Effektives Recycling durch bilaterale Zusammenarbeit

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Im Industriegebiet Forus bei Stavanger steht seit vergangenem Jahr eine hochmoderne Abfallsortieranlage. Seit 1. Januar 2019 werden auf dem 11 000 Quadratmeter großem Gelände in Regie des Unternehmens IVAR IKS, das die Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft von 13 Kommunen in der Region Rogaland verantwortet, Haushaltsabfälle und Papier recycelt. Gemeinsam mit einem deutschen Techniklieferanten leistet es einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

33 000 Tonnen Emissionen pro Jahr eingespart

Die Sutco RecyclingTechnik GmbH mit Sitz in Bergisch Gladbach erhielt den Auftrag für die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme der Maschinen- und Lüftungstechnik für die Abfallsortieranlage im Gesamtwert von circa 65 Millionen Euro. Diese hat eine Recyclingkapazität von 66 000 Megagramm pro Jahr für Hausmüll und 23 000 Megagramm pro Jahr für Papier. Seit seiner Gründung im Jahr 1985 engagiert sich Sutco in den Bereichen Umweltschutz und Recycling.

„Das besondere an der neuen Anlage ist, dass aus dem Hausmüll neben Metallen über Nahinfrarottechnik verschiedene sortenreine Kunststoffe in einzelne Fraktionen sortiert werden können, um diese anschließend einer stofflichen Wiederverwertung zuzuführen“, erklärt Thomas Kohlenbach, zuständiger Projektleiter bei Sutco RecyclingTechnik. „Bei dem Aufbereitungsprozess werden in einer nachgeschalteten Waschanlage die aussortierten Kunststofffraktionen PE-Film (LDPE), HDPE und PP gewaschen, zerkleinert und in einem Extruder zu sortenreinem Granulat verarbeitet. Dieses Granulat dient dann wiederum als „recycelter Rohstoff“ zur Herstellung verschiedenen Kunststoffartikel.“

Auch PET, PS sowie Papierabfall können in der neuen Anlage recycelt werden. Der nicht sortierbare Restmüll wird auf einem Förderband zu einer Verbrennungsanlage transportiert, wo daraus Strom und Fernwärme produziert werden. Durch den Recyclingprozess, der an einem einzigen Standort erfolgt, werden etwa 33 000 Tonnen Emissionen pro Jahr eingespart – dies entspricht den jährlichen Fahrten von 20 000 Benzinautos.

Effektive Kommunikation vor Ort

Als einer der weltweit größten Hersteller von Sortier- und Aufbereitungsanlagen für die Abfallwirtschaft mit vier Tochtergesellschaften in Polen, Spanien, Brasilien und Großbritannien sind internationale Aufträge für Sutco kein Neuland: „In Norwegen war vor allem die offene und gemeinschaftliche Zusammenarbeit mit unserem Kunden sowie weiteren norwegischen Projektbeteiligten eine sehr positive Erfahrung“, erzählt Kohlenbach.

Die Zusammenarbeit mit der AHK Norwegen verlief ebenfalls durchweg positiv: „Wir haben schnelle Rückmeldungen erhalten und die unterschiedlichsten Sachverhalte wurden verständlich wiedergegeben“, bestätigt Kohlenbach. „Zudem empfanden wir es als sehr positiv, dass uns direkt ein Ansprechpartner zugewiesen wurde, der uns bei allen Themen zur Seite stand und gegebenenfalls unsere Anfragen intern weitergeleitet hat.“

Sophia Bohn