Unternehmen setzen trotz Corona auf Klimaschutz

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Energiewende und Klimaschutz sind in der Breite der Wirtschaft angekommen und werden auch in Pandemie-Zeiten als hochaktuelle Themen gehandelt. Das zeigen die Antworten von bundesweit knapp 2.600 Unternehmen im neuen Energiewende-Barometer der IHK-Organisation.

Aus den Ergebnissen der bundesweiten IHK-Umfrage, die der DIHK koordiniert und ausgewertet hat, geht hervor: Die Diskussionen zum Kohleausstieg, Klimaschutzgesetz und nicht zuletzt zur neuen CO2-Bepreisung haben das Bewusstsein für die Bedeutung erneuerbarer Energien und für betrieblichen Klimaschutz noch einmal verstärkt.

Fortschritt bei der Energiewende in den Betrieben

So ist der Anteil der Unternehmen, die Energiewende-Maßnahmen im eigenen Betrieb umgesetzt haben, gegenüber der Vorjahresumfrage von 25 auf nunmehr 33 Prozent deutlich gestiegen. Bei weiteren 50 Prozent der Befragten läuft die Umsetzung, oder es sind Effizienzmaßnahmen in Planung. Jedes vierte Unternehmen setzt inzwischen Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom vor Ort ein. 

Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie bremsen das Engagement der Unternehmen kaum. Nur 36 Prozent der Unternehmen verschieben Maßnahmen wegen Covid-19, und in immerhin 7 Prozent der Betriebe werden Maßnahmen sogar zahlreicher umgesetzt oder schneller angegangen. 61 Prozent der Umfrageteilnehmer sprechen sich für den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien aus – damit gehört dieser Punkt erstmals zu den Top 3 der Empfehlungen an die Politik.

Vor allem die Industrie sieht große Herausforderungen 

Trotzdem bewerten die Betriebe die Energiewende weiterhin eher als Herausforderung und weniger als Chance für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Auf einer Skala von minus 100 („sehr negativ“) bis plus 100 („sehr positiv“) liegt der Barometerwert über alle Branchen hinweg 2020 bei minus 2,5. Bau (plus 10) und Dienstleister (plus 6) nehmen eine eher positive Einschätzung vor. Der Handel (minus 4) und vor allem die Industrie (minus 17) sind in ihrer Beurteilung dagegen kritisch.

Hintergrund sind die hohen Energie- und vor allem Stromkosten, die für die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiveren Branchen eine wichtige Rolle spielen. So sind – auch das zeigt die Umfrage – in den vergangenen zwölf Monaten bei 46 Prozent der Unternehmen die Stromkosten gestiegen, nur für 7 Prozent wurde die Stromrechnung günstiger.

Ab dem 1. Januar 2021 werden sich wegen der neuen CO2-Bepreisung Brennstoffe verteuern. Nichtsdestotrotz ist die CO2-Bepreisung nach Einschätzung der Unternehmen ein geeignetes Instrument, um den Klimaschutz in der Wirtschaft voranzubringen. Das sehen 49 Prozent der Unternehmen so, während 28 Prozent dem nicht zustimmen. Insbesondere in der Industrie wird aber auch eine Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit (38 Prozent) und der Bedarf einer Entlastung bei der CO2-Bepreisung (46 Prozent) gesehen.

Die kompletten Umfrageergebnisse mit weiteren Details gibt es hier.