Anuga: Frida Haugen Utne kocht für Norwegen

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Im Herbst ist Köln der Ort für alle mit einer Leidenschaft für Essen und Getränke. Vom 5. bis zum 9. Oktober nehmen 27 norwegische Aussteller an der Lebensmittelmesse Anuga teil. Mit ihnen im Team befindet sich Küchenchefin Frida Haugen Utne, die auf der Culinary Stage ihr Können zeigen wird. 

Auf der Anuga versammelten sich 2017 über 7 000 Aussteller aus der ganzen Welt sowie rund 165 000 Besucher. Norwegen nimmt in diesem Jahr mit 27 Ausstellern verteilt auf zwei Pavillons teil. Von Konferenzen bis hin zum Live-Koch-Show, an der norwegische Aussteller zum ersten Mal teilnehmen werden, hat die Messe alles zu bieten. Auf der Culinary Stage wird die norwegische Köchin Frida Haugen Utne dem internationalen Branchenpublikum mit norwegischen Produkten spannende Gerichte zubereiten.

Erster Messeauftritt

Was mit einer Einladung und der ersten Teilnahme am norwegischen Gemeinschaftsstand für Lofoten Seaweed beginnen sollte, entwickelte sich für Frida Haugen Utne rasch zu einer neuen Herausforderung, nämlich auf internationaler Bühne neue Gerichte zu kreieren.

„Wenn wir es schaffen, unsere Spezialitäten klarer zu definieren, könnte auch die norwegische Küche mehr Aufmerksamkeit erlangen“

Frida Haugen Utne

„Das ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich war schon beim Food Festival auf den Lofoten dabei, und habe dort das Programm mitorganisiert. Ich habe also schon einige Events durchgeführt, die Culinary Stage ist aber Neuland für mich. Darüber hinaus handelt es sich bei der Anuga um eine riesige Lebensmittelmesse – das ist wirklich sehr spannend.“

Haugen Utne ist neugierig, wie das Publikum ihre Variationen annehmen wird und was die Teilnahme für sie und die norwegische Küche in Zukunft bringen kann. Während der Arbeit vor einem Publikum zu stehen und über ihr Tun zu sprechen, beunruhigt die Norwegerin allerdings nicht. „Es ist immer spannend, da man nicht weiß, ob alles so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat, wenn aber Probleme auftreten, lassen diese sich meist auch ganz einfach lösen“, sagt sie.

Auf Norwegen aufmerksam machen

Frida Haugen Utne hat eine Zeit lang als Küchenchefin auf den Lofoten gearbeitet. Sie ist der Meinung, dass die skandinavische Küche innerhalb der letzten Jahre sehr viel an Aufmerksamkeit gewonnen hat, sich der Blick dabei jedoch meist vor allem nach Schweden oder Dänemark richtet. Sie sieht in ihrer Messeteilnahme daher die Chance, Norwegen auch kulinarisch mehr ins Blickfeld zu rücken. „Ich bin der Meinung das auch die norwegische Küche großes Potenzial hat. Fragt man einen Norweger, was typisch norwegisches Essen ist, bekommt man vielleicht Lapskaus oder Frikadellen in Bratensoße zur Antwort. Stellt man beispielsweise einem Deutschen dieselbe Frage, weiß ich nicht, ob er eine Antwort parat hätte. Wenn wir es schaffen unsere Spezialitäten klarer zu definieren, könnte auch die norwegische Küche mehr Aufmerksamkeit erlangen“, so die Köchin.

Haugen Utne unterstreicht, dass sie für eine moderne norwegische Küche steht. Sie hofft, dass ihre Messeteilnahme vielleicht auch dazu führen kann, den einen oder anderen Lieferanten davon zu überzeugen, mit norwegischen Köchen zusammenzuarbeiten. Dies würde die Qualität noch einmal anheben. 

Ein kreativer Prozess

Auf der Culinary Stage wird Haugen Utne fast ausschließlich die Produkte der norwegischen Messeaussteller verwenden. Die Palette reicht dabei von Mayonnaise über Knäckebrot bis hin zu frischem Lachs, die Kombinationsmöglichkeiten sind endlos. „Die Frage, die sich mir stellt, ist, wofür wir die Zutaten in Norwegen traditionell nutzen und wie ich daraus etwas Spannendes, Neues kreieren kann. Beispielsweise haben wir hier Lefse, traditionelle, süße Fladenbrote. In Norwegen sind das kleine Snacks für zwischendurch. Aber kann man diese in einem ganz anderen Kontext neu in Szene setzen?“  

Haugen Utne berichtet von ihrer strategischen Herangehensweise, erst einmal zu überlegen, was sie mit den einzelnen Produkten zubereiten kann. Erst später entwickelt sie aus den einzelnen Elementen neue Kompositionen. „Eine Kombination muss das ganze Spektrum an Sinnen, Geschmäckern und Texturen treffen, um eine vollwertige Mahlzeit zu sein“, sagt sie.

Inspiration als Grundlage

Haugen Utne sagt, dass man als Koch nie ausgelernt hat, da es immer wieder neue Interpretations- und Variationsmöglichkeiten sowie neue Rezepte zu entdecken gibt. „Ich versuche mich ständig weiterzuentwickeln und meine Umgebung und die Menschen um mich herum einzubeziehen. Es gibt nichts Spannenderes als gemeinsam mit anderen zu wachsen, zu sehen, dass die Person, mit der du seit drei Jahren zusammenarbeitest, beginnt, besser zu sein als man selbst. Das ist sehr inspirierend!“

Andere zu inspirieren ist Haugen Utne wichtig. Sie möchte die Leute dazu bewegen, norwegisches Essen auf eine neue Art und Weise zu erleben: Es sollte gut, einfach und ehrlich sein. Dabei macht die Köchin keine Geheimnisse aus ihren Rezepten. Sollten Sie sie also einmal danach fragen, wundern Sie sich nicht, wenn sich Frida Haugen Utne während ihrer Arbeit im Restaurant für einen kleinen Plausch zum Thema Essen zu Ihnen setzt.