Drei Trends, die Sie über Norweger und Deutschland noch nicht wussten

Deutsch Norwegisch (Buchsprache)

Bei den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Norwegen ist oftmals von Importen, Exporten und Investitionen die Rede. Aber wie sieht eigentlich das Verhältnis der Norweger zu Deutschland und der deutschen Sprache aus?

Norwegische Schüler werden besser in Deutsch

Nach Angaben des norwegischen Statistikbüros SSB haben im vergangenen Jahr 48 000 Schüler Deutsch als Fremdsprache gewählt. Dies entspricht einem Drittel der norwegischen Schüler zwischen der ersten und zehnten Klasse. Die Zahl der Schüler, die Deutsch lernen, hat sich seit 2011 nicht wesentlich geändert, die Schulnoten sind jedoch besser geworden. Obwohl sich die Durchschnittsnote in den letzten zehn Jahren nur geringfügig von 3,8 auf 4,2 (im norwegischen Notensystem ist 6 die beste Note) verbesserte, hat sich die Verteilung der Noten deutlich verändert: Der Anteil an Schülern mit der Note 5 oder 6 ist von 30 auf 42 Prozent gestiegen, während der Anteil an Schülern mit der Note 1 oder 2 von 13 auf sechs Prozent gesunken ist.

Die Tatsache, dass norwegische Schüler bessere Deutschnoten haben, kann ein Indikator dafür sein, dass sich ihre Sprachkenntnisse verbessert haben – dies wäre eine erfreuliche Entwicklung für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Arbeitnehmer mit Deutschkenntnissen sind auf dem norwegischen Arbeitsmarkt gefragt, weil viele deutsche Unternehmen Tochtergesellschaften in Norwegen etablieren und langfristig in das Land investieren. Ein Praktikum bei der AHK Norwegen ist eine gute Gelegenheit für Studierende, ihre Sprachkenntnisse anzuwenden und einen Einblick in die bilaterale Wirtschaftszusammenarbeit zu bekommen. Auch bei den Wirtschaftsjunioren sowie im bilateralen Mitgliedernetzwerk der Handelskammer wird unter anderem auf Deutsch kommuniziert.

Zahl der in Deutschland lebenden Norweger ist konstant

Im Jahr 2018 lebten laut Statistischem Bundesamt 6 385 Norweger in Deutschland. Die Statistiken im Verlauf mehrerer Jahre zeigen, dass die Anzahl an Norwegern, die in Deutschland leben, etwas zurückgegangen ist. In den 1990er und Anfang der 2000er Jahre wohnten noch rund 7 500 Norweger in Deutschland. Seit 2004 bleibt die Zahl auf einem stabilen Niveau von rund 6 300 Norwegern.

Heute leben die meisten Norweger in Nordrhein-Westfalen (1 155), Bayern (970) und Baden-Württemberg (865). In der Hauptstadt Berlin sind 530 Norweger registriert. In den neuen Bundesländern leben derzeit die wenigsten Norweger. Von 190 norwegischen Tochtergesellschaften sind viele an westdeutschen Wirtschaftsstandorten angesiedelt, zum Beispiel der Aluminiumproduzent Hydro Aluminium Rolled Products GmbH oder der Anbieter für Sortierlösungen Tomra Sorting GmbH, die auch zum Mitgliederkreis der AHK Norwegen gehören.

2018 haben infolge des SSB 287 Norweger in Deutschland studiert. Das ist die höchste Zahl seit 2007, und doch wesentlich weniger als im Jahr 1999, als rund 723 Norweger an deutschen Universitäten eingeschrieben waren. Bis 2010 ist die Anzahl norwegischer Studierende deutlich gesunken, steigt seitdem aber wieder langsam, aber stetig an.

Immer mehr Norweger reisen nach Deutschland

Die Untersuchungen des SSB aus dem Jahr 2019 ergaben, dass Deutschland mit 388 000 Reisen auf dem fünften Platz der beliebtesten Urlaubsziele der Norweger landet. Verglichen mit nur 214 000 Urlaubsreisen im Jahr 2005 entspricht dies einem Wachstum von 81 Prozent. Auf den Plätzen vor Deutschland liegen Schweden, Spanien, Dänemark und Großbritannien. Im Jahr 2014 landete Deutschland mit 491 000 Reisen noch auf Platz eins der Urlaubsziele der Norweger.

Deutschland ist für Norweger nicht nur ein attraktives Urlaubsland, sondern auch ein beliebtes Ziel für Geschäftsreisen. Die AHK Norwegen hat langjährige Erfahrung mit der Organisation von Studien- und Delegationsreisen nach Deutschland und steht bei der Planung und Teilnahme an deutschen Messen beratend zur Seite. Außerdem arbeitet die Deutsche Zentrale für Tourismus als Partner der AHK Norwegen aktiv an der Vermarktung Deutschlands als Reiseziel in Norwegen.

Nicolas Schwarz
Übersetzung: Sarah Huesmann