Bild: SINTEF
Im Wettlauf gegen den Klimawandel setzt sich unser Mitgliedsunternehmen ECCSEL ERIC (European Carbon Dioxide Capture and Storage Laboratory Infrastructure) aktiv für eine nachhaltige Zukunft ein. Als europäische Forschungsinfrastruktur für CCUS-Technologien ist ECCSEL der führende Anbieter einer offenen Forschungsinfrastruktur für Kohlenstoffmanagement.
Infrastruktur für Forscher
Mit mehr als 100 hochmodernen Einrichtungen, die sich auf die derzeitigen fünf europäischen Mitgliedstaaten – Norwegen, die Niederlande, Italien, Frankreich und das Vereinigte Königreich – verteilen, ist ECCSEL ein wichtiger Knotenpunkt für wissenschaftliche Innovationen in den Bereichen Kohlenstoffabscheidung, -transport, -nutzung und -speicherung (CCUS). Es ist damit die weltweit größte Forschungsinfrastruktur auf diesem Gebiet.
Die Aufgabe des ECCSEL besteht darin, Forschern auf der ganzen Welt freien Zugang zu einer fortschrittlichen Forschungsinfrastruktur zu bieten, um die Entwicklung und Umsetzung von CCUS-Technologien zu fördern. In Norwegen bieten u. a. die Technisch-Naturwissenschaftliche Universität (NTNU) und die Forschungsorganisation SINTEF einen offenen Zugang zur Forschungsinfrastruktur für globale Nutzer. Das ECCSEL konzentriert sich jedoch nicht nur auf die Forschung, sondern arbeitet auch an der Förderung von CCUS-Lösungen, die die Auswirkungen des Klimawandels verringern können. Dazu gehören Technologien und Verfahren zur Abscheidung, Filterung, zum Transport und zur Speicherung oder Wiederverwendung von CO2.
Zunehmende Bedeutung
Da die Industrie weltweit vor der Herausforderung steht, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, spielen ECCSEL und andere Anbieter von CCSU-Ausrüstung und -anlagen eine immer wichtigere Rolle. Für Industrien, die keine eigene Forschung zur CO2-Abscheidung betreiben, ist ECCSEL eine wichtige Ressource für die Entwicklung von Lösungen zur CO2-Reduzierung. Der Aufbau von Anlagen und Einrichtungen für die Forschung und Entwicklung von CCUS-Lösungen ist für den einzelnen Akteur sowohl kostspielig als auch ressourcenintensiv. Die Hauptaufgabe des ECCSEL besteht darin, der Industrie und anderen Akteuren, die Ausrüstung für Lösungen zur CO2-Abscheidung benötigen, einen offenen Zugang zu gewähren. Dabei handelt es sich um Lösungen, die an die jeweilige Branche angepasst werden müssen. Auch Forschung und Entwicklung sind notwendig, um kosteneffiziente Lösungen zu erreichen. Hier bietet ECCSEL die Einrichtungen und das Fachwissen, die für diese Aufgabe erforderlich sind. Der Einfluss des ECCSEL geht über die Forschung hinaus; es berät Industrie und Wissenschaft durch Beratungsgremien und versteht sich als Förderer der internationalen Zusammenarbeit. Durch die enge Zusammenarbeit mit europäischen und globalen Initiativen wie der Europäischen Energieforschungsallianz (EERA) und Mission Innovation will das ECCSEL sicherstellen, dass seine Forschungsinfrastruktur direkt zur Erreichung der langfristigen Klimaziele beiträgt.
Deutschland zeigt Interesse
ECCSEL verzeichnet derzeit einen stetigen Zuwachs an neuen Einrichtungen und Partnern. Ziel ist es, weitere Länder als Mitglied bei ECCSEL zu gewinnen, darunter auch Deutschland.
Warum zeigt Deutschland Interesse an einem Beitritt? Oder warum ist ECCSEL für Deutschland interessant?
Die CCUS-Forschungsgemeinschaft in Deutschland hat seit langem Interesse an einer Teilnahme an ECCSEL gezeigt. Die Forschungsgemeinschaft profitiert von der Teilnahme an einem European Research Infrastructure Consortium (ERIC) wie ECCSEL, da dieses die Forschungsfront in Europa repräsentiert. Durch ECCSEL werden Forschungsergebnisse, Methoden und Ansätze, die sonst nicht verfügbar wären, länderübergreifend ausgetauscht. Da Deutschland nun auf politischer Ebene Schritte in Richtung verstärkter Investitionen in CCUS unternommen hat, bietet sich die Gelegenheit, mit Deutschland als Mitglied von ECCSEL zusammenzuarbeiten.
Wie kann die deutsche Mitgliedschaft zu ECCSEL beitragen?
Die Mitgliedschaft Deutschlands im ECCSEL wird unsere Forschungsinfrastruktur erheblich stärken, da in Deutschland viel an CCUS-Technologien geforscht wird. Derzeit ist Deutschland das Land in Europa, das die meisten Mittel für die CCUS-Forschung ausgibt. Wenn Deutschland dem ECCSEL beitritt, wird es in der Lage sein, Forschern und der Industrie weltweit wesentlich mehr Ausrüstung und Fachwissen zur Verfügung zu stellen. Dies könnte zu einer schnelleren Umsetzung kosteneffizienter Lösungen zur Kohlenstoffabscheidung für die Industrie und KMU führen, da deutsche ECCSEL-Einrichtungen sowohl Zugang zu Ausrüstung als auch zu Fachwissen bieten. Dies wird die Forschung in ganz Europa vorantreiben.
Wie ist der Stand der „Beitrittsverhandlungen“? Was wird gerade fertiggestellt? Wann wird Deutschland voraussichtlich Mitglied werden?
ECCSEL arbeitet derzeit daran, die Gruppe der wissenschaftlichen Umgebungen zu kartieren, die in der ersten Phase der deutschen Mitgliedschaft einen deutschen ECCSEL-Knoten darstellen könnte. Diese Arbeit muss abgeschlossen sein, bevor wir fortfahren und eine Mitgliedschaft Deutschlands im ECCSEL mit der Regierungsebene diskutieren können, die die richtige Instanz für eine Mitgliedschaft im ECCSEL ist.
Wird eine Mitgliedschaft zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen innerhalb des CCUS führen?
Eine deutsche Mitgliedschaft im ECCSEL wird zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen in der CCUS-Forschung führen. Die Partner in den Mitgliedsländern von ECCSEL tauschen Informationen über Aktivitäten und zukünftige Prioritäten in ihrer Forschung zu CCUS-Technologien aus. Ein wichtiger Zweck dieses Informationsaustauschs ist es, zu vermeiden, dass europäische Länder in ähnliche Forschungseinrichtungen investieren und diese in anderen Ländern aufbauen. Stattdessen können Forscher aus dem akademischen Bereich und der Industrie in andere Länder reisen, um die gemeinsame europäische Forschungsinfrastruktur zu nutzen.
Wie profitiert Norwegen vom ECCSEL?
Norwegen und die NTNU sind die Gastgeber des ECCSEL. Norwegen ist somit auf Dauer der Hauptsitz der gemeinsamen europäischen Forschungsinfrastruktur im Rahmen von CCUS. Dies trägt dazu bei, dass die entscheidende Rolle, die CCUS bei der Erreichung tiefgreifender Emissionssenkungen in einigen Teilen der Industrie spielt, besser sichtbar wird. Mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung im Bereich CCS trägt Norwegen zu den Arbeiten zum Aufbau von ECCSEL bei. In den nächsten Jahren wird es wichtig sein, sich an die bevorstehenden europäischen Initiativen zum Kohlenstoffmanagement anzupassen. Dies muss geschehen, damit Europa und der Rest der Welt weiterhin einen offenen Zugang zur Forschungsfront über die weltweit größte Forschungsinfrastruktur für CCUS-Technologien haben.
