Yara treibt Wasserstoffwirtschaft mit neuem Ammoniak-Importterminal in Brunsbüttel voran

Stilgelegtes Kernkraftwerk und historischer Ortskern: Wer an Brunsbüttel denkt, denkt zunächst nicht an erfolgreiche Treiber der Energiewende. Doch das in Norwegen verwurzelten Chemie-Unternehmen Yara ist hier seit mehr als 50 Jahren tätig und setzt nach eigenen Aussagen mit einem neuen Ammoniak-Importterminal auf die nächsten 50 Jahre. Über das Terminal plant Yara jährlich bis zu drei Millionen Tonnen CO2-armes Ammoniak nach Europa zu importieren.

Anfang Oktober hat YARA offiziell sein neues Ammoniak-Importterminal in Brunsbüttel eingeweiht. Mit seiner Lage an Nordsee und Nord-Ostsee-Kanal ist der Standort ideal als Drehscheibe für die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland.

Aus Ammoniak wird Wasserstoff

Das Ammoniak kann direkt vom Terminal an Abnehmer geliefert oder zu emissionsarmem Wasserstoff gecrackt und in das zukünftige Wasserstoff-Kernnetz eingespeist werden. Dies wird in Zukunft notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, nicht zuletzt der Stahl- und Chemieindustrie, durch die Dekarbonisierung zu erhalten. Hierfür werden erhebliche Mengen an CO2-armem Wasserstoff benötigt, die durch das Cracken von CO2-armem Ammoniak erzeugt werden können. Emissionsarmes Ammoniak wird durch Elektrolyse mithilfe von erneuerbarem Strom oder durch Abscheidung und Speicherung des CO2 im sogenannten CCS-Verfahren hergestellt. Verwendung findet es in der Düngemittelherstellung, aber auch als Schiffskraftstoff, in der Stromerzeugung und als Wasserstoffträger.

Als weltgrößter Transporteur und Händler von Ammoniak ist Yara in der Lage, Deutschland mit emissionsarmem Ammoniak zu wettbewerbsfähigen Preisen zu beliefern. So kann Yara den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft beschleunigen und den Weg in eine emissionsfreie Zukunft ebnen.

, sagt Hans Olav Raen, CEO von Yara Clean Ammonia in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Bedarf an Ammoniak steigt

Das Terminal ist Teil von Yaras Strategie, das Kerngeschäft mit Pflanzenernährung weiter zu stärken und gleichzeitig in einer CO2-armen Zukunft zu wachsen. Der Bedarf an CO2-armem Ammoniak in Deutschland wird in den kommenden Jahren voraussichtlich deutlich steigen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geht davon aus, dass bis zum Jahr 2030 bis zu 70 Prozent des zukünftigen nationalen Wasserstoff- bzw. Ammoniakbedarfs importiert werden müssen. Danach sogar noch deutlich mehr. Die bis zu 3 Millionen Tonnen CO2-armen Ammoniaks, die nach Angaben Yaras importiert werden können, entsprächen 530 000 Tonnen Wasserstoff oder etwa 5 % des gesamten europäischen Wasserstoffziels für 2030.

Yara wurde 1905 in Norwegen gegründet und ist seit über 50 Jahren in Deutschland aktiv. Mittlerweile an den vier Standorten Dülmen, Berlin, Rostock und Brunsbüttel. Auch in Norwegen treibt das Unternehmen die Dekarbonisierung der Wertschöpfungsketten der Industrie voran. Im Juni eröffnete Yara International offiziell seine Anlage für erneuerbaren Wasserstoff auf der Insel Herøya, in Südost-Norwegen. Dort produziert das Unternehmen nun erneuerbaren Wasserstoff und Ammoniak sowie Düngemittel aus erneuerbarem Ammoniak.