Seit dem 6. Mai ist Friedrich Merz 10. Bundeskanzler der Bunderepublik Deutschland. Wer ist dieser Mann, welche Erfahrungen hat er und was bedeutet seine Wahl für die deutsch-norwegischen Beziehungen? Ein kurzes Portrait.
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Joachim-Friedrich Martin Josef Merz (*1955) kommt gebürtig aus dem Sauerland, wo er noch heute mit seiner Ehefrau lebt. In der Mittelgebirgsregion in Westfalen, Westdeutschland, gelten die Menschen als bodenständig, fleißig und pragmatisch, sowie etwas wortkarg, traditionsbewusst und mit einem trockenen Humor ausgestattet. Nach dem Abitur studiert Merz Jura und wird Anwalt.
Bereits seit seiner Zeit am Gymnasium ist er Mitglied in der CDU. Während seiner Parteilaufbahn ist er Mitglied in der jungen Union, Abgeordneter im Europäischen Parlament, Bundestagsmitglied und Vorsitzender der Bundestagsfraktion. Sein Aufstieg wird jedoch durch Angela Merkel gebremst. Sie setzt sich 2002 gegen Merz als Fraktionsvorsitzende durch. Die Konkurrenz und Abneigung zwischen den beiden CDU-Politikern ist allseits bekannt. In der Folge zieht sich Merz mehr und mehr in die Wirtschaft zurück, arbeitet wieder als Anwalt und sitzt in diversen Aufsichtsräten unter anderem des Vermögensverwalters BlackRock. 2009 kandidiert er nicht mehr für den Bundestag. Erst mit Merkels Rückzug kehrt er in die Politik zurück und konzentriert sich seit 2021 nur noch auf seine politische Karriere.

Wahl zum Bundeskanzler
Friedrich Merz ist nach Konrad Adenauer der zweitälteste Bundeskanzler. Seine Kanzlerschaft beginnt allerdings mit einer etwas anderen Besonderheit: Seine Wahl zum Bundeskanzler am 6. Mai erfolgte erst im zweiten Wahlgang. Ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik das zeigt, das Merz auch in den eigenen Reihen nicht nur begeistert. Immer wieder ist er in der Vergangenheit durch populistische Aussagen und rhetorische Pannen aufgefallen. Er gilt als konservativ, mit einem aus der Zeit gefallenen Frauenbild und äußert sich darüber hinaus immer wieder populistisch in Fragen der Migrations- und Asylpolitik. Im Januar 2025 stimmt eine Mehrheit aus CDU/CSU unter Führung von Merz gemeinsam mit FDP und AFD für einen 5-Punkte-Plan zur Verschärfung der Asylpolitik. Für diese Mehrheit, gemeinsam mit der AFD, wird Merz auch in den eigenen Reihen scharf kritisiert.
Er gilt als Anhänger des Wirtschaftsliberalismus und eines wettbewerbsorientierten Kapitalismus. In Sachen Klimaschutz ist er bis dato nicht unbedingt als Vorreiter in Erscheinung getreten. Dennoch sind die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Bekenntnisse zu mehr Innovation und Investitionen mit Erneuerbaren Energien als Schlüsseltechnologien ein positives Signal. Auch ist Merz nicht unbedingt als Norwegen-Kenner bekannt. Aber die Investitionspläne könnten sich durchaus positiv auf die deutsch-norwegischen Beziehungen und bilaterale Kooperation und Projekte auswirken.
