„Gemeinsam überstehen wir die Krise“

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Von einem Tag auf den anderen waren alle Aufträge für 2020 storniert. Das norwegische Unternehmen Festus Event ist seit 2002 Mitglied der AHK Norwegen und ebenso lang verantwortlich für die Organisation des jährlichen Sommerfests für das bilaterale Mitgliedernetzwerk. Nun arbeitet Festus daran, die Kosten zu reduzieren, um die Corona-Krise halbwegs gut zu überstehen.

„Neben der Hotel- und Servicebranche ist unser Geschäftszweig wahrscheinlich einer derjenigen, der am stärksten von den Auswirkungen der aktuellen Corona-Situation betroffen ist. Gerade im Eventbereich sparen die Kunden gerade und werden jetzt und wohl auch in der Zeit unmittelbar nach der Krise eher kein Geld ausgeben“, berichtet Gründer und Projektleiter Jan Johansen.

Festus Event ist ein Gesamtdienstleiter für Veranstaltungen und arbeitet normalerweise für Unternehmen mit mindestens 100 Angestellten. Für diese Kunden arrangieren sie Sommerfeste, Weihnachtsfeiern, Kick-Off-Veranstaltungen, Teambuildings, Kurse und Konferenzen, Aktivitätscamps und Ferienlager für Kinder oder Jubiläumsreisen im In- und Ausland. Das Team von Festus übernimmt die Organisation von A bis Z: von der Erstellung der Einladungen, Programm-Apps und Give-Aways bis hin zur Bestellung von Bussen, Hotels und Flugreisen. Am Freitag hätte beispielsweise eine Firmenreise nach Spitzbergen mit 40 Teilnehmern auf dem Plan gestanden.

„Aus dieser Tour wird leider nichts, wenn nach der Ankunft eine Quarantänezeit von zwei Wochen vorgeschrieben ist. Jetzt arbeiten wir also daran, die Kosten, die für unsere Kunden entstehen, möglichst gering zu halten. Es ist natürlich für alle Beteiligten eine schwierige wirtschaftliche Situation. Die Fluggesellschaften wollen die Flüge am liebsten nicht erstatten, da sie weiterhin nach Spitzbergen fliegen und an den getroffenen Vereinbarungen festhalten wollen. Ich verstehe, dass alle Unternehmen in diesen Zeiten versuchen, ihren Umsatz zu halten“, so Johansen.

„Wir haben keinen Zweifel daran, dass wir diese herausfordernde Zeit als Unternehmen überstehen werden.“

Jan Johansen

Eine gute Ökonomie ist die Rettung

Johansen ist froh, dass die Geschäfte für Festus in den letzten Jahren so gut liefen. Deshalb sei das Unternehmen auch gut gerüstet, seine Existenz trotz Minimalbetrieb in diesem Jahr nach der überstandenen Corona-Krise aufrechterhalten zu können. Derzeit arbeiten sie hart daran, die betriebseigenen Kosten so weit wie möglich zu senken: Drei der fünf Vollzeitbeschäftigen sind derzeit beurlaubt. Gemeinsam mit seinem Bruder und Geschäftsführer Petter kümmert sich Johansen aber weiter um den Betrieb.

„Wir haben keinen Zweifel daran, dass wir diese herausfordernde Zeit als Unternehmen überstehen werden. Neben der Kostenreduzierung für uns und unsere Kunden, versuchen wir, weiter an die Zukunft zu denken. Anstatt alle Veranstaltungen abzusagen, schlagen wir vor, diese auf 2021 zu verschieben.“

Wie sehen die Rückmeldungen der Kunden aus?

„Die meisten unserer Kunden reagieren positiv darauf und haben Verständnis dafür, dass dies eine besondere Situation ist, in der alle zu einem gewissen Grad ihren Beitrag leisten müssen. Bisher haben wir keine negativen Rückmeldungen erhalten, aber viele unserer Kunden blicken besorgt in die Zukunft. Nicht alle sind finanziell so gut aufgestellt wie wir. Aber vorerst glauben wir fest daran, dass wir die meisten Veranstaltungen auf das Jahresende oder ins Jahr 2021 verschieben können.“

„Wenn unser Kunden jetzt eine Veranstaltung für Oktober, November und Dezember buchen und diese aufgrund von Corona nicht durchgeführt werden kann, fallen für sie keinerlei Kosten an.“

Jan Johansen

Stornierungsgarantie für zukunftsnahe Veranstaltungen

Johansen geht davon aus, dass die Norweger den kommenden Sommer im eigenen Land verbringen werden, woraus sich neue Möglichkeiten im Zusammenhang mit Aktivitäten für Kinder ergeben. Jeden Sommer organisiert Festus ein Aktivitätscamp für 800 Kinder – das diesjährige wurde bislang nicht abgesagt, sondern auf einen etwas späteren Zeitpunkt verschoben. Außerdem hat das Unternehmen eine weitere Maßnahme getroffen, um seinen Kunden die Planung für das zweite Halbjahr zu erleichtern:

„Unsere Kunden haben eine 100-prozentige Stornierungsgarantie, damit sie kein finanzielles Risiko eingehen müssen. Wenn unser Kunden jetzt eine Veranstaltung für Oktober, November und Dezember buchen und diese aufgrund von Corona nicht durchgeführt werden kann, fallen für sie keinerlei Kosten an. Einige Unternehmen verfolgen den gleichen Ansatz, denn irgendwann muss es ja weitergehen.“