Import und Export 2023: Deutschland größter Handelspartner Norwegens

Die Beziehungen zu Deutschland werden für Norwegen immer wichtiger: 2023 musste sich die Bundesrepublik bei den norwegischen Exporten nur einem anderen Land geschlagen geben, und das äusserst knapp. Bei den Importen lag sie erstmals auf Platz eins.

Norwegen hat 2023 Waren im Wert von rund 31,7 Mrd. Euro* (356 Mrd. NOK) nach Deutschland exportiert. Dies ergeben vorläufige Zahlen der norwegischen statistischen Behörde SSB. Einen Großteil der norwegischen Exporte machen seit jeher Öl und Gas aus.

Damit geht der Warenexport wieder in die Richtung der „normalen Jahre“, in denen sich der gesamte Export nach Deutschland in der Regel zwischen einem Volumen von 20 und 25 Milliarden Euro bewegt. 2022 schoss das Exportvolumen nach Deutschland auf 726 Mrd. NOK. Der Grund dafür waren die hohen Gaspreise.

Auch 2023 machten Gas (rund 23,1 Mrd. Euro (260 Mrd. NOK)) und Öl (3,4 Mrd. Euro (38,6 Mrd. NOK)) die weitaus größten Posten in den Exporten nach Deutschland aus: zusammen ca. 84 Prozent. Verarbeitete Waren (ca. 4%) und chemische Produkte (ca. 2,5%) folgen auf den Plätzen 2 und 3.

Ein Fünftel ging nach Deutschland

Norwegen exportierte im vergangenen Jahr Waren im Gesamtwert von umgerechnet rund 166 Mrd. Euro (1,87 Billionen NOK) ins Ausland. Auf Deutschland entfällt also knapp ein Fünftel des gesamten norwegischen Exports. Diese Zahlen machen die Bundesrepublik auch 2023 zu einem der größten Exportpartner Norwegens.

Nur nach Großbritannien war die Ausfuhr 2023 knapp höher: rund 31,8 Mrd. Euro (357 Mrd. NOK). Auch dort bildeten fossile Energieträger den größten Teil, und zwar je rund 13,5 Mrd. Euro (150 Mrd. NOK) für Öl und Gas. Die Bundesrepublik bleibt mit ihren Gaslieferungen für 260 Mrd. NOK also mit Abstand das größte Empfängerland von norwegischem Gas. Hinter Großbritannien und Deutschland, folgen im Gesamtexportranking Norwegens die Niederlande mit insgesamt 13,9 Mrd. Euro (156 Mrd. NOK).

Importe: Deutschland vor China und Schweden

Neu übernimmt Deutschland bei den norwegischen Importen Platz eins und verweist China und Schweden knapp auf die Plätze zwei und drei. 2023 lag das Volumen der norwegischen Importe aus Deutschland bei rund 10,4 Mrd. Euro (116 Mrd. NOK); aus China waren es 10,1 Mrd. Euro (114 Mrd. NOK), aus Schweden 9,8 Mrd. Euro (110 Mrd. NOK). Bei den Importen aus Deutschland bilden mit über 6 Mrd. Euro (67 Mrd. NOK) Maschinen und Fahrzeuge die größte Warengruppe (58% der norwegischen Importe aus Deutschland). Darauf folgen chemische Produkte (ca. 14%) und verarbeitete Waren (ca. 12%).

Die deutsch-norwegische Gesamthandelsbilanz, also Importe und Exporte zusammen, betrug 2023 rund 42 Mrd. Euro (472 Mrd. NOK). Damit ist Deutschland nach wie vor Norwegens größter Handelspartner.

Beide Länder bleiben wichtig füreinander

„Das Deutschland beim norwegischen Import und beim Export weiterhin an der Spitze liegt, zeigt, dass sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nachhaltig verfestigen“, sagt Michael Kern, der Geschäftsführer der AHK Norwegen. „Wir haben im letzten Jahr gesehen, dass gemeinsame Ambitionen in reale Projekte umgesetzt werden, sei es bei Windkraft, Wasserstoff oder CCS. Ich bin überzeugt, dass 2024 für die Fortsetzungen viel Potential bietet.“