Deutschland bleibt Norwegens zweitwichtigster Handelspartner

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Deutschland gehört auch 2019 wieder zu den Ländern, mit denen Norwegen sowohl auf der Import- als auch auf der Exportseite am meisten Handel betreibt. Obwohl die norwegischen Exporte nach Deutschland leicht zurückgehen, bleibt Deutschland Norwegens zweitwichtigster Handelspartner.

Letzte Woche veröffentlichte das norwegische Statistikamt (SSB) die vorläufigen Zahlen für den Außenhandel im Jahr 2019. Laut SSB importierte Norwegen Waren im Wert von rund 8,2 Milliarden Euro aus Deutschland und exportierte Waren für 12,9 Milliarden Euro nach Deutschland. Die Ausfuhren vom norwegischen Festland beliefen sich auf 3,2 Milliarden Euro. Für den norwegischen Import aus Deutschland bedeuten diese Zahlen einen neuen Rekord: Noch nie zuvor hat Norwegen deutsche Waren zu einem so hohen Wert wie im Jahr 2019 eingeführt. Die Zahlen zeigen ein Plus von 5,6 Prozent. Deutschland ist mit knapp elf Prozent nach Schweden der zweitwichtigste Handelspartner Norwegens auf der Importseite.

Beim Export zeichnen die Zahlen ein etwas differenzierteres Bild. Insgesamt gingen die Exporte aufgrund der geringeren Öl- und Gasexporte um fast 19 Prozent zurück, während die Festlandexporte um fast sieben Prozent deutlich zunahmen. Nur im Jahr 2008 exportierte Norwegen mehr Festlandwaren nach Deutschland als im Jahr 2019. Deutschland ist Norwegens zweitwichtigstes Exportland für Öl und Gas. Mit einem Anteil von fünf Prozent liegt Deutschland bei den Festlandexporten an fünfter Stelle nach den Niederlanden, Schweden, Großbritannien sowie den USA. Insgesamt ist Deutschland beim Export jedoch Norwegens zweitwichtigster Handelspartner.

Deutsche Maschinen und Transportmittel sehr gefragt

Bei genauerer Betrachtung der Importseite wird deutlich, dass Deutschland das Land ist, aus dem Norwegen die meisten Maschinen und Transportmittel importiert. 2019 wurden Waren im Wert von 4,4 Milliarden Euro in diesem Segment eingeführt. Dies ist eine Steigerung von fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt entfielen auf deutsche Maschinen und Transportmittel fast 15 Prozent der gesamten Einfuhren nach Norwegen in dieser Warengruppe. Weitere wichtige deutsche Güter sind chemische Produkte, verarbeitete Waren sowie verschiedene Fertigprodukte. Beispielsweise importierte Norwegen chemische Produkte im Wert von fast 1,2 Milliarden Euro. Mit einem Anteil von 16 Prozent importierte Norwegen sogar die meisten chemischen Produkte aus Deutschland.

Aber auch andere Branchen verzeichneten im vergangenen Jahr Zuwächse. Norwegen importierte Lebensmittel und lebende Tiere in einem Gesamtwert von 300 Millionen Euro aus Deutschland, was einer Steigerung von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Außerdem wurden insbesondere Getreide und Getreidewaren importiert; der Importwert betrug etwas weniger als 100 Millionen Euro.

Festlandexporte steigen, Öl und Gas sinken

Neben Öl und Gas hat Norwegen Waren im Wert von 3,2 Milliarden Euro nach Deutschland ausgeführt. Im Vergleich zu 2018 ist der Export nach Deutschland damit um knapp 200 Millionen Euro gestiegen – ein Plus von sieben Prozent. Unter Einbezug der Festlandwaren exportierte Norwegen Rohöl und Erdgas im Gesamtwert von rund 9,3 Milliarden Euro nach Deutschland, was einem starken Rückgang von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies ist vor allem auf den Rückgang der Erdgasexporte zurückzuführen. Deutschland war in den letzten Jahren einer der größten Abnehmer von norwegischem Erdgas. Im Jahr 2018 betrug der Exportwert noch etwas mehr als zehn Milliarden Euro, während der Wert im Jahr 2019 nur noch 7,1 Milliarden Euro betrug. Dies entspricht einem Rückgang von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auf der Exportseite liegt Deutschland in den Warengruppen Öl und Gas, verarbeitete Waren, Maschinen und Transportmittel sowie chemische Produkte an zweiter Stelle. Diese Warengruppen, abgesehen von Lebensmitteln und lebenden Tieren, verzeichneten ein großes Wachstum. Der Exportwert von verarbeiteten Waren betrug fast eine Milliarde Euro, ein Plus von 27 Prozent. Der Export von Maschinen und Transportmitteln ist um fast 58 Prozent auf einen Wert von knapp 850 Millionen Euro angewachsen. Chemieprodukte verzeichneten ein Plus von 5,5 Prozent auf einen Wert von knapp 550 Millionen Euro.