Energie aus Abwasser: Turbo für die Wärmewende

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Im November 2016 hat die deutsche Bundesregierung mit dem Klimaschutzplan 2050 erstmals konkrete Zwischenziele für den Klimaschutz festgelegt. Im Gebäudebereich sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 67 Prozent gegenüber dem Ausstoß des Jahres 1990 reduziert werden. Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, bedarf es bezahlbarer Technologien, die für eine effektive Reduktion der Treibhausgasemissionen sorgen.

Wärmeenergie aus Abwasser kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Im Abwasser, das in unseren Abwasserkanälen ständig in großen Mengen vorhanden ist und ganzjährig eine durchschnittliche Temperatur zwischen 10 und 20°C hat, steckt ein enormes Energiepotenzial. Mithilfe eines Wärmetauschers und einer Wärmepumpe, die Strom als Systemkomponente nutzt, kann dem Abwasser Wärme entzogen werden. So wird die thermische Energie des Abwassers nutzbar gemacht und Gebäude können beheizt oder auch klimatisiert werden.

Deutliche Reduktion des CO2-Ausstoßes

„Die Energiegewinnung aus Abwasser wird seit knapp zehn Jahren im Windschatten der Stromwende vorangetrieben. Mit der Wärmewende ist ihre Zeit nun gekommen. Vom Preis her kann die Energie aus Abwasser bereits heute mit Öl und Gas konkurrieren, ganz abgesehen vom erheblichen Klimaschutzeffekt“, meint Stephan von Bothmer, Geschäftsführer der Helmut Uhrig Straßen- und Tiefbau GmbH.

In Städten und Ballungsgebieten ab 5 000 Einwohnern ist diese Technologie besonders attraktiv, weil viel Abwasser entsteht und der Wärmebedarf entsprechend hoch ist. Mit einer durchschnittlichen Anlage zur Energiegewinnung aus Abwasser kann der CO2-Ausstoß im Vergleich zu konventionellen Gas- und Ölheizungen um 50 Prozent reduziert werden. In Deutschland können 14 bis 28 Prozent des Wärmebedarfs in Gebäuden durch Energie aus Abwasser gedeckt werden.

Modulare Wärmetauschermodule

Die Helmut Uhrig Straßen- und Tiefbau GmbH, ein mittelständisches Fmilienunternehmen mit Sitz in Geisingen an der Donau in Baden-Württemberg, ist spezialisiert auf Abwasser- und Regenwassersysteme. Seit knapp zehn Jahren entwickelt, baut und installiert das Unternehmen Wärmetauscher zur Energiegewinnung aus Abwasser und ist mit bereits etwa 75 realisierten Anlagen Marktführer. Der Therm-Liner von Uhrig ist ein modulares Kanalwärmetauschersystem für Bestands- und Neubaukanäle, bei dem die einzelnen Wärmetauschermodule über die vorhandene Schachtinfrastruktur eingebracht und betriebssicher montiert werden.

„Wir stehen zu Beginn der sogenannten Wärmewende mit einer perfekt funktionierenden Technologie bereit, die einen erheblichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Wärmemarktes leisten kann“, so Bothmer. Die Technologie wurde bereits in Deutschland, Frankreich, Dänemark, Österreich, den Niederlanden und im vergangenen Jahr erstmals in einem Abwassertunnel in Stavanger eingesetzt.

Weitere Informationen zur Abwasserwärmenutzung auf dem YouTube-Kanal der Helmut Uhrig Straßen- und Tiefbau GmbH.