Smart Grid

Exportinitiative Energie – Deutsche Lösungen für das norwegische Stromnetz

Deutsch Norwegisch (Buchsprache)

Wie können deutsche Unternehmen zur Digitalisierung und dem Kapazitätsausbau des norwegischen Stromnetzes beitragen? Vom 3. bis 5. November begeben sich acht deutsche KMU auf „digitale AHK-Geschäftsreise“ nach Norwegen, um ihre Lösungen dort dem norwegischen Energiesektor und potenziellen Geschäftspartnern zu präsentieren.

Die Elektrifizierung verschiedener gesellschaftlicher Bereiche in Norwegen bringt deutliche Herausforderungen für das norwegische Stromnetz mit sich: Hohe Investitionen in die intelligente Instandhaltung und Überwachung der Netzinfrastruktur werden in den kommenden Jahren unabdingbar. Hierfür sind Lösungen gefragt, welche die Kosten für den Netzausbau reduzieren, Lastspitzen eindämmen oder den Stromverbrauch effizienter gestalten. Dies birgt Chancen für deutsche Unternehmen aus den Bereichen Smart Grids und Energiespeicher, ihre Expertise auch in Norwegen einzubringen.

Mit dem Nordlink-Projekt wirkt sich die Cybersicherheit norwegischer Infrastrukturen direkt auf die Versorgungssicherheit Deutschlands aus.

Richard Stüber, Rhebo GmbH

„Mit dem Nordlink-Projekt wirkt sich die Cybersicherheit norwegischer Infrastrukturen direkt auf die Versorgungssicherheit Deutschlands aus. Mit unseren dezidiert Lösungen für Industrial Continuity und IoT-Sicherheit möchten wir norwegische Industrie- und Energieunternehmen unterstützen, ihre IoT-Produkte und industriellen Netzwerke für die Zukunft abzusichern“, berichtet Richard Stüber, Marketing Manager bei der Rhebo GmbH.

Rhebo ist eines der acht Unternehmen, welches an der AHK-Geschäftsreise im Rahmen der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie teilnimmt. Die AHK Norwegen führt diese digitale Geschäftsreise gemeinsam mit der Energiewaechter GmbH durch. Ziel des Projektes ist es, die ausgewählten KMU bei den ersten Schritten auf dem norwegischen Markt zu begleiten und sie an die richtigen Partner aus dem Energiesektor heranzuführen.

„Wir sehen für alle teilnehmenden Unternehmen ein Potenzial in Norwegen. Aufgrund seiner Marktgröße und den starken Initiativen für die Energiewende haben sich in Deutschland bedeutende Kompetenz- und Forschungszentren entwickelt, aus welchen eine Vielzahl innovativer Unternehmen hervorgeht“, so Sybille Köhler, Projektleiterin bei der AHK Norwegen.

Ein Beispiel ist das Start-up envelio, welches eine Plattform für den smarten Netzbetrieb entwickelt hat. 2017 wurde das Unternehmen als Spin-Off der RWTH Aachen gegründet und beschäftigt inzwischen 65 Mitarbeiter. Ein weiteres Jungunternehmen, welches den norwegischen Markt erobern möchte, ist Ifesca. Das Thüringer Start-up hat eine Prognose- und Optimierungssoftware entwickelt und wurde erst kürzlich in den Kreis der Top 100 innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands aufgenommen.

Breites Spektrum an Smart-Grid-Lösungen

„Die meisten teilnehmenden Unternehmen bieten digitale Lösungen. Die WT Energiesysteme GmbH ist in der Errichtung, Wartung und Modernisierung von Umspannwerken aktiv“, so Köhler.

Volkmar Boerner, verantwortlich für den Bereich Business Development der Mondas GmbH hofft mit seiner Teilnahme auf qualifizierte Kontakte zur norwegischen Energiebranche. Sein Ziel ist außerdem, mehr darüber zu erfahren, an welchen innovativen Speichertechnologien im Norden geforscht wird und wie Microgrids sowie die zunehmenden Windenergie- und Solaranlagen überwacht und gewartet werden. „Mit unserer IoT-Webplattform können Energieversorger den Betrieb von Wärmenetzen optimieren und die Wartungskosten dezentraler Energieanlagen deutlich senken“, berichtet Boerner.

Ein weiterer Smart Grid-Akteur, die GridData GmbH, ermöglicht Netzbetreibern, ihre Echtzeitdaten aus dem Verteilnetz für die Netzplanung und den Netzbetrieb zu nutzen. „Vorhandene Messpunkte oder Smart-Meter-Daten helfen bei der Bewältung der steigenden Netzkomplexität“, erzählt Manfred Reitenspieß, verantwortlich für Vertrieb und Business Development bei GridData.

Aufgrund seiner Marktgröße und den starken Initiativen für die Energiewende haben sich in Deutschland bedeutende Kompetenz- und Forschungszentren entwickelt, aus welchen eine Vielzahl innovativer Unternehmen hervorgeht.

Sybille Köhler, AHK Norwegen

Energiespeicherung als integrierter Teil des norwegischen Energiesystems

Die Firmen BAE Batterien und Freqcon sind im Bereich der Speichersysteme aktiv. Letztere sehen weitreichende Vorteile und Einsatzmöglichkeiten für ihre Produkte im Bereich Energiespeicher und Umrichtertechnik in Norwegen.

„Unsere modernste und innovative Technik sorgt für eine Stabilisierung der Netzversorgung, Verbesserung der Stromqualität und nicht zuletzt die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit durch Ergänzung von Energiekonzepten. Eine dezentralisierte Energieerzeugung im ländlichen Raum gehört zudem zu unseren Kernkompetenzen“, berichtet Henning Stoppel von der Freqcon GmbH.

Jon Arnesen, Ingenieur für Netzentwicklung beim norwegischen Netzbetreiber Tensio TN, ist der Meinung, dass sowohl Batterien als auch andere Speicherlösungen künftig eine Rolle im norwegischen Energiesystem speichern können. „Ich glaube, Batterien werden vor allem im Niedrigspannungsbereich genutzt werden, während andere Speicherformen bei höheren Spannungsebenen in Frage kommen. Für die Netzbetreiber werden vor allem Batterien in Gebieten mit Spannungsproblemen interessant sein, ganz besonders kleinere dezentrale Einheiten.“

Während des bilateralen Webinars im Rahmen der digitalen Geschäftsreise am 3. November wird Jon Arnesen ein aktuelles Projekt von Tensio zur intelligenten Stromverteilung präsentieren. „Ziel des Projektes ist die Demonstration neuer Technologien und digitaler Lösungen in einem skalierbaren Umfeld sowie die Verifikation und Nutzeneinschätzung dieser. Im Demo-Projekt platzieren wir Batteriepakete an verschiedenen Stellen im Niedrigspannungsnetz und testen verschiedene Funktionen“, so Arnesen.

Für einen Einblick in den norwegischen Smart-Grid- und Speichermarkt können Sie kostenlos am Webinar am 3. November teilnehmen. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.