ist DAC? Das Prinzip ist so einfach, wie der Name klingt: DAC ist eine Technologie zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Luft. Der Laie kann sich dies wie einen Staubsauger vorstellen, der anstatt Staub vom Boden, Kohlendioxid aus der Luft saugt. Bei der Weiterentwicklung, Umsetzung und Anwendung von DAC ist Climeworks ist in allen Bereichen vertreten: Von der Technologieforschung bis hin zum Entwurf, Bau und Betrieb von DAC-Anlagen.
Führende Berichte und Analysen der norwegischen Umweltbehörde, Zero, Sintef und Oslo Economics zeigen, dass wir die Klimaziele ohne die Entfernung von CO2 aus der Luft nicht erreichen werden. Wenn Norwegen die Klimaziele erreichen will, muss es starke Anreize für das Auffangen von CO2aus der Luft – Direct Air Capture – geben, bis der Markt die CO2-Abscheidung und -Speicherung angemessen belohnt
Louise Charles, Senior Communications Manager
Im Unterschied zu Carbon Capture and Storage (CCS), bei dem die von einer konkreten Anlage erzeugten Emissionen vor deren Freisetzung erfasst werden, saugt DAC Emissionen ein, die bereits in der Luft sind. DAC geht also über die reine Reduzierung der CO2-Emissionen hinaus. DAC entfernt diese vollständig. Eine Speicherung des CO2 erfolgt über sogenannte DAC+S.
DAC in Norwegen
Die erste DAC-Anlage von Climeworks wurde 2017 in Hinwil in der Schweiz errichtet. Darüber hinaus gibt es zwei Anlagen auf Island. Im April 2024 erhielt Climeworks vom norwegischen Staatsunternehmen Enova Fördermittel in Höhe von 26 Mio. NOK, um eine Machbarkeitsstudie für eine Anlage zur direkten Abscheidung und Speicherung von Luft (DAC+S) mit einer Kapazität von mehreren tausend Tonnen in Norwegen durchzuführen. Die Anlage soll 2030 in Betrieb gehen.

Die Anlage „Mammoth“ in Island. Bild: Climeworks
Laut Louise Charles, Senior Communications Manager bei Climeworks, ist Norwegen aufgrund seiner hohen Produktion erneuerbarer Energie besonders gut als Standort für Climeworks DAC-Anlagen geeignet, da diese ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Darüber hinaus bietet der norwegische Festlandsockel viele gute Möglichkeiten zur Kohlenstoffspeicherung.
Notwendige Technologie
Die von Climeworks angebotene Technologie ist für den Übergang zu einer emissionsneutralen Gesellschaft notwendig. Tatsächlich wird DAC vom UN-Klimagremium als notwendige Lösung zur Erreichung der im Pariser Abkommen von 2015 festgelegten Klimaziele anerkannt.
Wenn die Länder der Welt die globale Erwärmung auf 1,5 °C der vorindustriellen Temperatur begrenzen wollen, müssen nach Schätzungen des UN-Klimagremiums bis zum Jahr 2050 jährlich bis zu 12 Milliarden Tonnen CO2 entfernt werden. DAC hat das Potenzial zum „Vakuumieren“ 310 Milliarden Tonnen bis 2100.
Mehr informationen über Climeworks gibt es hier: www.climeworks.com
