Mit deutschen Partnern durch die Krise

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Grenzschließungen und Produktionsstopps infolge der Covid-19-Pandemie haben zu Verzögerungen in den Lieferketten geführt und Abläufe unkalkulierbar gemacht. Bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Medizintechnik ist Norwegen teilweise auf seine Partner im Ausland angewiesen. Wir berichten von vier Mitgliedern aus dem bilateralen Netzwerk, die seit vielen Jahren und insbesondere in der Krise einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der systemkritischen Infrastruktur in Norwegen leisten. 

Verpackungen für die Lebensmittelindustrie 

MINDA Industrieanlagen GmbH lieferte im letzten Jahr die Intralogistik für ein neues Wellpappenwerk der Firma Peterson im norwegischen Halden. Als führender Hersteller von Verpackungen für Skandinavien bedient Peterson auch die norwegische Lebensmittelindustrie. Die Anlage in Halden wurde noch vor der Pandemie in Betrieb genommen und die Abläufe werden fortlaufend, vor Ort und per Fernwartung aus Minden, optimiert.  

Bei der Arbeit vor Ort ist es in den letzten Monaten zu kleinen Verzögerungen gekommen, da die Reiseorganisation und Unterbringung der deutschen Kollegen aufwändiger geworden ist, berichtet  das Unternehmen. Durch die gegenseitige Unterstützung konnten die Aufgaben jedoch zeitnah und effektiv gelöst werden, sodass Peterson seine Lieferketten auch während der Krise aufrechterhalten konnte.  

Mobile Bilddiagnostik für Krankenhäuser 

Das Unternehmen Alliance Medical aus Castrop-Rauxel ist Spezialist für mobile medizinische Bilddiagnostik und hat unter anderem ein Modulargebäude mit einem diagnostischen Bildgebungssystem im Vestfold-Krankenhaus in Tønsberg installiert. Außerdem besucht das Unternehmen jede Woche Krankenhäuser in Kristiansand, Elverum und Lillehammer mit einem Spezialtrailer, um PET-/CT-Aufnahmen durchführen. So müssen Patienten nicht für Untersuchungen nach Oslo reisen, sondern können vor Ort behandelt werden. „Die Kunden und Patienten schätzen unseren Service sehr und sind froh, dass er auch trotz Covid-19 weiterlaufe“, berichtet Jaap Schurink, Director of Operations bei Alliance Medical NE. 

Medizintechnik für den Gesundheitssektor 

Die GEIS Eurocargo GmbH mit Sitz in Erlangen ist ein in Norwegen tätiger deutscher Speditions- und Logistikdienstleister. Europaweit liefert und installiert das Unternehmen Medizin-Produkte der Firma Siemens Healthcare GmbH in Krankenhäusern und Praxen – darunter MRT- und CT-Geräte sowie Angiographie-Lösungen. Zwischen Januar und März war das Unternehmen in Krankenhäusern in Tromsø, Harstad und Kristiansand tätig. Weitere Einsätze sind für August geplant, unter anderem in Bergen und Oslo. „Die geplanten Aufträge zeugen von der guten Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen, das Feedback der Kunden in Norwegen war bisher durchweg positiv“, so Christian Tomalik, stellvertretender Standortleiter der Geis Eurocargo GmbH. 

 
Raumsysteme im Krankenhaus-, Pflege- und Laborbereich  

Ob Operationssäle, Patienten- und Badezimmer für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen oder Labore im Forschungsbereich – die HT Group GmbH und ihr norwegisches Tochterunternehmen HT Nordic AS entwickeln, produzieren und liefern technologische und hocheffiziente vorgefertigte Gebäude- und Raumsysteme. 2019 erhielt das Unternehmen beispielsweise den Auftrag für 640 Badezimmer für das neue Krankenhaus in Stavanger. Diese werden in Deutschland hergestellt, verpackt und nach Norwegen geliefert, wo sich das Tochterunternehmen um die Montage kümmert. „Wir bieten hygienische und flexible Lösungen für die Zukunft. Neben der interaktiven Planung schätzen die Kunden die hohe Qualität unserer ausschließlich in Deutschland am Standort hergestellten Produkte“, so Thomas Fritsch, CEO der HT Group.