Mit einer Importstrategie will die Bundesrepublik nicht nur ihre Wasserstoffversorgung sichern, sondern auch ein Zeichen setzen. Beim geplanten nationalen Netzwerk für Wasserstoffpipelines geht es zudem voran.
Um seine Klimaziele zu erreichen, setzt Deutschland auf Wasserstoff. Deutschlands Schwerindustrie etwa, soll künftig auf Wasserstoff anstatt fossiler Energie zurückgreifen können. Dafür, das ist jetzt schon klar, wird die Bundesrepublik viel importieren müssen. Deshalb hat das Bundeskabinett jetzt eine Importstrategie für Wasserstoff und Wasserstoffderivate beschlossen. Sie soll Deutschlands Nationale Wasserstoffstrategie ergänzen und eine sichere Versorgung des Landes gewährleisten.
Das legt die Strategie fest
• Sicherstellung einer resilienten, nachhaltigen, stabilen, sicheren und diversifizierten Versorgung mit Wasserstoff und Wasserstoffderivaten zur Dekarbonisierung der deutschen Wirtschaft und Einhaltung der Klimaschutzziele.
• Ermöglichung eines raschen Wasserstoffhochlaufs durch Einbeziehung von kohlenstoffarmem (blauem) Wasserstoff, langfristig jedoch Versorgung mit nachhaltigem (grünem) Wasserstoff.
• Unterstützung einer diversifizierten Produktpalette für den Wasserstoffimport, einschließlich molekularem Wasserstoff, Wasserstoffderivaten (z. B. Ammoniak, Methanol) und Trägermedien (z. B. LOHC).
• Aufbau von Importinfrastrukturen für Pipeline- und Schiffstransporte; für Transporte per Schiff, Schiene oder Straße sind vor allem Wasserstoffderivate und Trägermedien relevant.
• Enge Kooperation mit europäischen Partnern und internationaler Zusammenarbeit mit vielen Ländern und Akteuren zur Diversifizierung der Lieferquellen, einschließlich Klima- und Energiepartnerschaften und expliziten H2-Abkommen mit zahlreichen Partnerländern.
Ministerium will Signal an Partner schicken
Mit der Strategie will das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) ein klares Signal an ausländische Partner schicken: „Deutschland erwartet im Inland eine große und stabile Nachfrage nach Wasserstoff und Derivaten und ist ein verlässlicher Partner und Zielmarkt für Wasserstoffprodukte“, sagt Bundesminister Robert Habeck.
Die Bundesregierung geht von einem nationalen Bedarf an Wasserstoff und dessen Derivaten in Höhe von 95 bis 130 TWh im Jahr 2030 aus. Sie rechnet damit, dass davon rund 50 bis 70 % (45 bis 90 TWh) durch Importe gedeckt werden müssen. Die Regierung geht davon aus, dass der Importanteil nach 2030 weiter steigt. Im Jahr 245 könne der Bedarf an Wasserstoff bei 360 bis 500 TWh und bei Derivaten bei 200 TWh liegen.
Laut der Strategie soll die erste grenzüberschreitende Wasserstoffpipeline zwischen Deutschland und Dänemark entstehen, sie könnte Ende 2028 in Betrieb gehen. Ab 2030 soll eine Pipeline Wasserstoffimporte aus Norwegen möglich machen.
Antrag für Nationales Pipelinenetz eingereicht
Die Vertreterin der deutschen Gastransportunternehmen, die FNB Gas e.V., hat Ende Juli zudem ihren Antrag für das geplante Wasserstoff-Kernnetz bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Dieses nationale Wasserstoff-Pipelinenetz mit einer geplanten Länge von 9666 Kilometern soll zu 60 Prozent aus umgebauten Erdgasleitungen bestehen und 19,7 Mrd. Euro Kosten.
Nach einer Konsultation bis am 6. August wird die Bundesnetzagentur bis spätestens am 22. September über eine Genehmigung des Antrags befinden. Wird diese erteilt, will FNB schnell mit dem Aufbau des Kernnetzes beginnen: Erste Leitungen sollen bereits 2025 auf Wasserstoff umgestellt werden.
Quellen:
https://fnb-gas.de/wasserstoffnetz-wasserstoff-kernnetz/
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Das-steckt-hinter-der-Wasserstoff-Strategie-article25117039.htmlhttps://fnb-gas.de/wasserstoffnetz-wasserstoff-kernnetz/
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