Deutsche Regierung rechnet 2024 mit kleinem Wirtschaftswachstum

Der deutsche Wirtschaftsminister Dr. Robert Habeck hat den Wirtschaftsjahresbericht für 2024 präsentiert. Darin prognostiziert die Regierung ein vorsichtiges Wirtschaftswachstum. Im Vordergrund stehen ökonomische Herausforderungen und der Reformbedarf. Laut Michael Kern, dem Geschäftsführer der AHK Norwegen, sind gerade jetzt verlässliche Partner wichtig. 

Auf einer Pressekonferenz hat der Minister und Vizekanzler Dr. Robert Habeck den Jahreswirtschaftsbericht 2024 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) vorgestellt. In der zugehörigen Pressemeldung findet er eingangs positiver Worte zum Lagebild der deutschen Wirtschaft: „Die Energieversorgung ist gesichert und die Energiepreise sind gesunken. Die Inflation ist gezähmt. Die Lohnzuwächse sind spürbar und werden in diesem Jahr oberhalb der Inflationsrate liegen.“ Die Kaufkraft steige, Rekordzahlen bei der Beschäftigung sowie beim Zubau und Anteil von Erneuerbaren Energien seien zudem wichtige Hoffnungszeichen für die Zukunft.

Die Prognose im Jahreswirtschaftsbericht 2024 fällt indes vorsichtig aus: Sie rechnet mit einem BIP-Wachstum von 0,2 Prozent. Dies, nachdem Deutschland im Jahr 2023 ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,3 verzeichnet hat. Die Inflationsrate wird 2024, so die Schätzung im Jahresbericht, auf 2,8 Prozent sinken.

„Langsamer aus der Krise als erhofft“

Den Hoffnungszeichen zum Trotz befinde sich die deutsche Wirtschaft nach wie vor „in schwerem Fahrwasser“, erklärte Minister Habeck, das Land komme langsamer aus der Krise als erhofft. Das habe unter anderem mit der Labilität und dem historisch langsamen Wachstum des Welthandels zu tun. Hinzu kämen geopolitische Herausforderungen.

Deutschland spüre zudem die Auswirkungen seiner Inflationsbekämpfung: Diese habe die Investitionen der Unternehmen gedämpft, besonders in der Bauindustrie. Als weiteren Knackpunkt nennt der Minister das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom November, was dazu geführt hat, das Deutschland seinen Staatshaushalt straffen musste; bei Investitionen und Wirtschaftsförderprogrammen gab es Abstriche.

Deutschland vor strukturellen Herausforderungen

Dazu reihen sich laut Habeck einige strukturelle Herausforderungen, denen sich das Land stellen muss. Als eine der größten davon bezeichnet der Jahreswirtschaftsbericht den Fachkräftemangel. Dieser werde sich in den kommenden Jahren verschärfen und das Potenzialwachstum dämpfen. Ebenfalls problematisch sei die für Unternehmen belastende Bürokratie. Die Bundesregierung müsse nun an Lösungen arbeiten, sagt Habeck: „Was wir jetzt brauchen, ist ein Reformbooster.“ Das Land müsse alles tun, um Menschen in Arbeit zu bringen. Bürokratische Regelungen müssten praxistauglicher ausgestalten werden.

Als weitere Maßnahmen gegen die kurz- und mittelfristigen Herausforderungen nennt der Jahresbericht zudem etwa gezielte steuerliche Anreize für private Investitionen, die Stärkung der Forschungszulage oder die Förderung des Aufbaus von Wertschöpfung in Schlüsselbereichen wie Batterien und Halbleitern. Handels- und Lieferketten sollen diversifiziert, Handelsbeziehungen ausgebaut werden. Des Weiteren soll es eine Ausweitung des Angebots erneuerbarer Energien geben. Bei allen Reformen sei es dabei wichtig, ökologische Grenzen zu wahren und die soziale Teilhabe sicherzustellen.

Verlässliche Partner wichtig  

Der Geschäftsführer der AHK Norwegen, Michael Kern, sagt: „Dass Deutschland vor Herausforderungen steht, ist nicht von der Hand zu weisen. Mit vielen steht das Land aber nicht allein da.“ Dass die Regierung die kurz- und längerfristigen Herausforderungen der Wirtschaft identifiziere und Lösungen suche, sei wichtig und richtig. „In dieser Situation spielen verlässliche internationale Partner wie Norwegen eine umso größere Rolle. Von der Energieversorgung bis hin zum Bereich Forschung und Innovation bietet eine enge Zusammenarbeit Vorteile für beide Länder. Dies wird auch bei der Hannover Messe im April mit Norwegen als Gastland zu sehen sein.“

Den Kompletten Wirtschaftsjahresbericht 2024 des BMWK gibt es hier.