Deutsche Intralogistiksysteme für die norwegische Wellpappenindustrie

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Im südnorwegischen Halden entsteht in Regie von Peterson Packaging AS, einem führenden Hersteller von Verpackungen und Verpackungsmaschinen in Skandinavien, derzeit die modernste Wellpappenfabrik Europas. Das norwegische Unternehmen setzt dabei auf Expertise und hochtechnisierte Komponenten aus Deutschland.

Anlagentechnik „Made in Germany“

Die Minda Industrieanlagen GmbH entwickelt und fertigt als Spezialist für den Sonderanlagenbau innovative Lösungen für den innerbetrieblichen Materialtransport und automatisierte Intralogistikanlagen in der Wellpappenindustrie. „Wir haben die gesamte Intralogistik für das Projekt in Halden geliefert. Damit decken wir die Prozesskette vollständig ab, von der Produktion der Wellpappe über die Verarbeitung bis hin zum Versand“, erklärt Gesamtprojektleiter Benjamin Simmons. Der Auftrag umfasst auch die Entwicklung und Montage von Zwischen- und Inhouse-Hochregallagersystemen.

Durch den Einsatz von integrierten digitalen Lösungen bietet die neue Fabrik eine erhöhte Effektivität, Liefersicherheit sowie signifikant verkürzte Lieferzeiten für die Kunden von Peterson. Zudem wird sich die Gesamtproduktionskapazität durch die Minda-Technologie deutlich erhöhen. In Halden wird erstmals eine komplett neue Softwarelösung zum Einsatz kommen, die wir über die letzten drei Jahre entwickelt und in Feldversuchen getestet haben“, so Ralf Lampe, Vertriebsleiter bei Minda.

Gutes Zusammenspiel vor Ort

Für Minda ist die Ausstattung der Fabrik in Halden nicht das erste Projekt in Norwegen. Das Unternehmen mit Sitz in Minden hat bereits mit mehreren großen Herstellern der norwegischen Verpackungsindustrie zusammengearbeitet. „Der norwegische Markt ist eher geschlossen. Dies stellt vor allem bei neuen Bauprojekten wie in Halden eine Herausforderung für ausländische Auftragnehmer dar. Besonders logistische Aspekte wie die Registrierung von Arbeitskräften sind mit einem gewissen Aufwand verbunden. Für die erfolgreiche Durchführung eines solchen Projekts ist ein gutes Zusammenspiel aller beteiligten Akteure besonders wichtig“, betont Lampe. Ein reibungsloser Ablauf wie in Halden wäre ohne die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Peterson nicht möglich gewesen.

Auch mit der Unterstützung durch die AHK Norwegen ist Minda sehr zufrieden. „Die Prozesse liefen ohne Probleme ab. Waren zusätzliche Mitarbeiter auf der Baustelle notwendig, erfolgte die Anmeldung innerhalb weniger Tage“, meint Simmons. Neben der Personalverwaltung übernahm die AHK Norwegen auch die Fiskalvertretung in Norwegen.

Eine bürokratische Herausforderung stellte mitunter der Einsatz von Subunternehmen aus Drittstaaten dar. „Das hat uns am Anfang etwas Zeit gekostet, die wir allerdings im Laufe des Projekts wieder aufholen konnten. Solche Herausforderungen sind auch für uns ein wichtiger Lerneffekt“, erklärt Simmons.

Das Projekt wird planmäßig zu 80 Prozent in diesem Jahr fertiggestellt. „Mitte November haben wir den Produktionsstart mit einer kleinen Herstellungsmenge eingeleitet. Seitdem wird die Kapazität Woche für Woche gesteigert.“ Nach der offiziellen Eröffnung der neuen Wellpappenfabrik werden alle Produktionsabläufe, die derzeit noch in der Produktionsstätte in Sarpsborg durchgeführt werden, nach Halden verlegt.

Sophia Bohn