Rahmenbedingungen in der norwegischen Baubranche

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Germany Trade and Invest, Michał Woźniak

Norwegen ist weitestgehend an Normen der Europäischen Union gebunden. Zahlreiche Registrierungs- und Meldepflichten sorgen aber für einen nicht ganz unkomplizierten Markteinstieg.

Durch die Mitgliedschaft Norwegens im Europäischen Wirtschaftsraum gelten zahlreiche Regelungen der Europäischen Union (EU). Darunter auch die zur Entsendung von Arbeitnehmern oder zur gegenseitigen Anerkennung von Berufsqualifikationen. Zudem sollen europäische und einheimische Firmen gleichbehandelt werden. Daraus resultieren allerdings auch gewisse Pflichten, die aus deutscher Sicht nicht unbedingt offensichtlich sind.

So muss sich jedes Unternehmen, das in Norwegen tätig werden will, im zentralen Handelsregister eintragen. Die Pflicht deutscher Unternehmen zur Beauftragung eines norwegischen Fiskalvertreters wurde 2017 abgeschafft. Nicht abgeschafft wurden hingegen die Registrierungspflichten. Ab einem Umsatz von 50 000 Norwegischen Kronen binnen 12 Monaten muss zudem eine Registrierung erfolgen. Zusätzlich muss steuerlichen Meldepflichten nachgekommen werden.

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Für Bauarbeiter gilt zudem in den meisten Fällen der Branchentarifvertrag mit einem Mindestlohn, der jährlich angepasst wird. Sie sind ferner dazu verpflichtet, während der Arbeitszeit eine sogenannte HMS-kort bei sich zu führen. Für ihre Beantragung ist der Arbeitgeber verantwortlich, der zu dem Zweck zusätzlich über eine digitale Identität in Norwegen verfügen muss. Der Arbeitgeber ist außerdem verpflichtet, eine auftragsbezogene Meldepflicht (A-Meldung) mit Gehaltsangaben zu erfüllen. Schließlich ist im Fall einer Beauftragung durch öffentliche / gewerbliche Auftraggeber das Formular RF-1199 auszufüllen. Da diese Formalitäten – mehr dazu bei der Deutsch-Norwegischen Handelskammer – teilweise ausschließlich auf Norwegisch erforderlich sind, empfiehlt sich das Einbeziehen eines externen Dienstleisters. Ausführliche Informationen zu Wirtschafts- und Steuerrecht finden Sie auch auf den Seiten der GTAI.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag sowie zwei weitere Texte zur norwegischen Bauwirtschaft auf den Seiten der GATI.

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