Große Chancen für norwegische Edtech-Start-ups in Deutschland

Deutsch Norwegisch (Buchsprache)

Covid-19 hat den Bedarf an Lösungen für digitale Lerntechnologien (Edtech) verdeutlicht. Vor diesem Hintergrund organisierte die Oslo Business Region in Zusammenarbeit mit der AHK Norwegen, Innovation Norway und IKT Norge ein Webinar zu den Geschäftschancen, die sich für Start-ups im Bereich der Educational Technology auf dem deutschen Markt bieten.

Norwegische Gründer, die sich auf dem deutschen Markt etablieren möchten, können sich an verschiedene Akteure wenden, die ihnen beratend zur Seite stehen. Mit dem Webinar «Intro to the German market: EdTech in Germany» haben diese Akteure ihre Kräfte gebündelt, um Geschäftsmöglichkeiten aufzuzeigen und interessierte Unternehmen aus Norwegen dabei zu unterstützen, diesen sehr wichtigen Markt zu erforschen. „Europa ist der wichtigste Markt für Norwegen und Deutschland ist unser bevorzugter Partner für Edtech-Lösungen», sagt Mali Hole Skogen, Direktorin für Technologie und Nachhaltigkeit bei der Interessenorganisation IKT Norge.

Digitale Hubs in Deutschland

Die AHK Norwegen arbeitet eng mit Germany Trade & Invest (GTAI) zusammen. Stefanie Burgdorff, die beim GTAI für Trend & Innovation Scouting verantwortlich ist, ging auf das breite Dienstleistungsangebot der Organisation im Zusammenhang mit dem Markteintritt in Deutschland ein, das unter anderem die Rechts- und Steuerberatung umfasst. Die 100 Webinar-Teilnehmer wurden ebenfalls über die «Digital Hub»-Initiative des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) informiert, die dazu führte, dass heute zwölf digitale Hubs über Deutschland verteilt sind. „Die Idee dahinter ist, Start-ups mit Forschern, Unternehmern und Investoren zusammenzubringen und so ein großes Netzwerk für die digitale Wirtschaft zu schaffen und die digitale Transformation voranzutreiben“, erklärt Burgdorff.

Jeder Hub hat einen spezifischen Branchenfokus und bietet unter anderem Förderprogramme und Möglichkeiten für Coworking-Projekte. Laut Burgdorff sind aus dieser Initiative über 250 Partnerschaften zwischen Start-ups und Unternehmen entstanden. „Es ist eine ideale Gelegenheit, sich mit dem deutschen Markt vertraut zu machen, bevor man sich für den Markteintritt entscheidet.“

Best Practise von FIRST Scandinavia

Margrethe Skjelbred, Projektleiterin für Newton-Räume in der Non-Profit-Organisation FIRST Scandinavia teilte ihre Erfahrungen über den kürzlich erfolgreichen Launch in Deutschland. „Ein Newton-Raum ist eine physische Einrichtung, in der Schüler und Lehrer Wissenschaft erleben, relevante Geräte verwenden, zusammenarbeiten und Spaß beim Lernen haben können. Alle Aktivitäten sind hands-on und das Thema des Raums ist für die spezifische Region relevant.“

Heute gibt es 40 permanente Newton-Räume in Norwegen, Dänemark und Schottland, alle mit unterschiedlichem Industriefokus. Die lokale Anpassung war auch wichtig, als das Unternehmen nach Deutschland expandierte und im Jahr 2018 Boeings internationaler Partner für Wissenschaft wurde. Die Kooperation geht über fünf Jahre und beinhaltet die Organisation von 21 Popup-Events mit mobilen Newton-Räumen in ganz Europa.

Die Wahl fiel auf Neu-Isenberg aufgrund der Nähe zu Frankfurt, einem wichtigen Knotenpunkt für die Lufthansa und die Luftfahrtindustrie. Der mobile Newton-Raum wurde auf dem Parkplatz des Boeing Digital Solutions & Analytics Lab Frankfurt in Neu-Isenberg platziert. „Das Projekt bestand unter anderem aus einem dreiwöchigen Mathematikprogramm im Kontext der Luftfahrt. Die Schüler bekamen Einführungskurse in relevante Mathematik, planten ihre eigene Flugroute und konnten diese anschließend im Flugsimulator fliegen. Ein Industrieexperte von Boeing war vor Ort, um mit den Schülern zu sprechen.

Lokale Stakeholder als Projekteigentümer

Skjelbred betonte, wie wichtig es ist, einen lokalen Ankerplatz zu finden, damit die Stakeholder vor Ort ebenfalls Verantwortung für das Projekt übernehmen. „Unsere Expansion nach Deutschland war von unseren lokalen Partnern abhängig: Wir haben mit Behörden, dem privaten Sektor und Non-Profit-Organisationen zusammengearbeitet, was ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Projekt war.“

Sich im Ausland zu etablieren erfordert Geduld und Mut. Laut Skjelbred ist es wichtig, zu akzeptieren, dass es einige Zeit dauern kann, die Stakeholder zu überzeugen. „Wir hatten insgesamt fünf Meetings, bevor wir die lokalen Behörden von unserem Projekt überzeugen konnten. Und das mit dem Vorbehalt, dass sie nicht dazu bereit waren, in einen permanenten Newton-Raum zu investieren. Aber noch bevor das erste Popup-Projekt beendet war, konnten wir bereits mit den Gesprächen für eine zukünftige Zusammenarbeit beginnen.

Haben Sie Fragen zum deutschen oder norwegischen Markt? Sprechen Sie mit unserer Abteilungsleiterin für Market Entry und Business Development, Rita Hareid.

oversatt av Julia Pape