Digitales B2B-Matchmaking

Deutsch Norwegisch (Buchsprache)

Fachkompetenz und duale Ausbildung gehören zu den Fokusthemen der AHK Norwegen. Deutschland ist in diesem Bereich ein Vorreiter. Vom 24. bis zum 26. November führt die Handelskammer eine digitale Geschäftsanbahnung für deutsche Anbieter von Ausrüstung und Dienstleistungen für die berufliche Bildung durch. Wir sprachen mit Projektleiterin Carine Gronholz über dieses Thema.

Wie funktioniert diese digitale Geschäftsanbahnungsreise nach Norwegen?

Wir laden deutsche und norwegische Akteure zu einem Webinar und digitalen Treffen ein. Der Fokus dieses, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützten Projektes, liegt vor allem auf der Ausstattung für die berufliche Bildung. An Bord haben wir eine Reihe deutscher Unternehmen, die innovative Lösungen für alle Ausbildungsbereiche, von der beruflichen Ausbildung über Studiengänge bis hin zur Weiterbildung entwickelt haben.

Wie können wir uns die digitalen Treffen vorstellen?

Normalerweise führen wir solche Delegationsbesuche physisch durch. Da dies die aktuelle Situation nicht zulässt, bieten wir ein Webinar zum Thema Fachkompetenz und Industrie 4.0 an, das die Bedeutung der richtigen Ausstattung für die Aus- und Weiterbildung untermauert. Dazu führen wir individuelle digitale Matchmaking-Meetings zwischen deutschen und norwegischen Akteuren durch.

Was verstehen Sie unter richtiger Ausstattung?

Das hängt vom Auge des Betrachters ab. In industrieorientierten, technischen Fächern, auf die wir uns in diesem Projekt konzentrieren, zeigen Umfragen, dass in Norwegen die Zufriedenheit mit der technischen Ausstattung sehr gering ist – dies gilt insbesondere für weiterführende Schulen. Veralte und abgenutzte Geräte sind hier ein wiederkehrendes Thema. Vor allem in den industriellen Bereichen, in denen die technische Entwicklung rasch voranschreitet, ist es schwer, Schritt zu halten. Für eine gute Ausbildung ist es von großer Bedeutung mit moderner, an die Bedürfnisse des Arbeitslebens angepasster Technik, arbeiten zu können.

Können Sie schon etwas über die deutschen Teilnehmer sagen?

Wir haben derzeit elf registrierte Unternehmen mit innovativen Lösungen, beispielsweise in Fabriken für intelligentes Lernen, VR & AR-Technologie und für spezifische Arbeitsplätze im Bereich Industrie 4.0. Einige der Unternehmen sind auf digitalen Unterricht spezialisiert, was, wegen Corona, aktueller denn je ist.

Diese Unternehmen werden dann mit norwegischen Akteuren in Kontakt kommen?

Wir vermitteln Kontakte vom Vertriebspartner bis hin zu potenziellen Direktkunden und Endnutzern, wie Berufsschulen, sogenannte Fachschulen und technische Universitäten. Auch Partnerschaften und Zusammenarbeiten bei der Gestaltung von Bildungseinrichtungen und Kompetenzzentren sind relevant. Für die meisten Unternehmen ist diese Veranstaltungsreihe eine erste Erkundung des norwegischen Marktes. Sie bietet die Gelegenheit, sich über die Organisation der Berufsbildung auszutauschen, Stärken und Bedürfnisse zu erkennen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die AHK Norwegen dieses Thema auf der Tagesordnung hat. Warum ist Fachkompetenz im deutsch-norwegisch Kontext so wichtig?

Das deutsche Modell der dualen Berufsbildung hat international einen sehr hohen Stellenwert. Die berufliche Aus- und Fortbildung in Deutschland wurde in Zusammenarbeit mit den Akteuren des Arbeitslebens entwickelt, und ist somit in Bezug auf die Qualifikationen der Arbeitskräfte eng mit den Anforderungen der Unternehmen und der Industrie verbunden. Es wurde außerderm auf Universitäten und Hochschulen ausgedehnt, indem duale Studiengänge angeboten werden. In Norwegen ist die Ausbildung nicht so gut mit der Arbeitswelt verknüpft, daher trifft der deutsche Ansatz hier auf großes Interesse.

Wie kommt hier Industrie 4.0 ins Spiel?

Deutschland ist eine Lokomotive für die industrielle Produktion. Dort ist es gelungen, den Anteil der industriellen Wertschöpfung am BIP bei über 20 Prozent zu halten. Deutschland hat frühzeitig globale Trends wie die Digitalisierung erfasst, und war das erste Land, das eine nationale Strategie für Industrie 4.0 herausgebracht hat. Der rasante Wandel der Industrie wirft in Norwegen die Frage auf, wie man den Bereich der Aus- und Fortbildung aufstellen kann, um eine bessere Verknüpfung mit der Arbeitswelt zu erreichen. Um der Entwicklung gerecht zu werden, sind moderne Geräte in der Ausbildung eine Grundvoraussetzung. Wir hoffen, dass wir mit unserer Veranstaltung im November einen Beitrag dazu leisten können.

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.