Tunnel für eine Gondelbahn

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Åndalsnes ist die Bergsteiger-Hauptstadt Norwegens. Umgeben von steilen Bergen und atemberaubenden Kletter- und Wanderrouten lockt das „Alpendorf am Fjord“ jährlich viele Touristen an. In diesem Jahr soll hier eine Seilbahn eröffnen, die den Ortskern mit dem 708 Meter hohen Berg Nesaksla verbindet. Die Grundlage für die Umsetzung dieses Projekts legt ein Unternehmen aus der Schweiz.

Der Romdalseggen ist laut Lonely Planet eine der schönsten Wanderrouten der Welt. Über steile Stufen führt der Weg durch eine alpine Landschaft. Eine Station auf dieser atemberaubenden, jedoch anspruchsvollen Tour ist der Nesaksla. War der Panoramablick vom Gipfel des Berges bisher nur Wanderern vorbehalten, soll er sich nun auch für den Massentourismus erschließen. Neben der Bergstation für eine Gondelbahn soll auf 708 Metern Höhe auch ein Restaurant mit öffentlichen Toiletten und ein Kiosk entstehen. Ziel der Planer ist es dabei, die gesamte Anlage möglichst unauffällig in die Umgebung einzupassen und dabei keine größeren Eingriffe in die Natur vorzunehmen.

Norwegens längstes Bohrloch

Grundlage für die Realisierung dieses Vorhabens ist die Erschließung des Gipfels. Bisher verfügt der Nesaksla weder über einen Strom-, noch über einen Wasser- oder Kanalisationsanschluss. Um den Vorgaben zu entsprechen, wird die gesamte Infrastruktur durch einen Schacht geführt, mit dessen Bohrung die Schweizer Firma Schenk AG Heldswil beauftragt wurde. „Für uns stellt dieses Projekt eine neue Herausforderung dar“, sagt Stefan Schlegel, Marketingleiter des Unternehmens. Das Bohrloch mit einem Durchmesser von 312 Millimetern wird einen Höhenunterschied von 690 Metern überwinden, und mit einer Länge 1 375 Metern das längste seiner Art in Norwegen werden.

„Für uns ist dieses Projekt nicht nur der erste Auftrag in Norwegen, sondern auch die längste bisher durchgeführte Bohrung. Noch nie wurde eine solche Höhe von unten nach oben gebohrt.“ Aus einem Steinbruch östlich des Zentrums von Åndalsnes wird das Loch vorangetrieben und wie ein Bogen durch den Felsen geführt. Um sicherzustellen, dass der Schacht dort auftaucht, wo er sein soll, verwendet das Unternehmen Technologien, die häufig bei Wasserkraftprojekten zum Einsatz kommen.

„Neben den technischen und baulichen Herausforderungen sind wir bei diesem Auftrag in Norwegen vor allem sprachlich und logistisch gefordert. Dabei ist es sehr hilfreich, einen Partner wie die AHK Norwegen an seiner Seite zu wissen“, sagt Schlegel, der besonders die Zusammenarbeit mit den lokalen Unternehmen hervorhebt. „Diese großartige Unterstützung wissen wir sehr zu schätzen.“

Die Eröffnung der Romsdal-Gondel im Frühjahr 2021 wird nicht nur für das Alpendorf in Norwegen, sondern auch für das Unternehmen aus der Schweiz einen Meilenstein darstellen.