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Wie wichtig sind Migranten für die Stärkung der Innovationskraft in Europa? Diese Frage soll im Buch „Startup Migrants“ der Autoren Nicolai Strøm-Olsen und Marie Amelie beantwortet werden.

Europa steht vor großen Herausforderungen in Bezug auf Zuwanderung und Integration. NGOs, der öffentliche Sektor sowie diverse Startup-Ökosysteme wollen dieses Problem lösen. Herausforderungen dabei sind ein oftmals geringer Wissensaustausch zwischen den Instanzen, die Vielzahl kleiner Unternehmen mit kurzer Lebensdauer und zu wenig Kontakt mit den unterschiedlichen Migrantenmilieus. Unter diesen Bedingungen wird es Migranten erschwert, ins Arbeitsleben einzusteigen oder selbst Unternehmen zu gründen.

Gleichzeitig bringen viele Migranten die Bereitschaft für die Gründung oder aktive Mitwirkung in einem neuen Unternehmen mit. In der EU werden 21 Prozent aller Unternehmen von Personen mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund gegründet. In Norwegen liegt der Anteil bei 22 Prozent. Es gibt zwei Herausforderungen: Zum einen wachsen nur wenige dieser Unternehmen, zum anderen polarisiert der öffentliche Diskurs über Migranten, die eher als Belastung und nicht als wichtige Ressource dargestellt werden.

„Unser Ziel ist es, den Diskurs über Migration zu verändern und zu zeigen, welchen Einfluss diese Gründer auf den Fortbestand unserer Wohlstandsgesellschaft in Europa und im Nahen Osten haben. Diese Perspektive ist in der heutigen gesellschaftlichen Debatte fast nicht vorhanden“, schreibt Amelie, die selbst einen Hintergrund als Flüchtling, Gründer und Migrantin in Europa hat.

Arbeit bedeutet Integration und Hoffnung auf eine Zukunft

Ein wesentlicher Teil einer erfolgreichen Integration ist, dass mehr Menschen ihr Potenzial entfalten und einen Beitrag zur Gesellschaft leisten können. „Unsere Hauptthese ist, dass Unternehmertum und mehr Startups der beste und schnellste Weg zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in Europa und weltweit sind“, meint Strøm-Olsen. Arbeit bedeutet Integration und Hoffnung auf eine Zukunft. In Europa muss eine Kultur geschaffen werden, die es Migranten erleichtert, Unternehmen zu gründen und zu expandieren – auf diese Weise können langfristig Arbeitsplätze in Europa geschaffen und gesichert werden. Wirtschaftswachstum und eine integrativere und vielfältigere Gesellschaft sind die Folge.

Das Buch soll die Herausforderungen für Unternehmer mit Migrationshintergrund abbilden: Wie bewerten Migranten und Flüchtlinge ihre Ausgangssituation? Welche Initiativen und Fördermöglichkeiten gibt es? Welche Länder haben bereits integrative Maßnahmen implementiert? Bislang wurden mehr als 100 politische Entscheidungsträger, Unternehmer, NGOs und Migranten in Europa und dem Nahen Osten interviewt. Das Buch soll im Februar 2019 erscheinen.

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