Wussten Sie, dass Norwegen mehr als 239.000 Inseln zählt? Damit ist das Land ein wahres Inselparadies – von der gemütlichen Schäreninsel bis zum abgelegenen Eiland mitten im Nordpolarmeer. Hier ein paar Fakten.
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Während Finnland das Land der 1000 Seen genannt wird, könnte für Norwegen das Land der 1000 Inseln gelten. Norwegen hat schätzungsweise über 239.000 Inseln – je nach Definition des Begriffs Insel etwas mehr oder weniger.
You name it
Das Inselgebiet vor Norwegens Küste stand schon immer für den Arbeitsplatz und Lebensraum der Norweger. Die Inselnamen entlang der Küste spiegeln oft das Wetter, die Natur, geografische Formen, den Alltag oder alte Mythen wider. Namen wie Langøya („lange Insel“) und Kvaløya („Walinsel“) sind selbsterklärend. Weniger logisch erscheint hingegen der Name Bjørnøya (Bäreninsel) südlich von Spitzbergen. Ironischerweise gibt es dort keine Bären, aber reichlich Vögel – vor allem Papageitaucher, Alken und Möwen. Andere Inseln wiederum stammen aus dem Altnordischen und erzählen von vergangenen Zeiten, von Menschen und Natur an der Küste.
Größer – weiter – schöner
Die größte Insel auf dem norwegischen Festlandsockel ist Hinnøya in Nordland/Troms. Mit rund 2.200 km² ist sie größer als Luxemburg.
Ganz weit draußen im Nordatlantik liegt Jan Mayen, eine abgelegene Vulkaninsel mit nur wenigen Bewohnern – meist meteorologisches Personal der norwegischen Luftwaffe. Hier liegt der Vulkan Beerenberg – mit über 2.200 m der nördlichste, über dem Meeresspiegel gelegene, aktive Vulkan der Erde! Aufgrund ihrer isolierten Lage und unberührten Natur ist Jan Mayen ein einzigartiges Ökosystem mit großer Bedeutung für die Klimaforschung und Meeresbeobachtung.
Noch viel weiterer entfernt liegt eine Insel, die oft als die abgelegenste Insel der Welt bezeichnet wird. Bouvetøya ist eine eisbedeckte Vulkaninsel im Südatlantik, grob gesagt zwischen Argentinien, der Antarktis und Südafrika. Als einziger feste Landpunkt in einem riesigen Meeresgebiet ist, ist sie für viele Tierarten wichtig und weist eine reiche Artenvielfalt auf. Auf der Insel findet man unter anderem Robben, Seeelefanten, Pinguine und andere Vogelarten. Die Insel wurde 1927 von der ersten „Norvegia”-Expedition von Norwegen annektiert und wird seitdem regelmäßig von Forschungsexpeditionen besucht.
Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Bei der Frage nach der schönsten Insel wird jedoch immer wieder die zweitgrößte Inseln Norwegens, Senja, die auch oft als Karibik des Nordmeeres bezeichnet wird, genannt. Die südlich von Tromsø liegende Insel ist für ihre weißen Sandstrände und das türkisfarbene Wasser bekannt. Selbst wenn das nicht nach dem Geschmack des Betrachters ist, so ist es mindestens überraschend, 350 Kilometer nördlich des Polarkreises die Karibik zu entdecken.
Spitzenbergen oder Svalbard – Norwegens arktisches Kronjuwel
Die Inselgruppe Spitzbergen, norwegisch Svalbard, liegt auf halbem Weg zwischen Norwegen und dem Nordpol. Hier leben rund 2.500 Menschen – hauptsächlich in Longyearbyen, der nördlichsten Stadt der Welt. Spitzbergen ist Heimat von mehr Eisbären als Menschen. Daher ist man außerhalb von Longyearbyen zur Eigensicherung verpflichtet, eine Waffe mitzuführen – zumindest eine pro Gruppe. Außerdem ist die Inselgruppe berühmt für die „Global Seed Vault“, ein globales Saatgutlager, das den Erhalt der Artenvielfalt absichern soll. Aus der ganzen Welt werden Kisten mit Saatgut hierhergeschickt, um in kalten und trockenen Felsengewölben sicher und langfristig gelagert zu werden.

