Europas größtes Vorkommen an Seltenen Erden liegt in Südnorwegen

Nach drei Jahren umfangreicher Bohrungen und Analysen hat das norwegische Bergbauunternehmen Rare Earths Norway (REN) eine erste Ressourcenschätzung erhalten, die belegt, dass das Fensfeld Europas größtes Vorkommen an Seltenen Erden (REE) ist. Damit bietet sich Rare Earths Norway zukünftig die Möglichkeit, bis zu 10 Prozent des EU-Bedarfs an Seltenen Erden zu decken. Dies gab REN auf einer Pressekonferenz am 6. Juni in Oslo bekannt und überreichte der norwegischen Wirtschaftsministerin Cecilie Myrseth den Bericht. Auch für Deutschland ist der Fund von Bedeutung.

Der am 6. Juni vorgelegte Bericht ist die erste Mineralressourcenschätzung für Seltene Erden, die den Großteil der Fensfeld-Lagerstätte abdeckt. In diesem Gebiet in Südnorwegen erhoffen sich nicht nur das Land, sondern auch ganz Europa schon seit längerem riesige Vorkommen an begehrten Seltenen Erdmetallen. Der jetzt vorgelegte Bericht, der eine unabhängige Ressourcenschätzung bis zu 468 m unter dem Meeresspiegel beinhaltet, bestätigt: Das Fensfeld die bisher größte Lagerstätte von Seltenen Erden auf dem europäischen Konitnent.

Ein Millionen-Tonnen-Fund

Die Mineralressource beläuft sich auf 559 Millionen Tonnen mit einem durchschnittlichen Gehalt an Seltenerdmetallen in Oxidform (TREO – total rare earth oxides) von 1,57%.  Dies entspricht einem Gesamtgehalt an TREO von 8,8 Millionen Tonnen im Untersuchungsgebiet. Davon sind 1,5 Millionen Tonnen Neodym- und Praseodymoxid. Diese Elemente werden oft als magnetverwandte Seltene Erden bezeichnet und bei der Herstellung von Dauermagneten in Elektroautos und Windkraftanlagen verwendet. Der Fund ermöglicht im Kampf gegen den Klimawandel mehr Unabhängigkeit von den Ländern, die aktuell über Vorkommen Seltene Erden verfügen.

Michael Kern, der Geschäftsführer der AHK Norwegen, sagt:

Dieser Fund ist bedeutend für die norwegische Industrie, die damit einen wichtigen Beitrag im grünen Wandel in Europa leisten will

Er ist überzeugt, dass dies auch ein Chance für die deutsche Industrie ist: „Der Fund kann eine engere bilaterale Zusammenarbeit in einem weiteren wichtigen Segment ergeben.“

Laut Rare Earths Norway sei das Ziel, zu einer vollständigen und kompakten europäischen Wertschöpfungskette mit geringem Klima- und Umwelteinfluss beizutragen – vom Abbau der Mineralien bis zur Produktion von Dauermagneten.

Fortschritte im Projekt

Rare Earths Norway setzt nun seine Arbeiten zur Kartierung der Lagerstätte im Fensfeld fort und plant neue Bohrkampagnen bereits für 2024. Eine vorläufige wirtschaftliche Machbarkeitsstudie für das Projekt wird ebenfalls für 2024 erwartet. Das Unternehmen hat eine Reihe umfangreicher Forschungs- und Entwicklungsprogramme eingeleitet und arbeitet mit Partnern in fast 20 verschiedenen Ländern zusammen.

Weitere Informationen unter https://rareearthsnorway.com/