Norwegens Corona-Jahr in Zahlen

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Quelle: BusinessPortal Norwegen

Das norwegische Statistikamt SSB hat die Folgen des vergangenen Corona-Jahres für die Gesellschaft zusammengefasst. Mit zehn Grafiken zeigen die Autorinnen Nina Tuv, Kristin Fredriksen und Margrete Ryd Jord, welche Spuren die Pandemie in Norwegen seit dem ersten Lockdown am 12. März 2020 hinterlassen hat.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des norwegischen Festlandes ist entsprechend der vorläufigen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im Jahr 2020 um 2,5 Prozent gesunken, gemessen an konstanten Preisen. Der Rückgang der Wirtschaft auf dem Festland ist der stärkste in der Nachkriegszeit. Die Ölproduktion stieg, aber die Ölpreise fielen. Gemessen an den aktuellen Preisen ging das gesamte BIP daher um bis zu 4,5 Prozent weit zurück. Das verfügbare Realeinkommen des Landes ging um 7,4 Prozent zurück, hauptsächlich aufgrund des Produktionsrückgangs auf dem Festland und der mit dem Ölpreis verbundenen Wechselkursverluste.

Norwegens nationales Pro-Kopf-Einkommen gehört auch nach einem Jahr der Corona-Krise zu den weltweit höchsten. Das Pro-Kopf-Nationaleinkommen ist jedoch seit 2008 leicht rückläufig. Hinter diesem Trend steht ein leichtes Wachstum des gesamten Realeinkommens, das mit dem Bevölkerungswachstum mit hoher Zuwanderung nach 2004 nicht Schritt gehalten hat. Der Zeitraum war gekennzeichnet durch einen Rückgang der Beschäftigungsquote und der durchschnittlichen Arbeitszeit sowie ein relativ schwaches Produktivitätswachstum.

Das Coronavirus und die damit einhergehenden Stilllegungen der Wirtschaftstätigkeit waren im vergangenen Jahr eine Herausforderung für die Arbeitsmarktpolitik. Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2020 stark abgeschwächt, aber die umgesetzten Maßnahmen haben dazu beigetragen, die negativen Folgen der Pandemie zu verringern.

Finden Sie hier einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung Norwegens 2020.

Flugpassagiere: weniger Ankünfte an norwegischen Flughäfen

Die Zahl der Passagiere an norwegischen Flughäfen ging von fast 58 Millionen im Jahr 2019 auf etwas mehr als 22 Millionen zurück, das entspricht einem Rückgang von 61 Prozent. Die Aktivität war im Zeitraum April bis Juni am niedrigsten. In diesen Monaten sank die Zahl der Fluggäste um 85 Prozent.

Ferienreisen vor allem im Inland

Die Sommerferien 2020 verbrachten die Norwegen hauptsächlich im Inland. 91 Prozent aller Reisen wurden im Inland unternommen. Normalerweise liegt dieser Anteil zwischen 60 und 70 Prozent. Im Sommer gab es einen geringen Anstieg bei den Auslandsreisen, als die Reisebeschränkungen für einen kurzen Zeitraum geelockert waren.

Mehr als jede fünfte Urlaubsreise wurde in den Bergen verbracht. Normalerweise sind es nur etwa 10 Prozent. Doppelt so viele Norweger als in anderen Jahren verzichteten ganz auf eine Urlaubsreise.

Deutlicher Rückgang bei Übernachtungen

Obwohl mehr Norweger als gewöhnlich im eigenen Land Urlaub machten, hat die Coronapandemie die Beherbergungsbranche schwer getroffen. Insgesamt verzeichneten die Beherbergungsbetriebe (Hotels, Campingplätze, Herbergen usw.) im Jahr 2020 einen Rückgang der Übernachtungszahlen um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Insbesondere Hotels waren mit einen Rückgang von 41 Prozent betroffen. Die Campingplätze hatten weniger Einbußen. Mehr Norweger als sonst zelteten, was den Mangel an ausländischen Touristen wettmachte. Trotzdem sank die Anzahl der Übernachtungen auf den Campingplätzen um insgesamt sieben Prozent.

Grenzhandel eingebrochen

Tagesausflüge über die Grenze zum Einkaufen im Jahr 2020 waren kaum möglich. Insgesamt haben die Norweger 2020 nur knapp zwei Milliarden NOK für den grenzüberschreitenden Handel ausgegeben. Das waren 88 Prozent oder 14 Milliarden NOK weniger als im Vorjahr. Der Betrag liegt unter dem Betrag, den die Norweger in den letzten zehn Jahren pro Quartal im grenzüberschreitenden Handel ausgegeben haben. Schweden hat enorm viel Geld verloren haben, weil Norweger als Kunden ausblieben.

Unterschiedliche Veränderungen im Einzelhandel

Ein Teil des Geldes, das nicht in Schweden ausgegeben werden konnten, floss in den norwegischen Einzelhandel, dessen Umsatz um acht Prozent stieg.

Natürlich gab es große Unterschiede in der Art der Geschäfte, die entweder besser oder schlechter abschnitten als in einem normalen Jahr. Zum Beispiel waren Tankstellen betroffen, weil weniger Auto gefahren wurde. Auch Geschäften, die Elektrogeräte an Privatpersonen verkaufen, hatten große Einbußen. Über gewachsene Umsätze konnten sich Sportgeschäfte, Möbelgeschäfte, Baumärkte, Buchhandlungen und Lebensmittelgeschäfte freuen.

Online-Shops verzeichneten von Januar bis Dezember mit Abstand den größten Umsatzanstieg um über 40 Prozent. Lebensmittelgeschäfte verkauften insgesamt zwölf Prozent mehr.

Ersparnisse angestiegen

Obwohl es 2020 Entlassungen gab und viele kleine und große Unternehmen Probleme hatten, ist das Haushaltseinkommen insgesamt nicht gesunken. Das ist darauf zurückzuführen, dass es weniger Möglichkeiten gab, Waren und Dienstleistungen zu kaufen. Somit stiegen die Ersparnisse der privaten Haushalte auf ein historisch hohes Niveau. Insgesamt haben die Haushalte im Jahr 2020 257 Milliarden NOK gespart. 120 Milliarden NOK wurden auf Bankkonten gepackt, verglichen mit 52 Milliarden NOK im Jahr 2019.

Ein Großteil der Ersparnisse wurde auch in Aktien angelegt oder Zahlung von Raten für beispielsweise Hypotheken genutzt. Es wirdem lurzfristige Kredite in Höhe von zehn Milliarden NOK zurückgezahlt.

Geringeres Bevölkerungswachstum

Im Jahr 2020 gab es in Norwegen 23.800 Menschen mehr als im Vorjahr. Dies ist der niedrigste Zuwachs seit 20 Jahren. 2019 wuchs die Bevölkerung um 40.000. Grund war der Rückgang der Zahl der Einwanderer, weil die Grenzen geschlossen waren. Im Jahr 2020 kamen 27 Prozent weniger Einwanderer nach Norwegen als im Vorjahr.

Die Entwicklung der Anzahl der Geburten und der Todesfälle lag im normalen Bereich. Wir hatten keine übermäßige Sterblichkeit, wie es viele andere Länder vermeldet haben. Tatsächlich starben 2020 in Norwegen 73 Menschen weniger als 2019. Gleichzeitig wurden 1.500 Kindern weniger geboren als 2019, was nicht überraschte, da Norwegen seit vielen Jahren mit einem Geburtenrückgang zu kämpfen hat.

Zu Beginn des Jahres 2021 hatte Norwegen 5.391.369 Einwohner. Für 2021 werden 5,4 Millionen erwartet.

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