Clean Sea Solutions – ein Unternehmen gegen den Abfall im Meer

Clean Sea Solutions wurde mit der Vision gegründet, umweltfreundliche maritime Lösungen für Küstengebiete zu schaffen. Die AHK Norwegen hatte das norwegische Unternehmen vergangenes Jahr ausgewählt, um an der Nordic Start-Up Challenge 2023 in Hamburg, teilzunehmen.

Angefangen hat alles mit der Idee, Plastikmüll in den Meeren zu reduzieren und damit zur Erhaltung der Weltmeere beizutragen. Mit diesem Ziel gründeten Per Elvestuen (CEO) und Catharina Frohstad, (CSO) Clean Sea Solutions im Jahr 2018.

„Es gab verschiedene Gründe, warum wir das Unternehmen Clean Sea Solutions ins Leben gerufen haben. Mein Hintergrund ist das Segeln und damit verbunden die Frage, wie man Plastik aus dem Meer entfernt“, sagt Catharina Frohstad. „Ich beschäftige mich viel mit dem Meer und habe auch viel daran geforscht, wie man Software im Bereich Nachhaltigkeit einsetzt“, erklärt sie.

Inzwischen ist das Start-Up auf 11 Mitarbeitende angewachsen. Sein Sitz befindet sich in Trondheim. Dort hat auch die Norwegische Universität für Naturwissenschaften und Technologie (NTNU) ihren Hauptsitz, mit der das junge Unternehmen eng zusammenarbeitet. Daneben macht Clean Sea Solutions auch mit Partnern in den Bereichen maritime Industrie und Autonomie gemeinsame Sache, um stationäre und autonome Systeme zur Sammlung von Plastikmüll aus Kanälen, Flüssen, Häfen, Marinas, Seen und anderen Küstengebieten sowohl über als auch unter der Wasseroberfläche zu entwickeln. Die innovativen Lösungen des Unternehmens repräsentieren das Engagement, eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit zu bewältigen.

Meeresverschmutzung – das am schnellsten wachsende Umweltproblem der Welt

Die Vereinten Nationen bezeichnen die Meeresverschmutzung als eines der akutesten Umweltprobleme weltweit. Jedes Jahr gelangen mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. 94 Prozent des Plastikmülls im Meer  sinkt bis auf den Meeresboden und zerfällt im Laufe der Zeit zu Mikroplastikpartikeln, wie der WWF schreibt. Im Kampf gegen schädliches Mikroplastik in den Meeren ist es daher entscheidend, zu verhindern, dass Plastikmüll überhaupt in die offenen Meeresgebiete gelangt.

„Für diesen Zweck hat Clean Sea Solutions mehrere spezifische Produkte entwickelt. Unser erstes Produkt ist der Aquapod, eine System-integrierte Schwimmplattform. Einfach ausgedrückt handelt es sich um ein Pumpensystem, das einen künstlichen Strom im Wasser erzeugt, um den Müll zu sammeln“, sagt Catharina. „Der Aquapod wird unter eine Plattform platziert und zieht nahegelegenen Müll an. Er hat sich als wirksam erwiesen und einen großen Unterschied an den Ufern, an denen er eingesetzt wurde, gemacht“, erklärt sie weiter.

Drone sammelt Plastikmüll

„Die Aquadron funktioniert dagegen wie eine Art Staubsaugerroboter auf dem Wasser und entleert sich selbst im Aquapod“, sagt Catharina. Die Aquadron ist ein autonomes unbemanntes Oberflächenfahrzeug (USV), das für die effiziente Entfernung von marinem Plastikmüll in Häfen, Kanälen, Flüssen und Küstengebieten entwickelt wurde, um sauberere aquatische Ökosysteme zu fördern. „Unser neuestes Produkt ist eine schwimmende Abfallstation. Sie bietet eine elegante und innovative Lösung für Bootseigentümer, ihren Müll einfach loszuwerden, ohne an Land gehen zu müssen.“

Primäre Abnehmer dieser Produkte sind öffentliche und private Häfen, gewerbliche Immobilien sowie Hotels und Restaurants am Wasser. Der erste Kunde des Unternehmens war das Hotel Brosundet in Ålesund. Im Kanal hinter dem Gebäude befindet sich eine installiertes Aquapod, welches treibenden Müll einsammelt.

„Unsere Zielgruppe sind auch Hafenbereiche. Wir haben in Norwegen begonnen, aber wir haben das Ziel, nach Mitteleuropa zu expandieren. Dort sind die Probleme der Plastikverschmutzung noch akuter“, sagt Catharina.

Deutschland als Markt für Start-Ups

Catharina berichtet, dass das Unternehmen bisher keine Verbindung zu Deutschland hatte. Es sei jedoch ein spannender und wichtiger Markt, um Partner und Anbieter von Schwimmplattformen zu finden. Sie war daher sehr erfreut, ihr Unternehmen auf der Nordic Start-Up Challenge 2023 in Hamburg präsentieren zu können.

„Es war eine großartige Erfahrung für uns, an der Nordic Start-Up Challenge 2023 teilzunehmen. Wir haben durch die Veranstaltung viel Sichtbarkeit erhalten und viele relevante Kontakte geknüpft. Was wir mit der Teilnahme an der Start-Up-Veranstaltung in Hamburg erreichen wollten, war genau dies. Wir wollten zeigen, dass es uns gibt, und dass wir auf dem Markt existieren. Wir hofften auch, mit Häfen und Entscheidungsträgern in Kontakt zu treten, bei denen unsere Produkte relevant sein könnten. In Norwegen haben wir beispielsweise mit einem Anbieter von Schwimmplattformen zusammengearbeitet, und wir wollten ähnliche Anbieter auch in Deutschland finden. Außerdem war es uns wichtig, norwegische Innovation und Zusammenarbeit in Deutschland zu fördern“, erläutert Catharina.

Projektleiter Johan Verbeek Wolthuys in der Abteilung Market Entry & Business Development der AHK Norwegen ist zuständig für den Bereich Start-Ups. Er hat Clean Sea Solutions auf der Nordic Start-Up Challenge 2023 in Hamburg begleitet und ist begeistert von den Lösungen des Unternehmens.

„Clean Sea Solutions zeigt, dass es möglich ist, unsere Meeren vom Plastikmüll zu befreien. Sie haben intelligente Lösungen entwickelt, die ich beeindruckend finde. Jetzt sind sie bereit, in neue Märkte in Skandinavien und darüber hinaus in Europa einzutreten. Es ist daher wichtig, solchen Start-Ups die Möglichkeit zu geben, sich auf einer größeren Bühne zu präsentieren, wie zum Beispiel bei der Nordic Start-Up Challenge, sagt er.  

In diesem Jahr findet die Start.up! Germany Tour 2024 in Nordrhein-Westfalen statt. Bei dem Anlass handelt es sich um eine digitale und physische Wettbewerbsveranstaltung für Start-Ups aus verschiedenen Ländern, die in Deutschland aktiv werden möchten. Ein norwegisches Start-Up wird eingeladen, im April 2024 nach Deutschland zu reisen. Mehr Informationen hier: https://www.startupgermany.nrw/