Begegnungsorte in der Stadt

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Vestre ist mit seinen urbanen Möbeln nicht nur in Norwegen großflächig vertreten, das Familienunternehmen aus Oslo produziert für Metropolen wie New York, London oder Paris. Dabei setzen die Norweger nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auch soziale und ökologische Nachhaltigkeit.

Als Johannes Vestre im Jahr 1947 in Haugesund seinen Ingenieurbetrieb eröffnete, war nicht vorauszusehen, dass sich das kleine Familienunternehmen zu einem der weltweit erfolgreichsten Hersteller von Stadtmöbeln entwickeln würde. Zu Beginn fertigte die Firma einfache Rohrkonstruktionen, doch schon bald wurden Bänke und Spielplatzgeräte an Parks in ganz Norwegen geliefert. Heute findet man verschiedenste Produkte des Unternehmens auf der ganzen Welt, unter anderem am Times Square in New York, in King´s Cross in London und am Forum des Halles in Paris. Auch in Deutschland sind die skandinavischen Stadtmöbel zu finden. So wurden beispielsweise am Flughafen Hamburg oder in der Bergmannstraße in Berlin Projekte mit Vestre umgesetzt.

Die Norweger waren auch als Aussteller auf dem in diesem Jahr von der AHK Norwegen organisierten Gemeinschaftsstand der bautec in Berlin vertreten. „Die Rückmeldungen der Messebesucher fielen dabei sehr positiv aus“, resümiert Kerstin Schmidt, Geschäftsführerin von Vestre Deutschland.

Produkte ohne Haltbarkeitsdatum

Die Möbel von Vestre sind markant, funktional und vor allem eines: nachhaltig. Nachhaltigkeit und Haltbarkeit sind die zentralen Begriffe, für die der Familienbetrieb steht. „Jedes Unternehmen trägt die Verantwortung, für eine nachhaltige Welt beizutragen“, sagt der Geschäftsführer Jan-Christian Vestre. Hinter der Unternehmensphilosophie steht das Bewusstsein für den Wert jedes einzelnen Produktes und gegen die weitverbreitete Wegwerfmentalität. So bietet das Unternehmen Ersatzteile zur Restauration alter Möbel an oder, sollten diese nicht vorrätig sein, stellt diese eigens her. Ein Beispiel dafür sind die Bänke, die Vestre 1949 für den Rathausplatz der Stadt Haugesund anfertigte. Sie stehen heute, 71 Jahre später, noch an Ort und Stelle.

Klimaschutz und soziale Teilhabe

Durch die ressourcenschonende Produktion hinterlässt Vestre einen geringen ökologischen Fußabdruck. Seit 2010 ist der Produktionsstandort des Unternehmens klimaneutral. Durch den Einsatz eines vollelektrischen LKW wird ab dem kommenden Jahr auch der größte Teil des Güterverkehrs im Produktionsnetzwerk fossilfrei sein. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, die eigenen Emissionen pro Jahr um zehn Prozent zu reduzieren.

Vestres Nachhaltigkeitsstrategie reicht allerdings noch weiter. Unter Nachhaltigkeit versteht der Hersteller urbaner Möbel nicht allein die Bekämpfung des Klimawandels und die Beseitigung sozialer Ungleichheit, sondern auch die Schaffung demokratischer Begegnungsorte. In Skandinavien ist, insbesondere wenn es um die Erholung in der Natur geht, das Recht auf öffentlichen Zugang eine festverankerte Tradition. Diesen Gedanken möchte Vestre auch in den Städten etablieren. Öffentliche Flächen sollen von allen genutzt werden und Orte der Begegnung sein – ein Treffpunkt für Menschen, die ihre Umgebung wahrnehmen und neu erleben.

Nicolas Schwarz