Opernrevolution aus Norwegen

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Der norwegische Opernregisseur Stefan Herheim ist mit seinen oft revolutionären Interpretationen klassischer Werke international zurzeit sehr erfolgreich. Alles begann mit einer Neuauflage von Richard Wagners Parsifal im Jahr 2008.

Ein paar Jahrhunderte nach dem Einzug der Oper in Deutschland zu Beginn des 16. Jahrhunderts, wird Richard Wagner geboren – ein Komponist, der das Genre revolutionieren sollte. Seine Idee eines Gesamtkunstwerks hatte große Auswirkungen auf die nachfolgenden Opernproduktionen. Anstelle von abgegrenzten musikalische Stücken (Arien) bestehen Wagners Opern aus einem fließenden musikalischen Ganzen und dem umfangreichen Gebrauch von Leitmotiven. Seine Werke werden häufig als Musikdramen charakterisiert, weil sie sich sehr deutlich vom traditionellen Operngenre unterscheiden.

Parsifal
Nach der Aufführung von Wagners Parsifal bei den weltberühmten Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth 2008, wurde der norwegischer Regisseur zum Opernrevolutionär des 21. Jahrhunderts. Die Festspiele finden seit 1876 in einem Gebäude statt, das nach Wagners Vorstellungen für ein Festspieltheater gebaut und eingerichtet wurde. Wagner schrieb Parsifal für Aufführungen in diesem speziellen Theatergebäude.

Jedes Jahr stellen sich die Regisseure den hohen Erwartungen an die Interpretationen von Wagners Stücken während des Festivals, und das Publikum ist dafür bekannt, dass es diese gnadenlos ehrlich bewertet. Herheims Version der Oper um den heldenhaften Ritter Parsifal wurde von Kritikern und Zuschauern einstimmig mit großer Begeisterung aufgenommen. Die Inszenierung wurde unter anderem als „ein Wunder von Schönheit und Subtilität“ bezeichnet und galt als „historisch und psychologisch neuinterpretiert“. Über Nacht erhielt das Stück große Aufmerksamkeit und Herheim wurde zu einem der gefragtesten Opernregisseure der Welt.

Opernkünstler seit Kindertagen
In den 1990er-Jahren studierte Stefan Herheim bei der Legende Götz Friederich in Hamburg die Opernregie. Jedoch hat er der Presse oftmals gegenüber geäußert, dass er bereits seit seinem sechsten Lebensjahr Opernaufführungen in seinem Kinderzimmer inszeniert habe. Nachdem er die Opernwelt mit Parsifal im Sturm erobert hatte, hat Herheim bei Opernhäusern in der ganzen Welt und für viele weitere Werke Wagners die künstlerische Leitung übernommen. Im Februar 2017 führte die von Kritikern viel gelobte Version von Gioachino Rossinis Aschenputtel an der norwegischen Oper den Regisseur in seine Heimat zurück. Bis ins Jahr 2023 ist sie vollständig ausgebucht – seine steile Karriere wird sich also fortsetzen.

Übersetzung: Julia Pape