Norwegens Staatsbudget 2026

Nach intensiven Verhandlungen hat das norwegische Parlament (Stortinget) Anfang Dezember das Staatsbudget für 2026 verabschiedet. Für deutsche Unternehmen mit Bezug zu Norwegen enthält das Budget Punkte, die für bestehende und zukünftige Projekte von Bedeutung sind.

Strengere Klimapolitik: Planungssicherheit für Energie- und Industrieprojekte

Norwegen bekräftigt mit dem Budget seine Klimapolitik. Dazu gehört die Entscheidung, die CO₂-Bepreisung auf dem norwegischen Festlandsockel nach 2030 klar zu regeln. Für deutsche Energieunternehmen, insbesondere aus den Bereichen CCS, Offshore-Wind und industrielle Dekarbonisierung, bedeutet dies mehr Planungssicherheit für langfristige Investitionen.

Mehrwertsteuer für Elektroautos: Norwegen passt seine Förderlandschaft an

Ein zentraler Punkt betrifft die schrittweise Reduzierung der Steuervergünstigungen für Elektrofahrzeuge. Ab 2026 sollen beim Neukauf nur noch für Elektroautos unter 300.000 NOK von der Mehrwertsteuer befreit sein. Anders als zunächst geplant wird die volle Mehrwertsteuer auf alle Preisklassen nicht bereits 2027 eingeführt. Stattdessen wird die obere Steuerfreigrenze 2027 auf 150.000 NOK gesenkt, bevor die vollständige Aufhebung der Mehrwertsteuerbefreiung erst 2028 erfolgt. Für deutsche Hersteller und Zulieferer bleibt Norwegen damit ein wichtiger, aber im Wandel befindlicher E-Mobilitätsmarkt.

Keine Erhöhung der Benzin- und Dieselsteuern

Kurzfristig bleiben die Rahmenbedingungen im Transportsektor stabil: Das Budget sieht, nicht wie zuerst angekündigt, keine Erhöhung der Kraftstoffsteuern vor. Gleichzeitig bleibt die langfristige Ausrichtung klar: Die norwegische Politik verfolgt weiterhin eine deutliche Reduktion der Emissionen im Verkehrssektor.

Neue Transformationskommission: Norwegens Zukunft jenseits von Öl und Gas

Ein strategisch besonders bedeutender Schritt ist die Einrichtung einer „Omstillingskommisjon“. Die Kommission – besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern der Parteien , der Umweltbewegung und Fachleuten aus dem Energiesektor – soll Empfehlungen zur wirtschaftlichen Transformation des Landes erarbeiten. Dabei soll die Kommission verschiedene Szenarien und Maßnahmen zur Verbesserung der Umstellungsfähigkeit, Wertschöpfung, Wirtschaftsentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der norwegischen Wirtschaft vorschlagen und bewerten. Hintergrund ist die Annahme, dass es in absehbarer Zukunft eine neue Phase mit rückläufiger Öl- und Gasproduktion geben wird, parallel zu einem steigenden Anteil erneuerbarer Energien in Europa. Der Abschlussbericht der Kommission soll im Frühjahr 2027 vorliegen.

Des Weiteren hat das Parlament festgelegt, dass während der gesamten Legislaturperiode bis 2029 keine Lizenzen für den Tiefseebergbau vergeben werden. Das ist für Energie- und Rohstoffunternehmen ein wichtiges Signal hinsichtlich regulatorischer Stabilität.