Von Messeständen zu Büromodulen

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Im ersten Halbjahr sind fast alle großen Messen und Veranstaltungen aufgrund von Covid-19 abgesagt oder verschoben worden. Um das Rad trotzdem am Laufen zu halten, setzt der norwegische Messestandspezialist Messekompaniet nun verstärkt auf Büromodule.

„Wir haben ein einmaliges, umweltfreundliches Bausystem, welches für die Einteilung von Arbeitsplätzen im Büro genauso gut funktioniert wie auf Messen und Veranstaltungen“, erzählt Geschäftsführer Henrik K. Gislerud.

Messekompaniet hat sich seit den 1970er Jahren auf den Aufbau bei Messen und Veranstaltungen spezialisiert. Parallel dazu bieten sie ihre Lösungen auch für die Einrichtung von Büros an. Nach dem internationalen Stopp für Messeaktivitäten sieht sich das Unternehmen gezwungen, noch stärker auf diese Sparte ihres Portfolios zu setzen. Die flexiblen Baumodule von Messekompaniet verwandeln eine offene Bürolandschaft in kürzester Zeit in einzelne Arbeitsstationen, und zwar individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse eines Unternehmens.

„Wenn die Behörden derart strenge Vorschriften zur Infektionskontrolle sowie Abstandsregelungen einführen und gleichzeitig den Mitarbeitern die Möglichkeit eröffnen, zu ihrem Arbeitsplatz zurückkehren, sehen wir, dass immer mehr Unternehmen auf der Suche nach Lösungen sind, ihre Büros entsprechend einzurichten.“

Module zur Miete

Gislerud hat Verständnis dafür, dass Unternehmen möglicherweise angesichts der ungewissen Zukunft nicht daran interessiert sind, Geld in die Umstrukturierung ihrer Büros zu investieren. Daher werden die Büromodule auch für sechs Monate oder länger zur Miete angeboten.

„Der Mietpreis soll für jedes Unternehmen zu stemmen sein. Wir hoffen, dass wir einen Preis pro Arbeitnehmer anbieten können, der es den Unternehmen ermöglicht, seine Angestellten wieder ins Büro zu holen und für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen.“

Die Lösungen von Messekompaniet sind branchenübergreifend einsetzbar, aber Gislerud glaubt, dass sie besonders für Unternehmen in der Kreativwirtschaft relevant sein können.

„Wir haben mit einigen Unternehmen gesprochen, die merken, dass die Produktivität ihrer Angestellten über einen längeren Zeitraum im Homeoffice abnimmt. Das kreative Arbeiten über den Bildschirm ist einfach nicht so fruchtbar wie die physische Zusammenarbeit.“

Schwierige Zeiten

Infolge von Covid-19 musste Gislerud den größten Teil seiner Angestellten in Kurzarbeit schicken. Von elf Mitarbeitern arbeiten neben ihm selbst nur noch zwei Projektleiter zu jeweils 20 Prozent. Er lobt die Krisenbewältigung der norwegischen Regierung mit Maßnahmen wie dem Betreuungs- und Kurzarbeitergeld, und hofft, dass die Behörden auch langfristig dabei unterstützen, die schwierige Situation zu bewältigen und die Aktivitäten wieder in Schwung zu bringen.

„Ich würde gern einige meiner Mitarbeiter zurückholen, um unsere Bürolösungen weiter voranzutreiben. Aber es bleibt eine Risikoanalyse: Wie lange können wir auf etwas setzen, von dem wir nicht genau wissen, ob wir damit Erfolg haben werden, bevor die Kassen leer und wir nicht mehr geschäftsfähig sind?“

Denn die vorrangigen Geschäftsaktivitäten des Unternehmens werden fürs Erste nicht so schnell wieder in Gang kommen:

„Es ist möglich, dass sich im Herbst wieder Möglichkeiten ergeben, und unsere Dienste auf kleineren Konferenzen in Anspruch genommen werden. Aber es wird noch lange dauern, bis wir wieder in der Normalität angekommen sind.“