Sustainable Energy Norwegian Catapult Centre ist ein weltweit führendes Testzentrum, das Unternehmen bei der Entwicklung und Erprobung nachhaltiger Energielösungen in den Bereichen umweltfreundliche Schifffahrt, schwimmende Offshore-Windenergie und Kohlenstoffabscheidung unterstützt. Willie Wågen, der CEO des Unternehmens, erklärt, was das Center seinen Kunden bietet und warum die kleine norwegische Insel Stord der perfekte Teststandort ist.
Bild: Willie Wågen, CEO des Sustainable Energy Norwegian Catapult Centre.
Nachhaltige Energie: schnellere Technologieentwicklung ermöglichen
Von Prototypen im Labor bis hin zu Tests im großen Maßstab – ob an Land, an Bord von Schiffen oder offshore – Sustainable Energy hilft bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen für die Erzeugung, Speicherung, Verteilung und das Management von Energie. Als Teil des norwegischen Catapult-Programms von Siva und als eines von fünf Catapult Centren in Norwegen wird die Testinfrastruktur von Sustainable Energy staatlich finanziert und steht damit mehr als nur einem Unternehmen zur Verfügung. Dies führt zu einer schnelleren Technologieentwicklung, da es für mehr Unternehmen erschwinglich wird, ihre Lösungen zu entwickeln.
Energy House und Zephyros – einzigartige Testeinrichtungen
Um die Entwicklung und Erprobung neuer Lösungen in einer sicheren Umgebung zu erleichtern, verfügt Sustainable Energy über eine hochmoderne Testinfrastruktur. Das Energy House in Stord ist die am häufigsten genutzte Testeinrichtung des Unternehmens. CEO Willie Wågen erklärt, dass es sich dabei um ein vollwertiges Testzentrum handelt, das wie „ein Schiff an Land“ funktioniert und mit Batterien, Motoren, Transformatoren, Generatoren und anderen notwendigen Geräten ausgestattet ist. „Grünen Wasserstoff, Ammoniak, LNG, Biogas und andere Brennstoffe haben wir zur Verfügung“, fügt er hinzu.

Für die Tests im Energy House wird erneuerbare Energie aus dem lokalen Stromnetz von Stord genutzt. Die überschüssige Energie fliesst entweder in die Herstellung von grünem Wasserstoff oder zurück ins Stromnetz – ein konkretes Beispiel für die Kreislaufwirtschaft in Aktion. Neben dem Energy House ist Sustainable Energy das einzige Unternehmen weltweit, das Tests auf einer schwimmenden Offshore-Windturbine anbietet. Diese trägt den Namen Zephyros, befindet sich zehn Kilometer vor der Küste und ist an das Stromnetz angeschlossen.
Deutsch-norwegische Zusammenarbeit zur Erreichung zukünftiger Klimaziele
Als neues Mitglied der AHK Norwegen sieht Sustainable Energy große Chancen für eine Zusammenarbeit mit deutschen Akteuren. Aufgrund der starken Position Deutschlands in der Technologieentwicklung und der Schifffahrt möchte das Unternehmen zur Entwicklung neuer, nachhaltiger Energielösungen beitragen. Sustainable Energy sieht die Zusammenarbeit über Unternehmens- und Landesgrenzen hinweg als entscheidend für den Erfolg bei der Erreichung der kommenden Klimaziele an. „Je mehr Menschen auf das gleiche Ziel hinarbeiten, desto größer sind die Erfolgschancen“, sagt Willie Wågen.
Eine treibende Kraft für die grüne Wende
Nachhaltige Energie spielt auch eine zentrale Rolle bei der grünen Wende, indem sie Unternehmen Zugang zu fortschrittlicher Testinfrastruktur, Fachwissen und Know-how verschafft. Dadurch können neue Energielösungen sowohl schneller als auch kostengünstiger entwickelt und getestet werden, ohne dass die Unternehmen diese selbst aufbauen müssen. Das sei wichtig, denn gebe viele gute Innovationen, die auf dem Weg von der Idee zum Markt zum Stillstand kommen, sagt Wågen. Sustainable Energy trage somit dazu bei, dass mehr Ideen realisiert werden können. „Wir sagen oft: Wir helfen Unternehmen beim Gang durch das sogenannte Tal des Todes!“
Von Offshore-Wind zu Ammoniak
Seit seiner Gründung im Jahr 2018 hat Sustainable Energy mehrere Unternehmen mit konkreten Lösungen unterstützt. Eines dieser Projekte ist Ocean Charger, eine Zusammenarbeit mit Vard und anderen Partnern, die eine Lösung zum Aufladen von Offshore-Schiffen direkt aus der Produktion von Offshore-Windturbinen entwickelt. Dadurch können Schiffe in Offshore-Windparks ohne Emissionen betrieben werden, während gleichzeitig die Reichweite von Elektroschiffen erhöht wird. Dieses Verfahren wurde mit Zephyros mit großem Erfolg getestet.

Nachhaltige Energie hat auch eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung eines der ersten mit Ammoniak betriebenen Schiffe der Welt gespielt. Das amerikanische Unternehmen Amogy hat eine Technologie entwickelt, die Ammoniak als Brennstoff für die Stromerzeugung und den Antrieb nutzen kann. Amogy testete diese Technologie an kleineren Geräten wie Drohnen und Traktoren. Für den Einsatz auf See nutzten sie die Partnerschaft mit Sustainable Energy. Nach einem Jahr der Erprobung im Energy House konnte Amogy eines der ersten mit Ammoniak betriebenen Schiffe der Welt segeln lassen.
Strategischer Standort in Westnorwegen
Sustainable Energy befindet sich auf der Insel Stord an der norwegischen Westküste. In der Umgebung befinden sich viele Pionierunternehmen im Bereich der maritimen Umwelttechnologien. Dies könnte zu potenziellen Herausforderungen im Hinblick auf den Wettbewerb führen, aber Willie Wågen betont, er sei mit dem Standort zufrieden: „Wir befinden uns in der Nähe von global führenden Akteuren in den Bereichen Technologieentwicklung, Schiffsdesign, Schiffbau und Schifffahrt!“ Die schaue oft nach (West-)Norwegen, wenn es um die Entwicklung neuer und umweltfreundlicher Technologien gehe, insbesondere für die Schifffahrt.
Eine laufende Entwicklung
Sustainable Energy hat große Pläne, die Testinfrastruktur weiter auszubauen und gleichzeitig mehr und mehr Unternehmen bei der Technologieentwicklung zu unterstützen. „Um bei der Entwicklung der Lösungen der Zukunft helfen zu können, müssen wir unsere Testinfrastruktur immer weiter anpassen, ausbauen und entwickeln“, sagt Willie Wågen abschließend.
