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Die Wintershall Holding GmbH und die DEA Deutsche Erdoel AG haben ihren Zusammenschluss vollzogen. Mit Wintershall Dea entsteht damit das führende unabhängige Gas- und Ölunternehmen Europas.

„Wir sind ein europäischer Champion und leisten einen wichtigen Beitrag zu Europas Energiesicherheit“, erklärt Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender von Wintershall Dea, in einer Pressemitteilung zur Fusion. Nach Zustimmung aller relevanten Behörden haben die Anteilseigner BASF und LetterOne den Zusammenschluss am 1. Mai 2019 erfolgreich vollzogen. Die Fusion war im September 2018 vereinbart worden.

Durch den Zusammenschluss verfügt Wintershall Dea über ein regional ausgewogenes Portfolio und hervorragende Wachstumschancen in ihren Schwerpunktregionen. Basierend auf den zugrundeliegenden Explorations- und Produktionsprojekten sei Wintershall Dea auf Kurs, zwischen 2021 bis 2023 eine tägliche Produktion von 750 000 bis 800 000 Barrel Öläquivalente zu erreichen. Dies entspricht einer jährlichen Produktionswachstumsrate von sechs bis acht Prozent. Das Wachstum wird aus dem vorhandenen Portfolio sowie aus neuen Förderregionen kommen, heißt es in der Pressemitteilung.

Gemeinsam wirtschaftlich wachsen und Synergien nutzen

Wintershall und DEA arbeiten bereits seit Jahrzehnten eng zusammen, zum Beispiel auf Mittelplate, dem größten deutschen Erdölfeld. Das neu etablierte Unternehmen habe, so Mehren gegenüber der Presse, für die Herausforderungen des Marktes die ideale Größe: „Wir sind groß genug, um für die staatlichen Öl- und Gaskonzerne ein relevanter Partner zu sein, und zugleich unabhängig und flexibel genug für komplexe Aufgaben, bei denen wir unsere Ingenieurskompetenzen einbringen.“

Wintershall Dea erwartet, ab dem dritten Jahr nach Abschluss der Transaktion mindestens 200 Millionen Euro einzusparen, insbesondere bei den Betriebs- und Investitionsausgaben. Nach jetziger Planung sollen von den insgesamt 4 200 Vollzeitstellen weltweit etwa 1 000 abgebaut werden. Die Sozialpartner würden zurzeit an sozialverträglichen Lösungen für die notwendigen Personalanpassungen arbeiten.

Starkes Portfolio mit vier Schwerpunktregionen

Wintershall Dea produziert Erdgas und Erdöl in vier Schwerpunktregionen: Europa, Russland, Lateinamerika sowie die MENA-Region (Nahost und Nordafrika). „Wir wissen, dass wir als Energieunternehmen lediglich Verwalter der natürlichen Ressourcen einzelner Länder sind. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und arbeiten mit allen Interessengruppen zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Tätigkeit vor Ort das Leben der Menschen verbessert. In den Ländern, in denen wir aktiv sind, sind wir gut positioniert und oft sogar führend“, äußert sich Maria Moræus Hanssen, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Wintershall Dea, in der Pressemitteilung. „Unser Portfolio ist regional wie operativ gut ausbalanciert, wobei 70 Prozent unserer Produktion auf Gas entfallen. Und das ist für Europa mit seinem steigenden Erdgasbedarf auch gut so. Europa braucht nicht weniger, sondern mehr Gas, um die eigenen Klimaziele zu erreichen.“

Ergänzt werden die Upstream-Aktivitäten des Unternehmens durch Beteiligungen an Erdgasinfrastruktur und Transportdienstleistungen im Midstream-Bereich. Wintershall Dea betreibt mit seinen Partnern ein rund 2 400 Kilometer langes Erdgasnetz in Deutschland. Das Unternehmen ist ein Anteilseigner von Nord Stream AG und an der Finanzierung von Nord Stream 2 AG beteiligt.

Gemeinsame Werte und Verantwortung


„Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist es, das Klima zu schützen und zugleich den steigenden Energiebedarf weltweit zu decken”, erklärt Mario Mehren. „Zu beidem wollen wir einen Beitrag leisten. Wir wollen wirtschaftlich und zugleich unter höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards Gas und Öl produzieren. Und ebenso wichtig ist es, dass diese Ressourcen so energie- und klimaeffizient wie möglich produziert und genutzt werden.“

Die Integration von Wintershall und DEA wird in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. In der zweiten Jahreshälfte 2020 soll Wintershall Dea unter Vorbehalt entsprechender Marktbedingungen an die Börse gehen.

Zur Pressemitteilung

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